Wirkstoffprofile.de

Home Search

Indometacin (Schmerz und Entzündung)

      

Einteilung

Schmerz und Entzündung

Nichtsteroidale Antiphlogistika

Wirkmechanismus

NSAR: Hemmung der Prostaglandin-Biosynthese durch Hemmung von COX-1 und COX-2

mehr

Anwendung

Schmerzen

Schmerz ist eine Sinneswahrnehmung, welche für den Körper eine Schutzfunktion darstellt. Es wird dem Gehirn vermittelt, dass es an der schmerzenden Stelle zu einer Schädigung des Organismus gekommen ist. Prinzipiell lässt sich der Schmerz in Oberflächen-, Viszeral (Eingeweide)-, und Neuropathieschmerz unterteilen. Je nach Schmerzstärke werden Analgetika unterschiedlicher Wirkstärke verordnet mit dem Ziel, eine adäquate Analgesie zu erreichen und unter Umständen auch einer Chronifizierung des Schmerzes entgegenzutreten.

Das Einsatzgebiet von Indometacin erstreckt sich über vielfältige Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrosen und rheumatische Arthritiden.

Entzündungen vor allem rheumatischen Ursprungs

Bei den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises liegt kausal ein autoimmunologisches Phänomen zugrunde, welches zusätzlich einer gewissen genetischen Prädisposition bedarf. Wie bei anderen autoimmunologisch bedingten Erkrankungen auch, ist der auslösende Trigger oftmals unbekannt. Es kommt jedenfalls zu einer Aktivierung des Immunsystems, dessen Zellen in den betroffenen Gelenken oder Organen Entzündungsmediatoren (Zytokine) freisetzen und damit eine Entzündungsreaktion in Gang setzt. Dieses äußert sich in den klassischen Entzündungsanzeichen Rötung, Schwellung, Hitze, Schmerz und Funktionsbeeinträchtigung, wobei Prostaglandine und andere Gewebshormone eine tragende Rolle spielen. Bei Nichttherapie dieses Geschehens erfolgt langfristig eine Zerstörung der entsprechenden Gewebsstrukturen, was bei Erkrankungen von Gelenken eine Versteifung des entsprechenden Gelenks zur Folge hat.

COX-Hemmer wie Diclofenac, Ibuprofen etc. bewirken dahingehend eine Eindämmung dieses Entzündungsprozesses, sind allerdings nur eine symptomatische und keine kausale Therapie.
Bei schwerwiegenden Verläufen kann eine Zusatztherapie in Form einer Immunmodulation mittels Glucocorticoiden, Immunsuppressiva oder monoklonaler Antikörper erfolgen.

Tumorschmerzen, insbesondere bei Skelettbefall

Im Rahmen maligner Tumorerkrankungen kommt es häufig zur Metastasierung ins Knochengewebe. Dabei kommt es zum einen zur Zerstörung des betroffenen Knochens als auch zur Ausbildung entzündlich-peritumoraler Ödeme. Diese Metastasierung geht daher mit der Entstehung von Schmerzen einher, sodass nicht-steroidale Antiphlogistika hier indiziert sind.

Patientenhinweis

Rebound-Effekt möglich. Gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann Kopfschmerzen verursachen!
Bei verschwommenem Sehen bitte Augenarzt aufsuchen (mögliche Augenschädigung bei Langzeittherapie)!
Bei empfindlichem Magen sollte die Einnahme möglichst zu den Mahlzeiten erfolgen, ansonsten ist eine Einnahme auch nach den Mahlzeiten möglich.
Wird die Substanz in der Dauertherapie oder bei Personen mit vorgeschädigter Magenschleimhaut eingesetzt, sollte durch den Arzt die zusätzliche Gabe eines schleimhautschützenden Arzneimittels erwogen werden.

