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Duloxetin (Urologika)

   

Einteilung

Urologika

Spasmolytika

Wirkmechanismus

Antidepressivum:
Selektiver Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer

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Anwendung

Zur Behandlung von Frauen mit mäßiger bis schwerer Belastungsinkontinenz

Eine Belastungsinkontinenz (älterer Begriff: Stressinkontinenz, englisch: Stress Urinary Incontinence, SUI) bezeichnet den ungewollten Urinabgang bei einer intraabdominellen Druckerhöhung. Durch eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur inklusive deren Haltebändern wird die Funktion des Harnblasenschließmuskels (Musculus sphincter urethrae) gestört. Häufig kommt auch noch eine Absenkung  (Descensus) von Vagina und Uterus (Gebärmutter) hinzu, so dass bei intraabdomineller Drucksteigerung der Druck nur noch auf die Harnblase wirkt, nicht aber mehr auf die nun ausserhalb des Bauchraums liegende Urethra (Harnröhre). Erschwerend kann eine Schwächung des die Harnröhre fixierenden Bandapparates hinzukommen, der sie bei einer Druckerhöhung komprimieren soll. Die häufigste Ursache für eine Beckenbodenschwäche sind mehrfache Geburten, so dass wesentlich mehr Frauen als Männer von einer Belastungsinkontinenz betroffen sind. Andere Ursachen sind Unfälle oder traumatische Schäden im Rahmen von Operationen im Bereich des Beckens (z. B. Prostata-Entfernung). Übergewicht ist ein begünstigender Faktor, da der Druck auf den Beckenboden steigt und es zu einer relativen Beckenbodenschwäche kommen kann. Die Belastungsinkontinenz wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt:
  • Grad 1: Ungewollter Urinabgang erst bei schweren körperlichen Belastungen wie Lachen, Niesen, Husten, Hüpfen, Springen
  • Grad 2: Ungewollter Urinabgang schon bei leichten körperlichen Belastungen wie Treppensteigen, Gehen, Hinsetzen, Aufstehen
  • Grad 3: Ungewollter Urinabgang im Stehen
  • Grad 4: Ungewollter Urinabgang im Liegen

Die Anamnese des Patienten ist bei der Diagnostik zielführend. Ein Harnwegsinfekt muss unbedingt ausgeschlossen werden, da ein unwillkürlicher Urinabgang auch ein -häufig alleiniges- Symptom einer gereizten Harnblase sein kann. Daher sollte ein Urinstatus erhoben werden. Eine weiterführende Diagnostik (z. B. Cystoskopie) richtet sich nach dem Schweregrad der Beschwerden.
Vor einer operativen Behandlung stehen mehrere konservative Behandlungsmethoden zur Verfügung. Bei Übergewicht verbessert eine Gewichtsreduktion um 5 %  bereits die Inkontinenzbeschwerden. Allen postmenopausalen Frauen mit Belastungsinkontinenz sollte eine lokale Estrogenbehandlung empfohlen werden, unabhängig davon, ob eine vaginale Atrophie vorliegt oder nicht. Bei krankhafter Lageveränderung des Uterus verbessern intrauterine Pessare die Lebensqualität und Kontinenz-Rate der betroffenen Patientinnen deutlich. Zusätzlich sollte immer noch ein Beckenbodentraining und Blasentraining angestrebt werden. Das Beckenbodentraining sollte immer mit einem akustischen oder visuellen Biofeedback einhergehen, durch das dem Patienten die eigentlich unbewusst ablaufende Körperfunktion der Harnentleerung sicht- bzw. hörbar gemacht wird. Durch diese Signale lernt man, die entsprechende Körperfunktion bewusst wahrzunehmen und die Kontrolle darüber zurückzugewinnen. Eine weitere erfolgreiche Methode zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur ist der Einsatz eines Vaginalkonus, der als Hilfsmittel bei Inkontinenz rezeptiert werden darf. Durch ein hohes Eigengewicht des Konus sinkt er nach unten und erzeugt ein Gefühl des „Verlierens“, dem die Beckenbodenmuskulatur entgegenwirkt. Das Blasentraining beinhaltet das Führen eines Miktionsprotokolls. Die Toilettengänge werden zeitlich festgelegt und die Intervalle schrittweise um einige Minuten verlängert, bei Misserfolgen wieder verkürzt. Auf der Toilette sollte zunächst immer versucht werden, die Miktion einige Sekunden bewusst zu verzögern.
Als einzige medikamentöse Maßnahme bei mittelschwerer bis schwerer Belastungsinkontinenz steht der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer Duloxetin zur Verfügung. Bei Tagesdosen von 80 mg reduziert Duloxetin die Belastungs- und Dranginkontinenz-Episoden. Allerdings gibt es viele Therapieabbrüche durch zum Teil erhebliche gastrointestinale und zentralnervöse Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Obstipation, Schwindel, Schlaflosigkeit und Müdigkeit.
Operativ wird heute meistens eine  minimal-invasive TVT-Operation (tension-free vaginal tape) durchgeführt, bei der ein spannungsfreies Band unter die Harnröhre gelegt und nach oben zur Harnblase geführt wird. Die Erfolgsraten liegen über 70 % und die Lebensqualität der Patientinnen wird deutlich erhöht.

