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Hydroxychloroquin

       

Einteilung

Schmerz und Entzündung

Basistherapeutika

Wirkmechanismus

Immunsuppressivum aus der Klasse der Aminochinoline:
DMARD (disease modifying antirheumatic drug)

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Anwendung

Rheumatoide Arthritis

Bei den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises liegt kausal ein autoimmunologisches Phänomen zugrunde, welches zusätzlich einer gewissen genetischen Prädisposition bedarf. Wie bei anderen autoimmunologisch bedingten Erkrankungen auch, ist der auslösende Trigger oftmals unbekannt. Es kommt jedenfalls zu einer Aktivierung des Immunsystems, dessen Zellen in den betroffenen Gelenken oder Organen Entzündungsmediatoren (Zytokine) freisetzen und damit eine Entzündungsreaktion in Gang setzen. Dieses äußert sich in den klassischen Entzündungsanzeichen Rötung, Schwellung, Hitze, Schmerz und Funktionsbeeinträchtigung, wobei Prostaglandine und andere Gewebshormone eine tragende Rolle spielen. Bei Nichttherapie dieses Geschehens erfolgt langfristig eine Zerstörung der entsprechenden Gewebsstrukturen, was bei Erkrankungen von Gelenken eine Versteifung des entsprechenden Gelenks zur Folge hat.

Neben der Anwendung von direkt antiphlogistisch wirksamen Substanzen welche in der akuten Schmerzphase zum Einsatz kommen, werden in der Rheumatherapie sogenannte Basistherapeutika (langwirksame Antirheumatika, disease modifying antirheumatic drug, DMARD) eingesetzt. Hierbei handelt es sich in der Regel um Immunmodulatoren. Bis zum Wirkeintritt, der häufig mit einer deutlichen Besserung der Beschwerden einhergeht, können jedoch mehrere Wochen vergehen.
Sollte es nur zu einer unzureichenden Besserung des Krankheitsverlaufes kommen, können auch mehrere DMARD´s gleichzeitig zum Einsatz kommen.

Es existiert kein Wirksamkeitsnachweis bei juveniler Arthritis.

Systemischer Lupus erythematodes

Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung der Haut und anderer Organe, die mit Hauterscheinungen (starke Erytheme), Herzinnenhautentzündung, Gelenkentzündungen, Blutbildveränderungen und psychischen Störungen einhergehen kann.

Malaria, sowohl Prophylaxe als auch Therapie

Bei einer Malarie handelt es sich um eine protozoische, parasitäre Erkrankung, die durch eine Infektion mit einem Erreger der Gattung Plasmodium ausgelöst wird. Die Krankheit wird in tropischen und subtropischen, ausreichend feuchten Gebieten durch den Stich der weiblichen Anophelesmücke übertragen. Die Parasiten durchlaufen im Menschen verschiedene Entwicklungsstadien und besiedeln und zerstören dabei zunächst Lerbezellen und später Erythrozyten des Menschen.
Die Erkrankung äußert sich durch das Leitsymptom des schubweise auftretenden, hohen Fiebers.

Für diese Indikation bestehen abweichende Dosierungs- und Therapierichtlinien, die der Fachinformation entnommen werden können.

Patientenhinweis

Wirkeintritt frühestens nach 4-12 Wochen!
Es sollte zu einem regelmäßigen Augenarztbesuch geraten werden (Untersuchung der Netzhaut!)
Bei Personen im gebärfähigen Alter müssen erforderlichenfalls Maßnahmen zur Empfängnisverhütung angewendet werden.

Dosierung

Zu Beginn 2-3 x täglich 200 mg peroral, als Erhaltungsdosis 1-2 x täglich 200 mg peroral

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Nebenwirkungen

  Hepatotoxizität

Daher sollten regelmäßig Blutparameter und Leberenzyme bestimmt werden. Die kombinierte Gabe mit anderen Basistherapeutika kann diese Nebenwirkung synergistisch verstärken.