mehr

Dosierung

Täglich 25-200 mg peroral, verteilt auf 1-3 Einzelgaben

mehr

Nebenwirkungen

  Gastrointestinale Beschwerden

Sehr häufig kann es u. a. zu Übelkeit, Abdominalschmerzen, Brechreiz und Sodbrennen kommen.
Häufig kommt es auch zu geringfügigen Magen-Darm-Blutungen, die in Ausnahmefällen eine Anämie verursachen können, Abdominalspasmen, Appetitlosigkeit, Blähungen, Magen- und Darmgeschwüren, Diarrhoe (Durchfall), Erbrechen, Obsipation (Verstopfung) und Gastritis (Magenschleimhautentzündung).
Durch die Hemmung der Magenschleimproduktion und Hemmung der Magendurchblutung (COX-1-vermittelt) kann es zu einer Schädigung der Magenschleimhaut, von  Erosionen, Blutungen bis hin zu Perforationen kommen, insbesondere bei vorgeschädigter Schleimhaut.

  Blutungen

Durch die Hemmung der Magenschleimproduktion und der Magendurchblutung (COX-1-vermittelt) kann es häufig zu einer Schädigung der Magenschleimhaut, von Erosionen, Blutungen  bis hin zu Perforationen kommen, insbesondere bei vorgeschädigter Schleimhaut.
Leichte Blutungen im Gastrointestinaltrakt treten dabei häufig auf, eine manifeste Blutarmut dadurch wird aber nur in Ausnahmefällen beobachtet.
Chronische, auch leichte Blutungen können zu schweren Blutverlusten führen. Diese können sich zum Einen durch eine Dunkelfärbung des Stuhls (Teerstuhl) sowie zum Anderen durch allgemeinen Symptomen einer Blutarmut, wie Abgeschlagenheit oder blasse Schleimhäute (gut an den Bindehäuten des Auges beurteilbar) bemerkbar machen.
Durch die Hemmung der Thrombozytenaggregation (COX-1-vermittelt) wird die Blutungsneigung verstärkt. Es kann gelegentlich zu vermehrtem Bluten, wie Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Hautbluten, kommen.

  Allgemeine Beschwerden (z. B. Kopfschmerzen)

Sehr häufig kann es zu Kopfschmerzen und Benommenheit kommen. Häufig kann es u. a. auch zu Derpressionen, Schwindel, Schlafstörungen, Erschöpfung und gelegentlich auch zu vorübergehendem Bewusstseinsverlust mit Koma kommen.
Die durch längerer Einnahme von Analgetika oder hoher Dosierung induzierbaren Kopfschmerzen sollten nicht mit erneuter Einnahme der Analgetika behandelt werden.

  Störungen des Blutbildes

Sehr selten treten nach Indometacingabe als Nebenwirkung Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie und Agranulozytose auf.

Das Hämogramm (Blutbild) stellt die Menge der in einer Blutprobe vorhandenen Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen), Thrombozyten (Blutplättchen) und Retikulozyten (polymorphkernige Blutkörperchen) nebeneinander dar. Beim Differentialblutbild werden sowohl quantitative als auch qualitative Parameter, wie z. B. die Form, mit herangezogen. Neben pathologischen Veränderungen können Abweichungen von den Normwerten auch durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen bedingt sein. Auftreten können u. a.:
  • Leukopenie: Die Gesamtzahl aller Leukozyten (Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten) im Blut ist auf unter 5.000/mm³ reduziert.
  • Leukozytose: Die Gesamtzahl aller Leukozyten im Blut ist über 10.000/mm³ erhöht.
  • Granulozytopenie: Verminderung der Anzahl der Leukozyten, insbesondere der neutrophilen Granulozyten.
  • Agranulozytose (perniziöse Neutropenie): Verminderung der Anzahl der Leukozyten (Leukopenie), die Granulozyten können komplett fehlen. Auch die Blutplättchen und das Knochenmark können betroffen sein. Eine Agranulozytose kann sich innerhalb von Stunden ausbilden und geht üblicherweise mit grippeähnlichen Symptomen einher, bei deren Auftreten der Patient darüber aufgeklärt sein muss, dass umgehend eine ärztliche Konsultation erfolgen sollte. Es wird symptomatisch therapiert; Breitbandantibiotika und Granulozyten-Koloniestimulierende Faktoren, wie Filgrastim, werden häufig in der Therapie verabreicht.
  • Eosinophilie: Erhöhung der Anzahl der eosinophilen Granulozyten im Blut. Bei allergischen Reaktionen wie dem Arzneimittelexanthem tritt dies zum Beispiel auf.
  • Thrombozytopenie: Verminderung der Anzahl der Thrombozyten unter 150.000/mm³. Durch den Mangel an Thrombozyten ist die Blutgerinnung gestört und es treten vermehrt Hämatome oder Blutungen auf.
  • Aplastische Anämie: Die Gesamtzahl aller Zellen im Blut ist reduziert (Panzytopenie). Ursache ist eine gestörte Stammzellreifung im Knochenmark.
Grundsätzlich stellen Blutbildveränderungen ernste bis lebensbedrohliche unerwünschte Wirkungen dar, die einer weitergehenden ärztlichen Abklärung bzw. Behandlung bedürfen.

