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Bromelain

   

Einteilung

Schmerz und Entzündung

Pflanzliche Analgetika

Wirkmechanismus

Cystein-Proteasen, die vermutlich pathogene Immunkomplexe abbauen; zusätzlich gerinnungshemmend

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Anwendung

Postoperative und posttraumatische Schwellungszustände

Kommt es zu einem traumatischen Ereignis, so wird aus dem verletzten Gewebe zerstörtes Zellmaterial freigesetzt. Dieses wird von Makrophagen phagozytiert. Die aktivierten Makrophagen setzten ihrerseits nun Entzündungsmediatoren frei, die zu einer lokalen akuten Entzündungsreaktion führen. Diese geht unter Anderem mit einer Schwellung einher.
Bromelain wird insbesondere bei akuten Schwellungszuständen der Nase und der Nasennebenhöhlen angewendet.

Patientenhinweis

Das Arzneimittel vor der Mahlzeit mit viel Flüssigkeit einnehmen.

Dosierung

Bis zu 1000 F.I.P.-Einheiten verteilt auf mehrere Einzeldosen am Tag.

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Nebenwirkungen

  Magenbeschwerden, Diarrhoe

  Allergische Reaktionen

Es kann zu Hautausschlägen oder asthmaähnlichen Beschwerden kommen.

Kontraindikationen

Schwere Leberfunktionsstörung

Die Leber stellt das wichtigste Organ für die Biotransformation von Arzneistoffen dar. Häufig wird durch die Verstoffwechselung von Arzneistoffen deren Ausscheidung erst ermöglicht: Arzneistoffe mit Molekulargewicht über 500 können über Leber und Galle ausgeschieden werden, wohingegen man leichtere Arzneistoffe häufiger im Urin findet.

Ist die Funktion der Leber eingeschränkt, kann dies für die Arzneimitteltherapie insofern von Bedeutung sein, als dass Arzneistoffe länger im Organismus verbleiben, da die vor der Ausscheidung notwendige Biotransformation mehr Zeit beansprucht. In vielen Fällen wird daher eine Herabsetzung der Dosis oder des Dosierintervalles sowie eine Überwachung der Wirkstoffspiegel angezeigt sein, ggf. ist die Gabe des betreffenden Arzneistoffes sogar kontraindiziert. Möglich ist jedoch auch der Fall, dass ein unwirksames Prodrug durch die Leber nur verzögert oder gar nicht in die aktive Wirkform überführt werden kann.

Schwere Nierenfunktionsstörung

Die Niere stellt das wichtigste Organ für die Ausscheidung von Arzneistoffen und deren Stoffwechselprodukten dar. Ist die Funktionsfähigkeit der Niere herabgesetzt, verbleiben Arzneistoffe und ggf. auch wirksame oder toxische Stoffwechselprodukte länger im Organismus.

Für die Arzneimitteltherapie bedeutet dies, dass bei Substanzen, die zu einem wesentlichen Teil über die Nieren aus dem Organismus entfernt werden, die Dosis des Arzneistoffes herabzusetzen und/oder die Wirkstoffspiegel genau zu überwachen sind. Gerade dann, wenn toxische Metabolite nicht mehr ausreichend über die Niere entfernt werden können, kann auch eine absolute Kontraindikation gegeben sein. Als geeignetes Maß für die Funktionstüchtigkeit der Niere hat sich die sogenannte Kreatinin-Clearance durchgesetzt.

Ob eine Dosisanpassung wegen einer Einschränkung der Nierenfunktion vorgenommen werden sollte, kann anhand folgender Faustregel abgeschätzt werden: Die Kreatinin-Clearance liegt unter 50 ml/min und der normalerweise über eine funktionstüchtige Niere ausgeschiedene Anteil der resorbierten Dosis liegt über 50-70 % (tabellierter Wert, sogenanntes Q-Null-Konzept). Verbindliche Hinweise zu dem jeweiligen Arzneistoff gibt die Fachinformation!

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Substanz sollte nur nach strenger Indikationsstellung in der Schwangerschaft appliziert werden, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen.

Von der Substanz ist nicht bekannt, ob sie in die Muttermilch übergeht.

Wechselwirkungen

  Antikoagulantien

Bromelain kann die Prothrombin- und die Blutungszeit verlängern und daher in Kombination mit diesen Arzneimittel die Blutungsneigung verstärken.
Die gleichzeitige Gabe ist kontraindiziert.

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  Thrombozytenaggregationshemmer

Bromelain kann die Prothrombin- und die Blutungszeit verlängern und daher in Kombination mit diesen Arzneimittel die Blutungsneigung verstärken.
Die gleichzeitige Gabe ist kontraindiziert.

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  Tetracycline

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Strukturformel

ratiopharm

SimpleSoft
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Wirkmechanismus

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Bromelain ist ein Enzymgemisch, das aus den Stielen der Ananas-Fruchtstände (Ananas Comosus) gewonnen wird. Es enthält verschiedene Cystein-Proteasen, die auch Bromelin A und B genannt werden. Es wird vermutet, dass diese Proteasen Immunkomplexe abbauen, die Entzündungen hervorrufen, und dadurch entzündungshemmend wirken. Darüber hinaus wirken sie gerinnungshemmend.
Auch bei oraler Anwendung sollen ausreichende Mengen an aktivem Enzym an die Wirkorte gelangen können.

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Patientenhinweis

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Dosierung

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Es sind derzeit mehrere Bromelain-haltige Arzneimittel unterschiedlichen Wirkstoffgehaltes am Markt. Die empfohlenen Dosen betragen 200-500 F.I.P.-Einheiten pro Einzeldosis. Bei ersteren Präparaten beträgt die Tagesdosis 600 F.I.P.-Einheiten bei letzteren 1000 F.I.P.-Einheiten.
Diese geben die proteolytische Aktivität des Enzyms bezogen auf Casein an.

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