  Retinopathie

Druch eine dosisabhängige Einlagerung des Arzneistoffs in die Netzhaut kann es zur Schädigung der Netzhaut (Verschwommensehen, Gesichtsfeldverengung) kommen. Wird diese rechtzeitig erkannt, bleibt die Retinopathie meist reversibel. Daher sind regelmäßige Kontrollen durch den Augenarzt empfehlenswert.
Bei einer Langzeitanwendung kann es zu irreversiblen Netzhautschäden kommen, deren erste Symptome meist eine Beeinträchtigung des Farbsehens ist. Wird aber die eine Dosis von 6,5 mg pro kg Körpergewicht nicht überschritten, so treten solche Nebenwirkungen nur noch selten auf.

  Allgemeine Beschwerden (z. B. Schwindel)

Gelegentlich kann es zu Schlafstörungen, Schläfrigkeit, Unruhe, emotionaler Labilität, Benommenheit, Schwindel, Verwirrtheitszuständen, Kopfschmerzen oder Parästhesien (Fehlempfindungen) kommen. Sehr selten wurden Psychosen oder die Auslösung epileptischer Anfälle beobachtet.

  Störungen des Blutbildes

Als Nebenwirkung kann es selten zu Anämie, Lukopenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie oder Panzytopenie kommen.
Es sollten regelmäßig Blutparameter und Leberenzyme bestimmt werden. Die kombinierte Gabe mit anderen Basistherapeutika kann diese Nebenwirkung synergistisch verstärken.

Das Hämogramm (Blutbild) stellt die Menge der in einer Blutprobe vorhandenen Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen), Thrombozyten (Blutplättchen) und Retikulozyten (polymorphkernige Blutkörperchen) nebeneinander dar. Beim Differentialblutbild werden sowohl quantitative als auch qualitative Parameter, wie z. B. die Form, mit herangezogen. Neben pathologischen Veränderungen können Abweichungen von den Normwerten auch durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen bedingt sein. Auftreten können u. a.:
  • Leukopenie: Die Gesamtzahl aller Leukozyten (Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten) im Blut ist auf unter 5.000/mm³ reduziert.
  • Leukozytose: Die Gesamtzahl aller Leukozyten im Blut ist über 10.000/mm³ erhöht.
  • Granulozytopenie: Verminderung der Anzahl der Leukozyten, insbesondere der neutrophilen Granulozyten.
  • Agranulozytose (perniziöse Neutropenie): Verminderung der Anzahl der Leukozyten (Leukopenie), die Granulozyten können komplett fehlen. Auch die Blutplättchen und das Knochenmark können betroffen sein. Eine Agranulozytose kann sich innerhalb von Stunden ausbilden und geht üblicherweise mit grippeähnlichen Symptomen einher, bei deren Auftreten der Patient darüber aufgeklärt sein muss, dass umgehend eine ärztliche Konsultation erfolgen sollte. Es wird symptomatisch therapiert; Breitbandantibiotika und Granulozyten-Koloniestimulierende Faktoren, wie Filgrastim, werden häufig in der Therapie verabreicht.
  • Eosinophilie: Erhöhung der Anzahl der eosinophilen Granulozyten im Blut. Bei allergischen Reaktionen wie dem Arzneimittelexanthem tritt dies zum Beispiel auf.
  • Thrombozytopenie: Verminderung der Anzahl der Thrombozyten unter 150.000/mm³. Durch den Mangel an Thrombozyten ist die Blutgerinnung gestört und es treten vermehrt Hämatome oder Blutungen auf.
  • Aplastische Anämie: Die Gesamtzahl aller Zellen im Blut ist reduziert (Panzytopenie). Ursache ist eine gestörte Stammzellreifung im Knochenmark.
Grundsätzlich stellen Blutbildveränderungen ernste bis lebensbedrohliche unerwünschte Wirkungen dar, die einer weitergehenden ärztlichen Abklärung bzw. Behandlung bedürfen.

  Gastrointestinale Störungen

Häufig kann es zu Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Diarrhoe (Durchfall) und Erbrechen kommen.

Kontraindikationen

Vorbestehende Retinopathie

Da die Substanz selbst Retinopathien durch Wirkstoffeinlagerung hervorruft, sollten zusätzliche Risiken für das Sehvermögen vermieden werden.