  Analgetika-Asthma

Besonders bei Allergikern und Asthmatikern besteht die Gefahr eines sogenannten "Analgetika-Asthmas". Da die Cyclooxygenasen gehemmt werden, steht mehr Arachidonsäure zur Verfügung, die auf einem anderen Weg metabolisiert werden kann, vor allem über die Lipoxygenase. Diese bildet Leukotriene, die im Sinne einer pseudo-allergischen Reaktion einen Bronchospasmus (= spastische Verengung der Bronchien) auslösen können.

Bei einer pseudo-allergischen Reaktion löst ein Arzneistoff direkt eine Mediatorfreisetzung, Komplementaktivierung oder die Aktivierung der Arachidonsäurekaskade aus. Ein weiteres wichtiges Beispiel für eine pseudoallergische Reaktion ist das Angioödem durch eine Erhöhung der Bradykinin-Konzentration nach Gabe eines ACE-Hemmers.

  Nierenschäden

Längere Einnahme von NSAID kann zu einer Analgetika-Nephropathie führen. Auch bei kurzfristiger Einnahme kann eine Verschlechterung der Nierenfunktion auftreten, die bei vorgeschädigter Niere besonders gravierend ist. Sie kommt zustande durch eine verminderte Durchblutung der Niere aufgrund von Vasokonstriktion, die physiologisch durch Prostaglandine kompensiert wird.

  Leberschäden

Häufig kann es zu einem Anstige der Leberenzyme kommen. Gelegentlich können Leberschäden (akute Hepatitis) auftreten.
Die Leberwerte sollten regelmäßig überprüft werden.

  Exanthem, Pruritus, Urtikaria

  Augenschäden (bei Langzeittherapie)

Es können bei einer Langzeittherapie Pigmentdegeneration der Retina sowie Trübung der Cornea auftreten. Verschwommenes Sehen kann darauf hindeuten; der Patient sollte in diesem Fall sofort einen Augenarzt aufsuchen. Generell sollte bei Langzeittherapie regelmäßig eine ophthalmologische Untersuchung durchgeführt werden.
Die Veränderungen sind meist reversibel.

  Hörstörungen, Tinnitus

Kontraindikationen

Blutungsneigung

Durch die Hemmung der Thrombozytenaggregation (COX-1-vermittelt) wird die Blutungsneigung verstärkt. Bei angeborener verstärkter Blutungsneigung oder bei Therapie mit gerinnungshemmenden Wirkstoffen (Cumarine) kann es zu vermehrtem Bluten, wie Nasenbluten oder Hautbluten, bis hin zu inneren Blutungen kommen.

Gastritis oder Ulcus (auch bei Verdacht)

Durch die Hemmung der Magenschleimproduktion und die Anregung der Magensäureproduktion (COX-1-vermittelt) kann es zu einer Schädigung der Magenschleimhaut, bis hin zu Erosionen, Blutungen und Perforationen kommen, insbesondere bei vorgeschädigter Schleimhaut.

