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Bromocriptin (Gynäkologika)

     

Einteilung

Gynäkologika

Prolaktinhemmer

Wirkmechanismus

Halbsynthetisches Mutterkornderivat: Dopamin-D2-Agonist (und damit Prolaktinhemmer)

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Anwendung

Senkung des Prolakinspiegels

Bromocriptin und Cabergolin sind partialsynthetisch gewonnene Ergolin-Derivate aus Mutterkornalkaloiden. Als Dopamin-D2-Agonisten hemmen sie die Freisetzung von Prolaktin und werden daher bei Zuständen und Erkrankungen, bei denen eine Senkung des Prolaktinspiegels angezeigt ist, eingesetzt:


Primäres und sekundäres Abstillen

Bromocriptin wird zur Prophylaxe oder Unterdrückung der physiologischen Laktation nach der Geburt in medizinisch indizierten Fällen eingesetzt. Dabei findet das primäre Abstillen direkt nach der Geburt statt und das sekundäre Abstillen zu einem späteren Zeitpunkt. Medizinisch indizierte Fälle sind z. B. der intrapartale Verlust des Fetus, eine Totgeburt oder auch eine begleitende HIV-Infektion der Mutter, die ein Stillen des Säuglings verbietet.
Bromocriptin wird nicht zur routinemäßigen Unterdrückung der Laktation oder für die Symptomlinderung von Schmerz und Brustschwellung empfohlen, d. h. ein sekundäres Abstillen mit Bromocriptin z. B. bei postpartalem Milchstau oder puerperaler Mastitis (Puerperium = Wochenbett = 6-8 –wöchiger Zeitraum nach der Geburt; Mastitis = Entzündung der Brustdrüse) ist nur dann indiziert, wenn  eine adäquate nicht-pharmakologische Behandlung  (z. B. feste Unterstützung der Brust, Eisanwendung) und/oder eine Behandlung mit Analgetika nicht möglich bzw. ausreichend ist.


Galaktorrhoe-Amenorrhoe-Syndrom

Als Galaktorrhoe-Amenorrhoe-Syndrom bezeichnet man das spontane Austreten von Muttermilch (Galaktorrhoe) in Kombination mit dem Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe) und ist daher von der physiologisch auftretenden Galaktorrhoe und Amenorrhoe während der postpartalen Stillzeit unter erhöhten Prolaktinspiegeln zu unterscheiden. Ein Galaktorrhoe-Amenorrhoe-Syndrom tritt letztlich bei einer Hyperprolaktinämie im Rahmen von Erkrankungen bzw. einer medikamentösen Therapie auf. Prolaktin führt einerseits direkt zur Milchproduktion in die Brustdrüsen, andererseits führt es zu einer Dopaminausschüttung. Dopamin wiederum hemmt die Freisetzung von GnRH im Hypothalamus und von den Gonadotropinen FSH bzw. LH in der Hypophyse, was zu einem Ausbleiben der Regel führt.
Die häufigste Ursache für eine Hyperprolaktinämie ist ein Prolaktin-produzierender Tumor in der Adenohypophyse (Hypophysenvorderlappen-Adenom). Eng damit verbunden ist die Akromegalie, bei der ein Hypophysenvorderlappen-Adenom das Wachstumshormon Somatotropin produziert. Mischformen dieser Adenome kommen vor. Eine weitere Ursache für eine Hyperprolaktinämie kann eine Hypothyreose sein. Ein Mangel an Schlddrüsenhormonen führt  über die negative Rückkopplung des hypothalamischen-hypophysären Regelkreises zu einer vermehrten Ausschüttung von Thyreoliberin (= Thyreotropin Releasing Hormone, TRH). Thyreoliberin sorgt nicht nur für eine erhöhte Ausschüttung von Thyreotropin (= Thyroidea- stimulierendes Hormon, TSH) aus dem Hypophysenvorderlappen, sondern auch  für eine erhöhte Prolaktinausschüttung.

Für die Therapie des Galaktorrhoe-Amenorrhoe-Syndroms sind Dopamin-D2-Agonisten wie Bromocriptin oder Cabergolin zugelassen.