Patientenhinweis

Die Wirkung setzt erst nach 2-4 Wochen in vollem Umfang ein.
Sollte es zu Suizidgedanken oder suizidalen Handlungen kommen, ist sofort ein Arzt aufzusuchen.
Absetzsyndrom möglich. Ausschleichen!

Dosierung

2 x täglich 40 mg peroral

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Nebenwirkungen

  Anticholinerge Nebenwirkungen

Acetylcholin, das aus Cholin synthetisiert wird, ist der wichtigste aktivierende Neurotransmitter des Parasympathikus. Es erregt m- und n-Cholinozeptoren. Bei Aktivierung des Parasympathikus werden vor allem trophotrope Reaktionen hervorgerufen, d. h. Vorgänge zur Wiederherstellung des Organismus. So sinkt z. B. die Herzfrequenz und im Verdauungstrakt sowie im Bronchialsystem wird vermehrt Sekret abgegeben. Außerdem wird die Pupille verengt und das Auge nahakkomodiert. Das erste Anzeichen einer anticholinergen Nebenwirkung ist die Mundtrockenheit.
An verschiedenen Organen ergeben sich verschiedene cholinerge und anticholinerge Wirkungen:

ZNS
  • Cholinerge Wirkung (über M1): Kognitive Fähigkeiten wie Lernen und Aufmerksamkeit
  • Anticolinerge Wirkung: Hemmung der Kognitiven Fähigkeiten
  • Anticholinerge Symptome: Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Verwirrung


Auge
  • Cholinerge Wirkung (über M1): Miosis (über Aktivierung des Musculus sphincter pupillae), Nahakkomodation (über Aktivierung des Musculus ciliaris), Sekretionssteigerung
  • Anticholinerge Wirkung: Mydriasis (durch Hemmung des Musculus ciliaris), Fernakkomodation (über Hemmung des Musculus spincter pupillae), Sekretionsverminderung
  • Anticholinerge Symptome: Mydriasis, Akkomodationsstörungen, erhöhte Lichtempfindlichkeit, trockene Augen, erhöhter Augeninnendruck

Herz
  • Cholinerge Wirkung (über M2): Herzfrequenz sinkt, Überleitungsgeschwindigkeit sinkt, Kontraktilität sinkt
  • Anticholinerge Wirkung: Herzfrequenz steigt
  • Anticholinerge Symptome: Tachykardie, Orthostatische Dysregulation, Herzrhythmusstörungen

Bronchialsystem
  • Cholinerge Wirkung (über M3): Sekretionssteigerung, Muskelkontraktion
  • Anticholinerge Wirkung: Sekretionsverminderung, Erschlaffen der Muskulatur
  • Anticholinerge Symptome: Verstopfte Nase, trockene Schleimhäute

Verdauungstrakt
  • Cholinerge Wirkung (über M3): Sekretionssteigerung, Kontraktion der glatten Muskulatur, Erschlaffen der Sphinkteren
  • Anticholinerge Wirkung: Sekretionsverminderung, Erschlaffen der glatten Muskulatur, Kontraktion der Sphinkteren
  • Anticholinerge Symptome: Mundtrockenheit, Durst, Obstipation