Allergische Erkrankungen, Asthma

Besonders bei Allergikern und Asthmatikern besteht die Gefahr eines sogenannten "Analgetika-Asthmas". Da die Cyclooxygenasen gehemmt werden, steht mehr Arachidonsäure zur Verfügung, die auf einem anderen Weg metabolisiert werden kann, vor allem über die Lipoxygenase. Diese bildet Leukotriene, die im Sinne einer pseudo-allergischen Reaktion einen Bronchospasmus (= spastische Verengung der Bronchien) auslösen können.

Bei einer pseudo-allergischen Reaktion löst ein Arzneistoff direkt eine Mediatorfreisetzung, Komplementaktivierung oder die Aktivierung der Arachidonsäurekaskade aus. Ein weiteres wichtiges Beispiel für eine pseudoallergische Reaktion ist das Angioödem durch eine Erhöhung der Bradykinin-Konzentration nach Gabe eines ACE-Hemmers.

Ungeklärte Blutbildungsstörungen

Schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörung

Längere Einnahme von NSAID kann zu einer Analgetika-Nephropathie führen. Auch bei kurzfristiger Einnahme kann eine Verschlechterung der Nierenfunktion auftreten, die bei vorgeschädigter Niere besonders gravierend ist. Sie kommt zustande durch eine verminderte Durchblutung der Niere aufgrund von Vasokonstriktion, die physiologisch durch Prostaglandine kompensiert wird.
In hohen Konzentrationen beeinträchtigen NSAID auch die Leberfunktion.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

In dieser Altersgruppe bestehen noch keine ausreichenden Erkenntnisse.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Substanz sollte im 1. und 2. Trimenon nur nach strenger Indikationsstellung appliziert werden, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen.
Tierversuche erbrachten weder embryotoxische noch teratogene Wirkungen.
Die Substanz ist im 3. Trimenon kontraindiziert, da durch die wehenhemmende Wirkung (COX-2-vermittelt) der Geburtstermin hinausgezögert werden kann und die Gefahr besteht, dass sich der Ductus arteriosus Botalli (Verbindung zwischen Aorta und Lungenarterie zur Umgehung des Lungekreislaufs) des Neugeborenen vorzeitig schließt. Auch kann bei der Geburt die Blutungsneigung der Mutter und des Kindes erhöht sein.

Die Substanz geht in die Muttermilch über. Eine Schädigung des Säuglings wurde bisher nicht beobachtet.

Wechselwirkungen

  Weitere NSAID und Glucocorticoide

Das Risiko von gastrointestinalen Nebenwirkungen ist erhöht.

Weitere NSAID und Glucocorticoide  anzeigen

  Antikoagulantien

Durch die Hemmung der Thrombozytenaggregation (COX-1-vermittelt) wird die Blutungsneigung verstärkt. Bei angeborener verstärkter Blutungsneigung oder bei Therapie mit gerinnungshemmenden Wirkstoffen (Cumarine) kann es zu vermehrtem Bluten, wie Nasenbluten oder Hautbluten, bis hin zu inneren Blutungen kommen.

Antikoagulantien  anzeigen

  Penicilline

Penicilline anzeigen

  Diuretika

Gleichzeitige Gabe von kaliumsparenden Diuretika wie Spironolacton kann zu einer Hyperkaliämie führen.
Durch Furosemid wird die Indometacin-Ausscheidung beschleunigt.
Bei Kombination mit Triamteren besteht die Gefahr eines Nierenversagens.

Diuretika anzeigen

  ACE-Hemmer

Bei gleichzeitiger Anwendung ist die Gefahr einer Nierenschädigung erhöht.
Zusätzlich wird die antihypertensive Wirkung abgeschwächt.

ACE-Hemmer anzeigen

  Digoxin

Digoxin anzeigen

  Phenytoin

Die Elimination von Phenytoin kann gehemmt werden.