Akromegalie

Bei einer Akromegalie kommt es zu einer Überproduktion des Wachstumshormons Somatotropin (STH) aus dem Hypophysenvorderlappen. Die häufigste Ursache für diese Überproduktion ist ein Adenom im Hypophysenvorderlappen. Viel seltener sind ektope Tumoren, die Somatotropin produzieren oder maligne Tumoren des Hypophysenvorderlappens. In Deutschland sind etwa 3000-6000 Personen erkrankt.

Die Symptomatik ist teilweise abhängig davon, in welchem Alter die Überproduktion des Wachstumshormons Somatotropin auftritt. Ist das Längenwachstum des Patienten noch nicht abgeschlossen, bedeutet das, dass die Epiphysenfugen der langen Röhrenknochen noch nicht geschlossen sind und die Röhrenknochen noch weiter in die Länge wachsen können. Es kommt beim Patienten zum hypophysären Riesenwuchs (Gigantismus). Nach dem Abschluss des Längenwachstums bzw. dem Schluss der Epiphysenfugen kommt es unter der Überproduktion von Somatotropin nur noch zu einem Wachstum der Akren wie z. B. Nase, Finger, Zehen, Kinn, Ohren oder Jochbogen. Neben diesen äußerlich sichtbaren Symptomen führt die Überproduktion von Somatotropin zu einer Vielzahl weiterer Symptome. Alle inneren Organe vergrößern sich (Viszeromegalie). Probleme bereiten hier häufig die Vergrößerung des Herzens und der Zunge (Makroglossie). Weitere häufige Symptome sind Kopfschmerzen, Hyperhidrosis (vermehrtes Schwitzen), Hypertrichosis (vermehrte Behaarung), Parästhesien (z. B. durch ein Karpaltunnelsyndrom) und Arthropathien durch einen Überschuss an Gelenkknorpel.
Weitere Hormonstörungen kommen vor, wenn das Adenom auch Prolaktin produziert und es zu einer Hyperprolaktinämie kommt. Dadurch kommt es bei Männern zu einer Erektionsschwäche bei gleichzeitig verminderter Libido, bei Frauen kann sich eine sekundäre Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung) oder ein Galaktorrhoe-Amenorrhoe-Syndrom (spontan auftretende Milchproduktion der Brustdrüsen und Ausbleiben der Regelblutung) entwickeln. Typische Begleiterkrankungen der Akromegalie sind Hypertonie und Diabetes, wodurch die Lebenserwartung der Patienten deutlich reduziert ist.

Bei der Diagnostik der Akromegalie hat sich die Bestimmung von IGF-1 (Insuline-like growth factor 1) bewährt. Somatotropin bindet intrazellulär an seinen Rezeptor und wirkt u. a. als Transkriptionsfaktor von IGF-1, so dass bei einer Überproduktion von Somatotropin auch das IGF-1 erhöht ist. Eine weitere Möglichkeit ist der Somatotropin-Suppressionstest: Im Rahmen eines oralen Glucosetoleranztests (oGTT, Gabe von 100 g Glucose) sollten die Somatotropinwerte im Blut absinken. Bei Werten über 1,0 µg/l Somatotropin wird von einer autonomen Produktion ausgegangen.

Die Therapie der Wahl ist eine chirurgische Entfernung des Tumors. Daneben kann auch eine Strahlentherapie versucht werden. Die zur Verfügung stehenden Arzneistoffe für eine pharmakologische Therapie sind einerseits dazu da, präoperativ einen vorhandenen Tumor zu verkleinern. Wurde das hormonproduzierende Tumorgewebe nicht komplett aus der Hypophyse entfernt oder handelt es sich um ektope Tumoren bzw. Metastasen können Arzneistoffe andererseits gegen erhöhte Somatotoropin-, IGF-1- und Prolaktinwerte eingesetzt werden. Octreotid ist ein Somatostatin-Analogon, der als Gegenspieler zum Somatotropin wirkt. Pegvisomant ist ein rekombinant hergestelltes Protein, das als Antagonist am Somatotropin-Rezeptor wirkt und als Mittel der 2. Wahl bei erfolgloser Operation bzw. Strahlentherapie zum Einsatz kommt. Beide Arzneistoffe senken letztlich auch das IGF-1. Bromocriptin wird eingesetzt, wenn Symptome auf eine begleitende Hyperprolaktinämie zurückgehen wie z. B. das Galaktorrhoe-Amenorrhoe-Syndrom.