Urogenitaltrakt
  • Cholinerge Wirkung (über M3): Sekretionssteigerung, Kontraktion der glatten Muskulatur, Erschlaffen der Sphinkteren
  • Anticholinerge Wirkung: Sekretionsverminderung, Erschlaffen der glatten Muskulatur, Kontraktion der Sphinkteren
  • Anticholinerge Wirkung: Harnverhalt, Miktionsstörungen

Haut
  • Cholinerge Wirkung (über Sympathikus): Sekretionssteigerung der Schweißdrüsen
  • Anticholinerge Wirkung: Sekretionshemmung der Schweißdrüsen
  • Anticholinerge Symptome: Trockene Haut (= Kein Schwitzen!)


  Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems

Es kann u. a. zu Herzklopfen, Tachykardie, supraventrikulären Arrhythmien, Hypertonie und hypertensiven Krisen kommen.

  Allgemeine Beschwerden (z. B. Müdigkeit)

Es kann u. a. zu Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus, eingeschränktem Reaktionsvermögen, Müdigkeit, Hitzewallungen, Schmerzen, Krämpfen, Gewichtsveränderung, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Schwäche, Abdominalscherzen, vermehrter Schweißproduktion, Angst und Unwohlsein kommen.

  Erkrankungen des quergestreiften Muskelgewebes

Es kann häufig zu Schmerz, Steifigkeit und Krämpfen der Muskulatur kommen. Gelegentlich werden Muskelzuckungen berichtet. Über Serotonin und Noradrenalin kann eine gesteigerte Kontraktilität quergestreifter Muskulatur hervorgerufen werden.

  Gastrointestinale Beschwerden

Gastrointestinale Beschwerden treten besonders zu Beginn der Therapie sehr häufig auf. So kann es u. a. zu Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Diarrhoe und Obstipation kommen.

  Hepatitis, akute Leberschädigung

  Serotoninsyndrom

Ein Serotoninsyndrom kann auftreten, wenn Arzneistoffe kombiniert bzw. überdosiert werden, die die Konzentration von Serotonin im synaptischen Spalt erhöhen. Durch diese erhöhte Konzentration kommt es zu einer Übererregung der Neurone, die sich in Hyperthermie, Rigidität, Myoklonus, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Schwitzen oder Schüttelfrost, Fieber, Delirium bis hin zum Koma äußert. Ein typisches Beispiel ist die Kombination von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern mit (irreversiblen unspezifischen) MAO-Hemmern.

  Suizidgedanken, suizidales Verhalten

Auch wenn die Substanz in der Indikation "Belastungsinkontinenz" eingesetzt wird, sollten Patientinnen identifiziert werden, die unter Depressionen leiden oder in ihrer Vorgeschichte von suizidalen Gedanken oder Suizidversuchen betroffen waren. Die Patientinnen sollten informiert werden, dass beim Auftreten dieser Nebenwirkung ein rasches Ansprechen des behandelnden Arztes notwendig ist.

  Störung der Geschlechtsorgane

Es kann zu Libidoverlust, erektiler Dysfunktion, Ejakulationsstörungen, gynäkologischen Blutungen und menopausalen Symptomen kommen.

Der Grund, warum Antidepressiva zu einer Störung der sexuellen Funktion führen, ist nicht geklärt. Ein diskutierter Grund ist die vermehrte Ausschüttung von Prolaktin. Dieser Erklärungsansatz beruht auf Beobachtungen von sexuellen Funktionsstörungen beim Einsatz von Neuroleptika, welche Dopaminantagonisten sind. Dopamin ist der physiologische Gegenspieler des Prolaktins. Zudem ist bekannt, dass eine Hyperprolaktinämie (vermehrtes Prolaktin im Blut), bei Frauen mit Hypophysentumoren zu einer Unfruchtbarkeit und sexuellen Funktionsstörungen führt. Allerdings haben Antidepressiva einen eher geringen Effekt auf Dopaminrezeptoren, sodass andere Erklärungsansätze von Nöten sind.