Mangel an Glucose-6-Phosphatdehydrogenase

Bei einem genetisch bedingten Mangel an Glucose-6-Phosphatdehydrogenase kann nicht ausreichend NADPH aus der Glucoseoxidation gewonnen werden, welches jedoch zum Aufbau von Glutathion erforderlich ist. Die verminderte Verfügbarkeit von Glutathion zieht ein höheres Hämolyserisiko nach sich, da es dann zur Ausbildung von Disulfidbrücken in den Erythrocytenmembranen kommt, was deren Integrität beeinträchtigt. In der Folge kann es zu einer hämolytischen Anämie kommen.

Wird für die Biotransformation eines Arzneistoffes Glutathion benötigt, steigt das Hämolyserisiko.

Leberfunktionsstörung

Die Leber stellt das wichtigste Organ für die Biotransformation von Arzneistoffen dar. Häufig wird durch die Verstoffwechselung von Arzneistoffen deren Ausscheidung erst ermöglicht: Arzneistoffe mit Molekulargewicht über 500 können über Leber und Galle ausgeschieden werden, wohingegen man leichtere Arzneistoffe häufiger im Urin findet.

Ist die Funktion der Leber eingeschränkt, kann dies für die Arzneimitteltherapie insofern von Bedeutung sein, als dass Arzneistoffe länger im Organismus verbleiben, da die vor der Ausscheidung notwendige Biotransformation mehr Zeit beansprucht. In vielen Fällen wird daher eine Herabsetzung der Dosis oder des Dosierintervalles sowie eine Überwachung der Wirkstoffspiegel angezeigt sein, ggf. ist die Gabe des betreffenden Arzneistoffes sogar kontraindiziert. Möglich ist jedoch auch der Fall, dass ein unwirksames Prodrug durch die Leber nur verzögert oder gar nicht in die aktive Wirkform überführt werden kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Substanz ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, da bekannt ist, dass sie beim Menschen embryotoxisch und/oder teratogen wirken kann.

Die Substanz geht in die Muttermilch über. Eine Schädigung des Säuglings wurde bisher nicht beobachtet.

Wechselwirkungen

  Therapie mit anderen Basistherapeutika

Bei der gleichzeitigen Anwendung ist Vorsicht geboten, da vermehrt toxische Wirkungen an Leber und Blut festzustellen sind. Beim Wechel von einem Basistherapeutikum auf ein anderes sollten die langen Halbwertszeiten beachtet werden!

Therapie mit anderen Basistherapeutika  anzeigen

  MAO-Hemmer z. B. Moclobemid

Das Risiko einer Leberschädigung erhöht sich durch die kombinierte Gabe, da Hydroxychloroquin aufgrund seiner chemischen Struktur als MAO-Substrat in Frage kommt, was in einer Akkumulation unter MAO-Hemmung resultieren könnte.

Zu Moclobemid wechseln

  Phenylbutazon

Die kombinierte Gabe schafft ein erhöhtes Risiko für eine exfoliative Dermatitis, d. h. für teilweise großflächige Hautabschälungen.

Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

SimpleSoft
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Wirkmechanismus

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Die Substanz kann als Monotherapie zum Einsatz kommen, wenn eine rheumatoide Arthritis mit guter Prognose vorliegt, andernfalls wird eine Kombinationstherapie empfohlen.

Nicht völlig geklärt ist der Wirkmechanismus: Möglicherweise liegt eine immunsuppressive Wirkkomponente mit Hemmung des Komplementsystems vor, es gibt jedoch auch Belege für die Hemmung proentzündlicher Enzyme aus Lysosomen. In beiden Fällen wäre ein Eingriff in das autoimmunreaktive Krankheitsgeschehen vorstellbar.

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Patientenhinweis

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Dosierung

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Die Substanz wird als Basistherapeutikum (langwirksames Antirheumatikum, disease modifying antirheumatic drug, DMARD) eingesetzt. Regelmäßige Blutbilder sind Pflicht, Untersuchungen der Netzhaut empfehlenswert!

Bis zum Wirkeintritt, der häufig mit einer deutlichen Besserung der Beschwerden einhergeht, vergehen mindestens 4 - 12 Wochen. Sollte nach 6 Monaten keine spürbare Besserung eingetreten sein, sollte das Arzneimittel abgesetzt werden.

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