Patientenhinweis

Die Einnahme sollte zur Vermeidung von Nebenwirkungen zu oder nach den Mahlzeiten erfolgen.
Es ist besondere Vorsicht beim Umgang mit Maschinen und im Straßenverkehr geboten!
Auf die Einnahme von Alkohol sollte wegen einer verminderten Alkoholverträglichkeit verzichtet werden.

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Dosierung

Unterdrückung der Laktation:
1. Tag: 2 x täglich 1,25 mg peroral
Ab 2. Tag: 2 x täglich 2,5 mg peroral über 14 Tage

Galaktorrhoe-Amenorrhoe-Syndrom:
1. Tag: 1 x täglich 1,25 mg peroral abends
Ab 2. Tag: 3 x täglich 1,25 mg peroral (bis 3 x täglich 2,5 mg steigern)

Akromegalie:
Anfangs 1 x täglich 2,5 mg peroral
Steigerung auf 10-20 mg verteilt auf 4 Einzeldosen über 1-2 Wochen

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Nebenwirkungen

  Herzklappenveränderungen, Fibrosen

Ergotamin und ergoline Dopaminrezeptoragonisten wie Cabergolin und Bromocriptin können vor allem bei längerer Anwendung in höheren Dosen einen bindegewebsartigen Umbau oder entzündliche Prozesse in bestimmten Geweben hervorrufen. Besonders betroffen sind hierbei die Herzklappen, jedoch können u. a. auch Lunge, Herzbeutel und Bauchfell betroffen sein.

Personen mit vorbestehender Fribrose oder mit vorbestehenden Herzklappenveränderungen sind besonders gefährdet, weshalb eine Behandlung mit den oben genannten Substanzen vermieden werden sollte. Alle Personen, bei denen vor allem eine längerfristige Behandlung mit diesen Substanzen in Betracht gezogen wird, sollten sich regelmäßigen kardiologischen Untersuchungen unterziehen. Das Auftreten einer Fibrose kann sich während der Therapie z. B. durch Symptome wie Kurzatmigkeit, andauernden Husten und Brustschmerz, Schmerzen in der Lendengegend, Ödeme und Herzinsuffizienz bemerkbar machen.

Treten Fibrosen auf, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Gelegentlich können sich die Symptome dann wieder zurückbilden.

  Störungen des Herz-Kreislauf-Systems

Sehr häufig kommt es zu Synkopen (plötzlich auftretende, kurze Bewusstlosigkeit infolge einer Mangeldurchblutung im Gehirn) und zu einem Blutdruckabfall, der mit Bradykardie (Herzfrequenz < 60/min) einhergehen kann.
Selten kommt es auch zu Herzrythmusstörungen und ventrikulärer Tachykardie (Herzfrequenz > 100/min).
Da die oben angegebenen Nebenwirkungen die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können, sollte dieses besonders zu Beginn der Therapie nur unter besonderer Vorsicht oder gar nicht getan werden.

  Zentralnervöse Störungen inklusive Tagesmüdigkeit und Schlafattacken

Sehr häufig kommt es besonders zu Beginn der Therapie und bei gleichzeitiger Medikation mit Levodopa zu Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und depressiven Verstimmungen.

Häufig kommt es auch zu Schlafstörungen, psychomotorischer Unruhe, Sehstörung, visuellen Halluzinationen, Psychosen, Verwirrtheit, Benommenheit, Angst, Nervosität und Dyskinesie/Ataxie (unwillkürliche Bewegung/Störung der Koordination). Dies liegt daran, dass sich D2-Rezeptoren nicht nur auf den lactotropen Zellen sowie in der Substantia nigra und im Striatum befinden. Die hier angegebenen Nebenwirkungen kommen überwiegend durch einen Agonismus an D2-Rezeptoren des Cortex und des limbischen Systems zustande.

