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Ambroxol

  

Einteilung

Antitussiva / Expektorantia

Expektorantien

Wirkmechanismus

Sekretolytisches und sekretomotorisches Expektorans

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Anwendung

Sekretolytisches Expektorans

Die Schleimhaut der oberen Atemwege, das sog. „Flimmerepithel“, stellt einen besonderen Schutz gegen die mit der Atmung eingedrungenen Fremdstoffe dar. Durch eine peitschenartige Bewegung von zilientragenden Zellen wird ein durch Becherzellen produzierter Schleimfilm ständig in Richtung Kehlkopf vorgeschoben. Eingedrungene Stoffe werden in diesem Schleimfilm festgehalten und abtransportiert. Man bezeichnet diesen Schutzmechanismus auch als mucoziliäre Clearance.
Bei akuten oder chronischen Erkrankungen der Atemwege ist dieser Mechanismus häufig eingeschränkt, da vermehrt dickflüssiger Schleim gebildet wird und/oder die Zilien in ihrer Anzahl vermindert sind. Durch die vermehrte Schleimansammlung wird schließlich ein Hustenreflex ausgelöst.

Eine Anwendung von Expektorantien ist sowohl bei akuten als auch bei chronischen bronchopulmonalen Erkrankungen, die mit einer Störung von Schleimbildung und -transport einhergehen, möglich. Dazu gehören unter anderem akute Schübe einer chronischen Bronchitis (Entzündung der Bronchialschleimhaut), Asthma bronchiale oder Mukoviszidose.

Prophylaxe des Atemnotsyndroms

Das pulmonale Surfactant trägt aufgrund seiner oberflächenaktiven Wirkung dazu bei, dass die Alveolen beim Ausatmen nicht kollabieren. Da es erst ab der 35. Schwangerschaftswoche gebildet wird, kann das Fehlen des Surfactants bei Frühgeborenen zu einem Atemnotsyndrom führen. Bei einer drohenden Frühgeburt in der 28.-34. Schwangerschaftswoche wird die Lungenreifung und damit die Surfactantproduktion beim Fetus durch parenterale Gabe von Ambroxol angeregt. Darüber hinaus kann eine Anwendung auch nach der 36. Schwangerschaftswoche erfolgen, wenn eine ungenügende Lungenreifung beim Fetus festgestellt wird.

Prophylaxe von Atelektasen

Unter pathologischen Umständen ist es möglich, dass die Alveolen miteinander verkleben und damit der Gasaustausch in der Lunge nicht mehr gewährleistet ist. Dieser als Atelektase bezeichnete Zustand kann unter anderem dann auftreten, wenn eine ungenügende Surfactantproduktion vorliegt oder die Bronchien durch angesammelten Schleim verlegt sind. Aus letzterem Grund erfolgt bei Intensivpatienten, die an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung leiden, eine postoperative parenterale Gabe von Ambroxol.

Patientenhinweis

Das Präparat sollte nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden.
Die expektorierende Wirkung wird durch die Zufuhr von viel Flüssigkeit unterstützt.
Die Einnahme sollte nur tagsüber erfolgen, da nachts ein erleichtertes Abhusten des Schleims in der Regel nicht erwünscht ist. Sollte eine Kombinationstherapie zusammen mit einem Antitussivum durchgeführt werden, dürfen beide Präparate niemals zusammen eingenommen werden. In solchen Fällen soll das Expektorans tagsüber, das Antitussivum zur Nacht eingenommen werden.

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Dosierung

Feste und flüssige Zubereitungen
Erwachsene:
für 2 bis 3 Tage 3 x täglich 90 mg peroral
Kinder:
2-3 x täglich 15-45 mg peroral

Zubereitungen zur Inhalation
Erwachsene und Kinder ab 6 Jahre:
1-2 x täglich 15-22,5 mg

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Nebenwirkungen

  Überempfindlichkeitsreaktionen

Gelegentlich können Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschläge, Gesichtsödem, Atemnot oder Pruritus (Juckreiz) auftreten. In sehr seltenen Fällen kann es zu anaphylaktischen Reaktionen bis zum Schock kommen.

