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Cromoglicinsäure (Broncholytika / Antiasthmatika)

Einteilung

Broncholytika / Antiasthmatika

Cromoglicinsäure

Wirkmechanismus

Hemmung der Mediatorfreisetzung durch Stabilisierung der Mastzellmembran

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Anwendung

Prophylaxe bei allergischem und nichtallergischem Asthma

Da die volle Wirksamkeit erst nach 1-4 Wochen erreicht ist, eignet sich die Substanz nicht für die Anwendung bei akuten Anfällen.
Bei Kindern besonders geeignet, um Wachstumsstörungen zu vermeiden.

Das Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Bronchialsystems, welche anfallsweise zu Atemnot führt. Ursächlich ist hierbei eine Verengung des luftleitenden Systems (Obstruktion) durch 1) Verkrampfung des Bronchialmuskulatur, 2) Ödembildung in der Bronchialschleimhaut und 3) übermäßige Bildung von zähem Schleim (Hyper/Dyskrinie). Die Symptome des Anfalls gliedern sich auf in teils bedrohliche Atemnot, exspiratorische Atemgeräusche wie Giemen und Brummen (Exspiratorischer Stridor) und das Abhusten zähen glasigen Schleims. Auslöser dieser pathologischen Mechanismen sind zum einen eine allergische Reaktion vom Soforttyp und zum anderen eine Hyperreagibilität auf unspezifische Reize wie kalte Luft, Vireninfektionen, staubhaltige Luft etc. Im Gegensatz zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind die Symptome des Asthma bronchiale nach dem Anfall vollständig reversibel.
Bei einer Dauermedikation sollte stets eine antiinflammatorische Begleitbehandlung erfolgen.

Stufenschema der Deutschen Atemwegsliga zur Behandlung des Asthma bronchiale:

Die Behandlung von Asthma richtet sich nach der jeweiligen Asthmakontrolle (kontrolliertes, teilweise kontrolliertes, unkontrolliertes Asthma). Die Einteilung der Asthmakontrolle erfolgt anhand klinisch leicht zu erfassender Parameter, wie z. B. der Anzahl der Symptome tagsüber und nachts oder wie häufig die Bedarfs- oder Notfallmedikation eingesetzt werden musste. Die Angaben beziehen sich auf den Zeitraum einer Woche.
Zum Erreichen eines kontrollierten Asthmas stehen fünf Therapiestufen mit unterschiedlichen Therapieoptionen zur Verfügung. Nur der bisher unbehandelte Patient beginnt auf einer seinem Asthamschweregrad entsprechenden Therapiestufe. Bei allen anderen Patienten richtet sich die Therapie nach dem aktuellen Grad der Asthmakontrolle. Das bedeutet, dass eine eventuelle Therapieanpassung innerhalb des Stufenschemas nach oben ("step up") oder auch nach unten erfolgen kann ("step down") kann.
Grundlage auf allen Stufen ist eine Asthmaschulung und die Vermeidung inhalativer Reizstoffe.

Stufe 1:
Bei Bedarf Inhalation eines kurz wirksamen β2-Sympathomimetikums (z. B. Salbutamol).

Stufe 2:
Bei Bedarf Inhalation eines kurz wirksamen β2-Sympathomimetikums und regelmäßige Inhalation einer niedrigen Dosis eines inhalativen Corticosteroids (z. B. Beclometason). In begründeten Fällen steht als Alternative für die Dauermedikation der Leukotrienrezeptorantagonist Montelukast zur Verfügung.

Stufe 3:
Bei Bedarf Inhalation eines kurz wirksamen β2-Sympathomimetikums und regelmäßige Inhalation einer niedrigen Dosis eines inhalativen Corticosteroids und regelmäßige Inhalation eines lang wirksamen β2-Sympathomimetikums (z. B. Formoterol). In begründeten Fällen stehen als Alternative für die Dauermedikation mittel- bis hochdosierte inhalative Corticosteroide oder niedrigdosierte inhalative Corticosteroide plus den Leukotrienrezeptorantagonisten Montelukast oder niedrigdosierte Corticosteroide plus Theophyllin zur Verfügung.

Stufe 4:
Bei Bedarf Inhalation eines kurz wirksamen β2-Sympathomimetikums und regelmäßige Inhalation eines mittel- bis hochdosierten inhalativen Corticosteroids und regelmäßige Inhalation eines lang wirksamen β2-Sympathomimetikums. Gegebenenfalls können zusätzlich der Leukotrienrezeptorantagonist Montelukast und/oder Theophyllin gegeben werden. Diese beiden Medikamente stehen auch in begründeten Fällen als Alternative für das lang wirksamen β2-Sympathomimetikum zur Verfügung.