  Entzugssymptome

Soll das Arzneimittel abgesetzt werden, so sollte eine Dosisreduktion über mindestens zwei Wochen erfolgen. Trotzdem kann es sein, dass nicht tolerierbare Symptome auftreten. Dann sollte die vorige Dosis wieder eingenommen werden und langsamer ausgeschlichen werden.
Mögliche Enzugssymptome sind Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Parästhesien (Fehlempfindung), Reizbarkeit, Alpträume, Tremor und Angst.
Diese Symptome können bereits auftreten, wenn eine Einnahme vergessen wurde.  

Kontraindikationen

(Unkontrollierter) Bluthochdruck

Hat der Patient einen unkontrollierbaren Bluthochdruck, so darf die Substanz nicht angewendet werden. Es bestünde sonst die Gefahr einer hypertensiven Krise.
Hat der Patient einen kontrollierten Bluthochdruck, so muss dieser in den ersten Wochen der Duloxetin-Applikation sorgfältig überwacht werden.

Epilepsie, Manie, bipolare affektive Störungen

Da die Symptome verstärkt werden können, ist bei der Anwendung Vorsicht geboten.

Leberfunktionsstörungen

Die Leber stellt das wichtigste Organ für die Biotransformation von Arzneistoffen dar. Häufig wird durch die Verstoffwechselung von Arzneistoffen deren Ausscheidung erst ermöglicht: Arzneistoffe mit Molekulargewicht über 500 können über Leber und Galle ausgeschieden werden, wohingegen man leichtere Arzneistoffe häufiger im Urin findet.

Ist die Funktion der Leber eingeschränkt, kann dies für die Arzneimitteltherapie insofern von Bedeutung sein, als dass Arzneistoffe länger im Organismus verbleiben, da die vor der Ausscheidung notwendige Biotransformation mehr Zeit beansprucht. In vielen Fällen wird daher eine Herabsetzung der Dosis oder des Dosierintervalles sowie eine Überwachung der Wirkstoffspiegel angezeigt sein, ggf. ist die Gabe des betreffenden Arzneistoffes sogar kontraindiziert. Möglich ist jedoch auch der Fall, dass ein unwirksames Prodrug durch die Leber nur verzögert oder gar nicht in die aktive Wirkform überführt werden kann.

Schwere Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance <30 ml/min)

Die Niere stellt das wichtigste Organ für die Ausscheidung von Arzneistoffen und deren Stoffwechselprodukten dar. Ist die Funktionsfähigkeit der Niere herabgesetzt, verbleiben Arzneistoffe und ggf. auch wirksame oder toxische Stoffwechselprodukte länger im Organismus.

Für die Arzneimitteltherapie bedeutet dies, dass bei Substanzen, die zu einem wesentlichen Teil über die Nieren aus dem Organismus entfernt werden, die Dosis des Arzneistoffes herabzusetzen und/oder die Wirkstoffspiegel genau zu überwachen sind. Gerade dann, wenn toxische Metabolite nicht mehr ausreichend über die Niere entfernt werden können, kann auch eine absolute Kontraindikation gegeben sein. Als geeignetes Maß für die Funktionstüchtigkeit der Niere hat sich die sogenannte Kreatinin-Clearance durchgesetzt.

Ob eine Dosisanpassung wegen einer Einschränkung der Nierenfunktion vorgenommen werden sollte, kann anhand folgender Faustregel abgeschätzt werden: Die Kreatinin-Clearance liegt unter 50 ml/min und der normalerweise über eine funktionstüchtige Niere ausgeschiedene Anteil der resorbierten Dosis liegt über 50-70 % (tabellierter Wert, sogenanntes Q-Null-Konzept). Verbindliche Hinweise zu dem jeweiligen Arzneistoff gibt die Fachinformation!

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Es liegen keine Daten für Kinder und Jugendliche vor.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Substanz sollte nur nach strenger Indikationsstellung in der Schwangerschaft appliziert werden, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen.
In Tierversuchen haben sich embryotoxische/teratogene Wirkungen gezeigt.

Die Substanz geht in die Muttermilch über. Für die Anwendung in der Stillzeit liegen nur unzureichende Daten vor.