  Geschmacksveränderungen, Zungentaubheit

  Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen

Kontraindikationen

Gestörte Bronchomotorik

Eine Anwendung bei gestörter Bronchomotorik kann zu einem lebensbedrohlichen Sekretstau führen. Aus diesem Grund sollte eine Anwendung hier nur mit äußerster Vorsicht erfolgen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Substanz sollte besonders im 1. Trimenon der Schwangerschaft nur nach strenger Indikationsstellung appliziert werden, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen.
Tierversuche erbrachten weder embryotoxische noch teratogene Wirkungen.
Eine Ausnahme besteht bei der Anwendung von Ambroxol zur Prophylaxe des Atemnotsyndroms bei drohender Frühgeburt.

Die Substanz geht in die Muttermilch über. Für die Anwendung in der Stillzeit liegen nur unzureichende Daten vor.

Wechselwirkungen

  Antitussiva

Die sekretolytische Wirkung der Expektorantien führt vermehrt zu flüssigem Sekret, das der Körper leichter abhusten kann. Wird der Hustenreflex jedoch durch die gleichzeitige Gabe eines Antitussivums unterdrückt, wird das Sekret nicht mehr ausgeworfen und es kommt in der Folge zu einem Sekretstau, der lebensbedrohlich werden kann.

Antitussiva  anzeigen

  Antibiotika

Durch gleichzeitige Gabe mit einem Antibiotikum kann letzteres besser in das Lungengewebe übertreten. Dieser Effekt ist unter Umständen therapeutisch erwünscht.

Antibiotika  anzeigen

Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

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Wirkmechanismus

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Ambroxol gehört zur Gruppe der Mukolytika. Die expektorierende Wirkung kommt dadurch zustande, dass die rheologischen Eigenschaften (Fließeigenschaften) des Bronchialsekrets im Hinblick auf eine geringere Viskosität verändert werden. Als Folge kann das Sekret leichter mit der Zilienbewegung abtransportiert und einfacher abgehustet werden. Daneben besteht eine sekretomotorische Wirkung, d. h. die Zilienbewegung wird angeregt.
Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht geklärt, man vermutet jedoch unter anderem eine Wirkung auf saure Mucopolysaccharide des Bronchialsekrets.
Therapeutisch relevant ist darüber hinaus eine Aktivierung des Surfactant-Systems in der Lunge. Surfactant, eine oberflächenaktive Substanz auf Phospholipidbasis, kleidet die Alveolen aus und verhindert so ein Zusammenfallen der Alveolen beim Ausatmen.
Neben dieser expektorierenden Wirkung weist Ambroxol eine lokalanästhetische Wirkkomponete auf, die therapeutisch zur symptomatischen Behandlung von Halsschmerzen genutzt wird. Die anästhesierende Wirkung beruht auf der Blockade von Natriumkanälen, also analog zu den Lokalanästhetika vom Aminoester- (Procain) oder Aminoamid-Typ (Lidocain).

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Patientenhinweis

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Dauert der Husten länger als 2 bis 3 Wochen an, findet sich Blut oder Eiter im Auswurf, tritt Atemnot oder Fieber auf, so sollte der Arzt aufgesucht werden.
Wichtig für die Therapie ist die Zufuhr von viel Flüssigkeit, da bereits hierdurch ein expektorierender Effekt erreicht wird.
In einigen Fällen bietet es sich an, ein Expektorans mit einem Hustenstiller (Clobutinol, Pentoxyverin) zu kombinieren, wobei das Expektorans tagsüber, der Hustenstiller zur Nacht angewendet werden kann. Eine gleichzeitige Einnahme darf niemals erfolgen (Sekretstau!).

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Dosierung

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Die Anwendung sollte nur tagsüber erfolgen.

Nach der Akutphase sollte die Dosis auf 60 mg täglich peroral, verteilt auf 2 Einzeldosen verringert werden (in Einzelfällen bis 2 x 60 mg). Bei Retardformulierungen reicht eine einmalige Gabe von 75 mg täglich aus.

Leber- und Nierenfunktionsstörungen erfordern wegen möglicher Kumulation des Arzneistoffs eine Dosisanpassung nach unten.

Die genaue Dosierung, insbesondere bei Kleinkindern, ist der Gebrauchsinformation sowie der Fachinformation zu entnehmen.

Parenterale Zubereitungen:
Kinder: die Dosierung erfolgt über das Körpergewicht
Erwachsene: Injektionszubereitungen: 30-45 mg täglich i.v. Infusionszubereitungen: 1000 mg 1 x täglich über mindestens 4 Stunden i.v.

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