Stufe 5:
Auf Stufe 5 wird analog zu Stufe 4 behandelt. Zusätzlich steht hier aber die Gabe eines oralen Corticosteroids zur Verfügung. Außerdem wird bei IgE-vermittelter Krankheitsursache der monoklonale Anti-IgE-Antikörper Omalizumab eingesetzt.

Patientenhinweis

Geeignet nur zur prophylaktischen Anwendung, da die Wirkung erst nach 1-4 Wochen eintritt.
Vor der ersten Anwendung sollte eine genaue Einführung in die Handhabung des Inhalators erfolgen.

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Dosierung

4 x täglich je nach Applikationsart 2-20 mg inhalieren

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Nebenwirkungen

  Husten

Jede Inhalationstherapie kann zu lokalen Irritationen von Mund- und Bronchialschleimhaut führen. Dieses kann zu einer Verschlechterung des Asthmas führen mit Husten, Atemnot und Keuchen. Die schwerste Form ist dabei ein durch die Inhalation ausgelöster Bronchospasmus, der eine sofortige Therapie mit einem kurzwirksamen Broncholytikum wie z. B. Salbutamol erforderlich macht.

Deshalb sind Patienten darüber zu informieren, immer ein kurzwirksames Broncholytikum für den Bedarfsfall bei sich zu tragen. Das den Bronchospasmus auslösende Inhalativum muss sofort abgesetzt werden. Über eine eventuelle Fortsetzung der Therapie muss der behandelnde Arzt entscheiden.

Kontraindikationen

Wechselwirkungen

Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

SimpleSoft
Hilfe Impressum

Wirkmechanismus

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Binden Antigene an passende IgE Antikörper auf Mastzellen, so kommt es durch den Einstrom von Calcium-Ionen zur Degranulation, d. h. der Inhalt von Granula aus den Mastzellen wird an das umliegende Gewebe abgegeben. So kommt es zur Freisetzung von Mediatormolekülen wie Histamin oder Kininen und zur Provokation der Bildung von Prostaglandinen und Leukotrienen aus Arachidonsäure. Dies führt im Bereich der Lunge zu einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur. Dort wie auch z. B. am Auge und der Nase treten ein Anschwellen der Schleimhäute und einer vermehrten Sekretabsonderung auf.
Cromoglicinsäure wirkt der IgE-vermittelten und zusätzlich auch der nicht immunologischen Degranulation von Mastzellen und anderen Entzündungszellen durch Blockade von Calciumkanälen entgegen.
Da die Substanz sehr polar ist, wird sie kaum resorbiert und muss deshalb lokal angewendet werden. Der bei der Inhalation verschluckte Anteil wird fast vollständig mit den Fäzes wieder ausgeschieden.
Da eine bereits ausgelöste allergische Reaktion durch Cromoglicinsäure nicht mehr behandelt werden kann, eignet sich die Substanz nur zur Prophylaxe. Bis zum Erreichen eines effektiven Schutzes braucht es ca. 1-4 Wochen.

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Patientenhinweis

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Anwendung eines Dosieraerosols:
Vor der ersten Anwendung: Dosieraerosol 2 x betätigen
Bei jeder Anwendung:
  • Schutzkappe entfernen
  • Tief ausatmen
  • Dosieraerosol so in die Hand nehmen, dass das Mundstück nach unten und der Pfeil auf dem Behälter nach oben zeigt
  • Mundstück mit den Lippen fest umschließen
  • Tief einatmen und dabei fest auf den Boden des Behälters drücken, damit ein Hub ausgelöst wird; Atem einige Sekunden anhalten, dann das Mundstück aus dem Mund nehmen und langsam ausatmen
  • Schutzkappe wieder aufsetzen

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Dosierung

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Inhalationslösung:
4 x täglich 1 Ampulle (je 20 mg) mit einem Vernebler inhalieren
Dosieraerosol:
4 x täglich 2 Hübe (1 Hub = 1 mg) inhalieren

Um eine ausreichende Wirkung zu erreichen kann bis zu 6 x täglich das Doppelte der angegebenen Dosis inhaliert werden.
Ist eine ausreichende Wirkung erreicht, so kann langsam versucht werden, die Dosis soweit zu senken, dass die Wirkung gerade noch ausreichend ist.

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