Tagesmüdigkeit und Schlafattacken können auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch plötzlich und ohne jegliche Warnzeichen auftreten. Daher ist besondere Vorsicht beim Umgang mit Maschinen oder im Straßenverkehr erforderlich. Alkohol kann das Risiko für Schläfrigkeit und Schlafattacken verstärken. Denjenigen Personen sollte dringend von der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr abgeraten werden, die bei sich unter der Therapie mit Dopaminagonisten bereits Schlafattacken oder vermehrte Schläfrigkeit festgestellt haben. Auch ein Absetzen bzw. Umstellen der Therapie sollte erwogen werden.

  Gastrointestinale Störungen

Es kann zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Obstipation usw. kommen. Dies liegt daran, dass sich D2-Rezeptoren nicht nur auf den lactotropen Zellen sowie in der Substantia nigra und im Striatum befinden. Die hier angegebenen Nebenwirkungen kommen überwiegend durch einen Agonismus an D2-Rezeptoren der Area postrema (Teil des Brechzentrums) zustande.

Die gastrointestinalen Nebenwirkungen treten vornehmlich zu Beginn der Behandlung auf und können abgemildert werden, wenn das Arzneimittel zusammen mit Nahrung eingenommen wird. Eine schnelle Dosissteigerung kann diese Nebenwirkungen provozieren.

  Gangrän

Substanzen aus der Klasse der Mutterkornalkaloide können zu Vergiftungserscheinungen führen, die sich z. B. durch Parästhesien in den Extremitäten (Kribbeln) bemerkbar machen oder bei chronischer Gabe den sogenannten Ergotismus hervorrufen: Krämpfe und Gangrän können die Folge sein.

Diese als Antoniusfeuer bezeichneten Nebenwirkungen traten häufig im Mittelalter auf, als mit Secale cornutum befallenes Korn zu Mehl vermahlen wurde.

  Muskelkrämpfe

Muskelkrämpfe treten häufig in den Beinen und Füßen auf.

  Allergische Hautreaktionen

Häufig kommt es zu schmerzhaften Schwellungen und Rötung der Gliedmaßen.

  Miktionsbeschwerden

  Mundtrockenheit, verstopfte Nase, Alopezie

Kontraindikationen

Psychosen

Psychische Erkrankungen werden häufig durch Störungen des dopaminergen und andrenergen Systems im Gehirn hervorgerufen. Bromocriptin greift agonistisch in das dopaminerge System ein (kann dadurch zu Psychosen führen) und zeigt auch Affinität zu verschiedenen adrenergen Rezeptoren.

Gestose

Ergotamin-Derivate sind in der Lage, Vasospasmen also Gefäßverkrampfungen auszulösen. Dieses kann bei Patienten mit pAVK, KHK oder Hypertonie (auch im Rahmen einer Eklampsie) zu einer schwerwiegenden Gefäßkomplikation (Angina pectoris, Minderdurchblutung der Extremitäten etc.) führen, sodass bei diesen Grunderkrankungen der Einsatz kontraindiziert ist.

Schwere kardiovaskuläre Grunderkrankungen

Ergotamin-Derivate sind in der Lage, Vasospasmen also Gefäßverkrampfungen auszulösen. Dieses kann bei Patienten mit pAVK, KHK oder Hypertonie (auch im Rahmen einer Eklampsie) zu einer schwerwiegenden Gefäßkomplikation (Angina pectoris, Minderdurchblutung der Extremitäten etc.) führen, sodass bei diesen Grunderkrankungen der Einsatz kontraindiziert ist.

Fibrosen

Ergotamin und ergoline Dopaminrezeptoragonisten wie Cabergolin und Bromocriptin können vor allem bei längerer Anwendung in höheren Dosen einen bindegewebsartigen Umbau oder entzündliche Prozesse in bestimmten Geweben hervorrufen. Besonders betroffen sind hierbei die Herzklappen, jedoch können u. a. auch Lunge, Herzbeutel und Bauchfell betroffen sein.

Personen mit vorbestehender Fribrose oder mit vorbestehenden Herzklappenveränderungen sind besonders gefährdet, weshalb eine Behandlung mit den oben genannten Substanzen vermieden werden sollte. Alle Personen, bei denen vor allem eine längerfristige Behandlung mit diesen Substanzen in Betracht gezogen wird, sollten sich regelmäßigen kardiologischen Untersuchungen unterziehen. Das Auftreten einer Fibrose kann sich während der Therapie z. B. durch Symptome wie Kurzatmigkeit, andauernden Husten und Brustschmerz, Schmerzen in der Lendengegend, Ödeme und Herzinsuffizienz bemerkbar machen.