Wechselwirkungen

  MAO-Hemmer

Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) hemmen das Enzym, welches die Monoamine wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin im synaptischen Spalt abbaut. Bei gleichzeitiger Gabe verbleiben diese Botenstoffe im synaptischen Spalt, weil sie weder abgebaut noch wiederaufgenommen werden, und können damit eine Übererregung (Serotoninsyndrom) auslösen. Dabei kommt es zu einer Übererregung der Neurone, die sich in Hyperthermie, Rigidität, Myoklonus, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Schwitzen oder Schüttelfrost, Fieber, Delirium bis hin zum Koma äußert.

Bei Moclobemid soll diese Wechselwirkung weniger ausgeprägt sein als bei Tranylcypromin. Eine gleichzeitige Gabe ist aber trotzdem kontraindiziert.
Unter strenger Kontrolle darf das Reserve-Antibiotikum Linezolid, welches ebenfalls die MAO hemmt, verabreicht werden.

MAO-Hemmer anzeigen

  Serotoninerge Arzneimittel

Ein Serotoninsyndrom kann auftreten, wenn Arzneistoffe kombiniert bzw. überdosiert werden, die die Konzentration von Serotonin im synaptischen Spalt erhöhen. Durch diese erhöhte Konzentration kommt es zu einer Übererregung der Neurone, die sich in Hyperthermie, Rigidität, Myoklonus, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Schwitzen oder Schüttelfrost, Fieber, Delirium bis hin zum Koma äußert.
Substanzen, die in Kombination mit Duloxetin zu einem Serotoninsyndrom führen können sind selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, trizyklische Antidepressiva, Johanniskraut, Venflaxin, Triptane, Tramadol, Pethidin und Tryptophan.

Serotoninerge Arzneimittel  anzeigen

  Antikoagulantien / Thrombozytenaggregationshemmer

Es wurde eine erhöhte Blutungsneigung beobachtet.

  Starke CYP1A2-Inhibitoren z. B. Ciprofloxacin

Die Cytochrom P450-Enzyme (kurz CYP) sind maßgeblich an der Biotransformation von Arzneimitteln beteiligt. CYP-Enzyme sind mischfunktionelle Monooxygenasen, d. h. sie führen ein Sauerstoffatom in das zu transformierende Molekül ein. Durch diese Reaktionen (z. B. Hydroxylierung, N- und S-Oxidation, N- und O-Desalkylierung, Desaminierung) werden die Moleküle hinsichtlich einer leichteren Eliminierbarkeit funktionalisiert. Die CYP-Enzyme weisen eine breite Substratspezifität auf und sind damit für die Biotransformation von vielen, auch strukturell unterschiedlichen Arzneistoffen von Bedeutung. Sowohl der Dünndarm als auch die Leber sind im Bezug auf die CYP-Enzyme die Schlüsselorgane, wobei letztere den höchsten CYP-Enzym-Gehalt aufweist. Häufig sind bestimmte CYP-Enzyme durch Arzneistoffe, aber auch durch Nahrungsbestandteile und Umweltgifte induzier- oder hemmbar.

Zur Gruppe der Arzneistoffe, die Cytochrom P450 Isoenzym 1A2 hemmen, gehören u. a. bestimmte Gyrasehemmer (wie Ciprofloxacin, Norfloxacin), Fluvoxamin, Cimetidin und Methoxsalen. Induziert werden kann das Isoenzym z. B. durch das Rauchen von Tabak.
U. a. werden folgende Arzneistoffe über das Isoenzym 1A2 metabolisiert und daher als Substrate von CYP 1A2 bezeichnet: Methylxanthine (Theophyllin, Coffein), atypische Neuroleptika (Olanzapin, Clozapin).

