Wirkstoffprofile.de

Home Search

Baldrian + Hopfen

 

Einteilung

Hypnotika

Pflanzliche Hypnotika

Wirkmechanismus

Baldrianwurzelextrakt: Vermutlich Verstärkung der Wirkung von GABA, möglicherweise zusätzliche Wirkung über Stimulation von A1-Adenosin-Rezeptoren
Hopfenzapfenextrakt: Sedierend vermutlich durch bestimmte Bitterstoffe, Wirkung aber nicht zweifelsfrei nachgewiesen

mehr

Anwendung

Unruhe

Baldrian-haltige Präparate können bei leichten Unruhe- und Spannungszuständen symptomatisch wirksam sein. Bei länger andauernden oder schwerwiegenden Störungen ist fachärztliche Hilfe und der Einsatz stärker wirksamer Arzneimittel angezeigt.

Leichte Schlafstörungen

Halten die Beschwerden länger an oder verschlimmern sich, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Ursachen abzuklären. Die volle Wirkung pflanzlicher Sedativa tritt aber oft erst nach 2-4 Wochen ein.

Patientenhinweis

Halten die Beschwerden länger an oder verschlimmern sich, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Ursachen abzuklären. Die volle Wirkung pflanzlicher Sedativa tritt aber oft erst nach 2-4 Wochen ein.

Dosierung

Unruhezustände:
1-3 x täglich 187-225 mg Baldriantrockenextrakt und 30-48 mg Hopfentrockenextrakt (je nach Hersteller) peroral

Schlafstörungen:
1 x täglich 187-225 mg Baldriantrockenextrakt und 30-48 mg Hopfentrockenextrakt (je nach Hersteller) peroral

mehr

Nebenwirkungen

Kontraindikationen

Wechselwirkungen

  Weitere sedierende Stoffe

Weitere sedierende Stoffe  anzeigen

Strukturformel

ratiopharm

SimpleSoft
Hilfe Impressum

Wirkmechanismus

zurück

Die zentral dämpfende Wirkung von Baldrianwurzelextrakt wurde in pharmakologischen Untersuchungen am Menschen und am Tier nachgewiesen und ist unumstritten. Der zugrundeliegende Mechanismus ist jedoch nicht abschließend geklärt.

Der Neurotransmitter Gammaaminobuttersäure (GABA) entfaltet am GABA-Rezeptor eine reizweiterleitungshemmende Wirkung, da GABA in der Lage ist, Chloridanionen zum Einstrom in die Zelle zu verhelfen, was das postsynaptische Membranpotential entsprechend der Ladung des Chloridions weiter ins Negative laufen lässt. Es kommt damit zur Hyperpolarisation (das Membranpotential liegt im unerregten Zustand im negativen Bereich), was einer Depolarisation der Zelle und damit der Reizweiterleitung zuwiderläuft.
An Synaptosomen wurde in vitro eine verstärkte Ausschüttung und geringere Wiederaufnahme von GABA beobachtet, wenn sie mit Baldrianwurzelextrakt behandelt wurden. Welche Stoffe dafür verantwortlich sind, ist unklar. Diskutiert werden Valerensäure oder Valepotriate, die jedoch nicht stabil sind.

Ein weiterer Wirkmechanismus über A1-Adenosin-Rezeptoren wird diskutiert. Im Baldrianwurzelextrakt enthaltene Lignane wirken in vitro agonistisch an diesen Rezeptoren, können jedoch die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden.
A1-Adenosin-Rezeptoren liegen im ZNS vor und sind an Induktion und Aufrechterhaltung des Schlafes beteiligt.

Der Wirkmechanismus von Hopfenzapfenextrakt ist nicht aufgeklärt. Auch seine sedierende Wirkung ist nicht zweifelsfrei bewiesen. Die Kombination von Baldrian und Hopfen hat nachgewiesene sedierende Wirkungen, die jedoch möglicherweise nur auf den Baldrian zurückzuführen sind.
Ein Abbauprodukt der Hopfenbitterstoffe Humulon und Lupulon zeigte in vitro sedierende Eigenschaften, jedoch werden die entsprechenden Konzentrationen in der Droge und in Extrakten nicht erreicht.

zurück

Patientenhinweis

zurück

zurück

Dosierung

zurück

Nur die europäische Pflanze Valeriana officinalis ist als Sedativum positiv monographiert.
Viele Fertigarzneimittel enthalten zu geringe Mengen an Baldrianwurzelextrakt und haben daher oft keine ausreichende Wirkung.
Für Hopfenzapfen werden Dosen von 40-90 mg Trockenextrakt (1:4-8) angegeben. In Kombination mit Baldrian kann diese Dosis gesenkt werden auf 10-65 mg.
Bei Anwendung bei Schlafstörungen sollte die gesamte Dosis ca. 1 h vor dem Schlafengehen eingenommen werden.
Bei unzureichender Wirkung kann eine weitere Dosis bereits zum Abendessen appliziert werden.

zurück

Wussten Sie schon?

Die Wirkstoffprofile gibt es auch auf CD.

Vorteile: Offline verfügbar, Lerntools, Fortbildungen u.v.m.

Mehr erfahren Sie auf www.wirkstoffprofile.de.

Zurück zum online-Profil