Treten Fibrosen auf, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Gelegentlich können sich die Symptome dann wieder zurückbilden.

Herzklappenveränderungen

Ergotamin und ergoline Dopaminrezeptoragonisten wie Cabergolin und Bromocriptin können vor allem bei längerer Anwendung in höheren Dosen einen bindegewebsartigen Umbau oder entzündliche Prozesse in bestimmten Geweben hervorrufen. Besonders betroffen sind hierbei die Herzklappen, jedoch können u. a. auch Lunge, Herzbeutel und Bauchfell betroffen sein.

Personen mit vorbestehender Fribrose oder mit vorbestehenden Herzklappenveränderungen sind besonders gefährdet, weshalb eine Behandlung mit den oben genannten Substanzen vermieden werden sollte. Alle Personen, bei denen vor allem eine längerfristige Behandlung mit diesen Substanzen in Betracht gezogen wird, sollten sich regelmäßigen kardiologischen Untersuchungen unterziehen. Das Auftreten einer Fibrose kann sich während der Therapie z. B. durch Symptome wie Kurzatmigkeit, andauernden Husten und Brustschmerz, Schmerzen in der Lendengegend, Ödeme und Herzinsuffizienz bemerkbar machen.

Treten Fibrosen auf, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Gelegentlich können sich die Symptome dann wieder zurückbilden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Substanz sollte nur nach strenger Indikationsstellung in der Schwangerschaft appliziert werden, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen.
Soll eine Schwangerschaft bei Amenorrhoe durch Bromocriptin möglich werden, so sollte die Substanz umgehend nach Feststellung der Empfängnis abgesetzt werden.

Durch die Substanz kann es zu einer Verminderung der Milchbildung kommen.
Die Anwendung in der Stillzeit sollte nur erfolgen, wenn eine Prolaktinsenkung und damit eine Auswirkung auf die Milchbildung tatsächlich erwünscht ist.

Wechselwirkungen

  Andere Mutterkornalkaloide

Von einer Kombination verschiedener Mutterkornalkaloide und Derivate wird zumindest in der Langzeittherapie abgeraten. Dies stellt eine Vorsichtsmaßnahme dar, da nicht genau bekannt ist, welche Wechselwirkungen auftreten können.

Zu Ergotamintartrat wechseln

  Dopaminantagonisten z. B. Neuroleptika

Die gleichzeitige Verabreichung von Dopaminrezeptoragonisten (z. B. bei Parkinson oder Prolaktinomen) und Neuroleptika kann zu einer gegenseitigen Wirkabschwächung führen.

Jedoch kommt es im Rahmen einer Parkinsontherapie häufig zu einer Psychose, die behandlungsbedürftig ist. Hier empfehlen die Therapieleitlinien daher den Einsatz von Clozapin oder Quetiapin, da es hier zu einer weniger starken Beeinträchtigung der Parkinson Medikation kommt. Clozapin ist zu bevorzugen, hier muss aber eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes erfolgen, weil das Risiko einer Agranulozytose stark erhöht ist.
Alle anderen (klassischen und atypischen) Neuroleptika sollen bei einer Parkinson-Erkrankung nicht angewendet werden.

Umgekehrt werden bei Patienten mit parkinsonoiden Erscheinungsbildern (Dyskinesien) unter Neuroleptikatherapie mit Biperiden (Anticholinergikum) therapiert, da Dopaminagonisten oder Levodopa-Präparate die psychotische Situation verschlechtern würden.

Dopaminantagonisten z. B. Neuroleptika  anzeigen

  Antihypertensiva

Es kommt zu einer verstärkten Blutdrucksenkung (pharmakodynamische Wechselwirkung).

Antihypertensiva anzeigen

  Levodopa

Nach einer Dosissteigerung von Bromocriptin sollte die Levodopa-Dosis vermindert werden, um Levodopa-typische Nebenwirkungen zu verringern.

Levodopa  anzeigen

  Griseofulvin

Die gleichzeitige Einnahme von Griseofulvin kann die Wirkung von Bromocriptin aufheben.