Starke CYP1A2-Inhibitoren z. B. Ciprofloxacin  anzeigen

  CYP2D6-Substrate z. B. Metoprolol

Die Cytochrom P450-Enzyme (kurz CYP) sind maßgeblich an der Biotransformation von Arzneimitteln beteiligt. CYP-Enzyme sind mischfunktionelle Monooxygenasen, d.h. sie führen ein Sauerstoffatom in das zu transformierende Molekül ein. Durch diese Reaktionen (z.B. Hydroxylierung, N- und S-Oxidation, N- und O-Desalkylierung, Desaminierung) werden die Moleküle hinsichtlich einer leichteren Eliminierbarkeit funktionalisiert. Die CYP-Enzyme weisen eine breite Substratspezifität auf und sind damit für die Biotransformation von vielen, auch strukturell unterschiedlichen Arzneistoffen von Bedeutung. Sowohl der Dünndarm als auch die Leber sind im Bezug auf die CYP-Enzyme die Schlüsselorgane, wobei letztere den höchsten CYP-Enzym-Gehalt aufweist. Häufig sind bestimmte CYP-Enzyme durch Arzneistoffe, aber auch durch Nahrungsbestandteile und Umweltgifte induzier- oder hemmbar.

Zur Gruppe der Arzneistoffe, die Cytochrom P450 Isoenzym 2D6 hemmen, gehören die antidepressiv wirkenden selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (Citalopram, Fluoxetin, Paroxetin), der kombinierte Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer Duloxetin, außerdem z.B. Celecoxib und Terbinafin.

Zur Gruppe der Induktoren von Cytochrom P450 Isoenzym 2D6 gehören: Dexamethason und Rifampicin sowie möglicherweise auch die Interferone.

U. a. werden folgende Arzneistoffe über das Isoenzym 2D6 metabolisiert und daher als Substrate von CYP 2D6 bezeichnet: Atomoxetin, Metoprolol, Cabergolin, Dextromethorphan.

CYP2D6-Substrate z. B. Metoprolol  anzeigen

  Alkohol, Sedativa

Bei der gleichzeitigen Anwendung der Substanz mit Alkohol oder Sedativa ist Vorsicht geboten, da die Wechselwirkungen noch nicht ausreichend untersucht sind.

Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

SimpleSoft
Hilfe Impressum

Wirkmechanismus

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Die Substanz hemmt sowohl die Wiederaufnahme von Serotonin, als auch von Noradrenalin. Im Tierexperiment konnte gezeigt werden, dass infolge der Wiederaufnahmehemmung eine verstärkte Kontraktilität des quergestreiften Harnröhrenschließmuskels erzielt werden konnte, was die Wirksamkeit der Substanz bei der Belastungsurininkontinenz erklärt.

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Patientenhinweis

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Dosierung

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Die empfohlene Dosis liegt bei 2 x täglich 40 mg Duloxetin. Manche Patientinnen können von einer Startdosis von 2 x täglich 20 mg Duloxetin profitieren, bevor auf die Zieldosis von 2 x 40 mg erhöht wird. Ein solches Auftitrieren der Dosis kann das Risiko von früh auftretenden unerwünschten Wirkungen, insbesondere Übelkeit und Schwindel, reduzieren. Nach 2-4 Wochen sollten Nutzen und Verträglichkeit der Behandlung bewertet werden. Dieses sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, da die Behandlung in Studien nur über 3 Monate verfolgt wurde.

Die (gleichzeitige) nichtmedikamentöse Therapie mit einem Beckenbodentraining sollte als Option auf jeden Fall in Betracht gezogen werden, da die Kombination beider Maßnahmen bessere Resultate erwarten lässt als die jeweilige Einzelmaßnahme alleine.

Zur Beendigung der Therapie sollte immer über mindestens 2 Wochen ausgeschlichen werden, da es sonst zu Absetzsymptomen wie Schwindel, sensorische Beeinträchtigungen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Agitation oder Ängstlichkeit, Übelkeit und/oder Erbrechen, Tremor, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Diarrhoe, vermehrtem Schwitzen und Drehschwindel kommen kann.

Bei Patientinnen mit leichten bis mittelschweren Nierenfunktionsstörungen (Creatinin-Clearance 30-80 ml/min) ist keine Dosisanpassung notwendig. Bei Patientinnen mit schweren Nierenfunktionsstörungen (Creatinin-Clearance < 30 ml/min) oder bei Leberfunktionsstörungen (Child Pugh A-C) ist die Anwendung von Duloxetin kontraindiziert.

Eine Anwendung ist bisher nur für Erwachsene empfohlen, da für Kinder und Jugendliche keine Daten vorliegen.

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