  Tamoxifen

Die gleichzeitige Einnahme von Tamoxifen kann die Wirkung von Bromocriptin aufheben.

Zu Tamoxifen wechseln

  Octreotid

Die gleichzeitige Einnahme von Octreotid erhöht die Bioverfügbarkeit und damit die Wirkung von Bromocriptin.

  CYP3A4-Substrate

Die Cytochrom P450-Enzyme (kurz CYP) sind maßgeblich an der Biotransformation von Arzneimitteln beteiligt. CYP-Enzyme sind mischfunktionelle Monooxygenasen, d. h. sie führen ein Sauerstoffatom in das zu transformierende Molekül ein. Durch diese Reaktionen (z. B. Hydroxylierung, N- und S-Oxidation, N- und O-Desalkylierung, Desaminierung) werden die Moleküle hinsichtlich einer leichteren Eliminierbarkeit funktionalisiert. Die CYP-Enzyme weisen eine breite Substratspezifität auf und sind damit für die Biotransformation von vielen, auch strukturell unterschiedlichen Arzneistoffen von Bedeutung. Sowohl der Dünndarm als auch die Leber sind im Bezug auf die CYP-Enzyme die Schlüsselorgane, wobei letztere den höchsten CYP-Enzym-Gehalt aufweist. Häufig sind bestimmte CYP-Enzyme durch Arzneistoffe, aber auch durch Nahrungsbestandteile und Umweltgifte induzier- oder hemmbar. Von größter Bedeutung für die Metabolisierung von Arzneistoffen ist das Isoenzym 3A4.

Zur Gruppe der Arzneistoffe, die Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 hemmen, gehören Ciclosporin, Tacrolimus, Isoniazid, Aprepitant, Cimetidin, Chloramphenicol, Azol-Antimykotika (Ketoconazol, Itraconazol, Clotrimazol), Antibiotika (Erythromycin, Clarithromycin, NICHT Azithromycin), Virostatika (Delaviridin, Indinavir, Ritronavir, Nelfinavir), Diltiazem, Verapamil, Nifedipin, Felodipin u. a. Auch einige Lebensmittel wie z. B. Grapefruitsaft oder Sternfrucht (Karambole) hemmen CYP3A4. Eine besonders starke Hemmung des Isoenzyms 3A4 können z. B. Azolantimykotika und Virustatika hervorrufen.

Zur Gruppe der Induktoren von Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 gehören: Virostatika (Efavirenz, Nevirapin), Barbiturate (Phenobarbital), Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskrautextrakte, Oxcarbazepin, Rifabutin.

U. a. werden folgende Arzneistoffe über das Isoenzym 3A4 metabolisiert und daher als Substrate von CYP 3A4 bezeichnet: Benzodiazepine (Alprazolam, Diazepam), Calciumantagonisten (Nifedipin, Amlodipin), HMG-CoA-Reduktasehemmer (Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin; NICHT Fluvastatin und Pravastatin), Phosphodiesteradeinhibitoren (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil), Alfuzosin, Cabergolin, Ciclosporin, Indinavir, Montelukast.

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  Starke CYP3A4-Inhibitoren

Die Cytochrom P450-Enzyme (kurz CYP) sind maßgeblich an der Biotransformation von Arzneimitteln beteiligt. CYP-Enzyme sind mischfunktionelle Monooxygenasen, d. h. sie führen ein Sauerstoffatom in das zu transformierende Molekül ein. Durch diese Reaktionen (z. B. Hydroxylierung, N- und S-Oxidation, N- und O-Desalkylierung, Desaminierung) werden die Moleküle hinsichtlich einer leichteren Eliminierbarkeit funktionalisiert. Die CYP-Enzyme weisen eine breite Substratspezifität auf und sind damit für die Biotransformation von vielen, auch strukturell unterschiedlichen Arzneistoffen von Bedeutung. Sowohl der Dünndarm als auch die Leber sind im Bezug auf die CYP-Enzyme die Schlüsselorgane, wobei letztere den höchsten CYP-Enzym-Gehalt aufweist. Häufig sind bestimmte CYP-Enzyme durch Arzneistoffe, aber auch durch Nahrungsbestandteile und Umweltgifte induzier- oder hemmbar. Von größter Bedeutung für die Metabolisierung von Arzneistoffen ist das Isoenzym 3A4.

Zur Gruppe der Arzneistoffe, die Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 hemmen, gehören Ciclosporin, Tacrolimus, Isoniazid, Aprepitant, Cimetidin, Chloramphenicol, Azol-Antimykotika (Ketoconazol, Itraconazol, Clotrimazol), Antibiotika (Erythromycin, Clarithromycin, NICHT Azithromycin), Virostatika (Delaviridin, Indinavir, Ritronavir, Nelfinavir), Diltiazem, Verapamil, Nifedipin, Felodipin u. a. Auch einige Lebensmittel wie z. B. Grapefruitsaft oder Sternfrucht (Karambole) hemmen CYP3A4. Eine besonders starke Hemmung des Isoenzyms 3A4 können z. B. Azolantimykotika und Virustatika hervorrufen.

Zur Gruppe der Induktoren von Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 gehören: Virostatika (Efavirenz, Nevirapin), Barbiturate (Phenobarbital), Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskrautextrakte, Oxcarbazepin, Rifabutin.

U. a. werden folgende Arzneistoffe über das Isoenzym 3A4 metabolisiert und daher als Substrate von CYP 3A4 bezeichnet: Benzodiazepine (Alprazolam, Diazepam), Calciumantagonisten (Nifedipin, Amlodipin), HMG-CoA-Reduktasehemmer (Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin; NICHT Fluvastatin und Pravastatin), Phosphodiesteradeinhibitoren (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil), Alfuzosin, Cabergolin, Ciclosporin, Indinavir, Montelukast.

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  Zentral dämpfende Substanzen, Alkohol

Da Dopaminrezeptoragonisten selbst zu Tagesmüdigkeit und Halluzinationen führen können, sind in der Kombination additive Effekte zu befürchten.

Die Substanz vermindert die Alkoholverträglichkeit. Deshalb sollte unter der Therapie kein Alkohol getrunken werden.

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Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

SimpleSoft
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Wirkmechanismus

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Bromocriptin ist ein Peptid-substituiertes Ergotalkaloid-Derivat und zeigt eine direkte agonistische Wirkung an Dopamin-Rezeptoren mit besonderer Affinität zu D2-Rezeptoren. Durch eine Stimulation dieser Rezeptoren an den lactotrophen Zellen der Hypophyse wird die Freisetzung des Hypophysenvorderlappen-Hormons Prolaktin (Synonym: lactotropes Hormon) gehemmt. Prolaktin fördert die Milchbildung in der Laktationsperiode und eine Prolaktinhemmung führt zum Abstillen.
Andere Funktione der Hypophyse werden nicht beeinflusst.
Bei Akromegalie-Patienten kann allerdings über die Dopamin-Rezeptor-Stimulation eine Senkung der Wachstumshormonspiegel erreicht werden.
Im nigrostriatalen Bereich führt Bromocriptin zur postsynaptischen Dopamin-Rezeptor-Stimulation und ist damit zur Behandlung des Morbus Parkinson geeignet. Dies ist besonders erfolgreich, wenn die Patienten initial gut auf Levodopa angesprochen haben, aber nicht befriedigend eingestellt werden konnten.

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Patientenhinweis

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Wird keine Schwangerschaft gewünscht, so müssen unter der Therapie entsprechende Verhütungsmaßnahmen ergriffen werden. Ansonsten muss die Therapie sofort nach der Konzeption abgebrochen werden.

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Dosierung

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Die Therapie sollte einschleichend beginnen und die Dosis vorsichtig gesteigert werden. Die maximale Dosis beträgt 30 mg Bromocriptin am Tag.
Die Einnahme sollte nicht auf nüchternen Magen, sondern zu oder nach einer Mahlzeit erfolgen. Dies führt zu einer langsameren Resorption und damit zu weniger Nebenwirkungen.

Bei postpartalem Milchstau wird eine Einmaldosis von 2,5 mg Bromocriptin gegeben, die gegebenenfalls nach 6-12 Stunden wiederholt werden kann. Genauere Hinweise zur Dosierung und Anwendungsdauer können für die jeweiligen Erkrankungen der Fachinformation entnommen werden.

Bei Leberfunktionsstörungen muss eine Dosisreduktion erfolgen.

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