Zu Phenytoin wechseln

  Methotrexat

Die beiden Wirkstoffe können sich gegenseitig in ihren toxischen Wirkungen verstärken.

Methotrexat anzeigen

  Lithium

Die Elimination von Lithium wird gehemmt.

Zu Lithium wechseln

  Ciclosporin

NSAID können die Nephrotoxizität von Ciclosporin erhöhen.

Zu Ciclosporin wechseln

Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

SimpleSoft
Hilfe Impressum

Wirkmechanismus

zurück

Das Enzym Cyclooxigenase ist für die Bildung von Vorstufen von Prostaglandinen, Prostacyclinen und Thromboxanen verantwortlich, welche als Gewebshormone vielfältige Wirkungen im Körper haben. Die Variante COX-1 ist dabei die physiologisch dauerhaft exprimierte Form, während COX-2 bei Schmerz- und Entzündungszuständen schnell induzierbar ist. Durch COX-1-Aktivität wird die Produktion von Magensäure vermindert sowie eine Vasokonstriktion und vermehrte Thrombozytenaggregation bewirkt. Durch COX-2-Aktivität werden Schmerz, Fieber und Entzündung, Wehentätigkeit, Vasodilatation sowie verminderte Thrombozytenaggregation bewirkt.
Mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) kann die Cyclooxigenase gehemmt werden. Dieses hat folgende Wirkungen:
Analgetisch: Durch schädigende Noxen wird die Phospholipase A2 aktiviert, welche Arachidonsäure aus Zellmembranen freisetzt. Aus dieser werden durch die Cyclooxigenase u. a. Prostaglandin E2 und Prostacyclin gebildet, welche Nozizeptoren gegenüber Schmerzmediatoren sensibilisieren. Eine Hemmung der Cyclooxigenase verhindert somit die Sensibilisierung der Nozizeptoren.
Antipyretisch: NSAR hemmen auch die Bildung von Prostaglandin E2 im Gehirn. Dadurch kann dieses nicht an Rezeptoren im Wärmeregulationszentrum im vorderen Hypothalamus binden und eine Erhöhung des Körpertemperatur-Sollwertes wird verhindert.
Antiphlogistisch: Saure, nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) liegen im Blut zu einem großen Anteil an Plasmaproteine gebunden vor. Da die Kapillaren in geschädigten Geweben leichter permeabel sind, können auch an Plasmaproteine gebundene Arzneistoffe in größeren Mengen dorthin gelangen. Da der pH-Wert in geschädigten Geweben niedriger ist als in gesunden, kommt es zu einer stärkeren Dissoziation saurer Arzneistoffe von den Plasmaproteinen. Der freie Arzneistoff kann nun in die Zellen gelangen, wo weiterhin ein physiologischer pH-Wert herrscht, weshalb er sich dort aufgrund des höheren ionisierten Anteils anreichert. So gelangen NSAR in hohen Konzentrationen in entzündete Gewebe, wo sie die Entzündungsreaktion hemmen.

Indometacin und Acemetacin, ein Prodrug von Indometacin, hemmen sowohl COX-1 als auch COX-2. Sie haben jedoch eine geringe Präferenz für COX-1.

zurück

Patientenhinweis

zurück

Die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln (NSAR) kann Kopfschmerzen verursachen. In der Regel handelt es sich um einen schädlichen Gebrauch ohne Abhängigkeit. Bedeutsam scheint dabei die Grenze von 10-15 Einnahmetagen im Monat zu sein, die nicht überschritten werden sollte. Patienten mit primären Kopfschmerzen wie Migräne oder Spannungskopfschmerz entwickeln am häufigsten durch übermäßigen Gebrauch von Schmerzmitteln einen chronischen Kopfschmerz. Werden Schmerzen wie Rückenschmerzen behandelt, so entwickelt sich in der Regel auch bei Dauereinnahme kein chronischer Kopfschmerz. Die Diagnose wird klinisch gestellt (vgl. Diagnostische Kriterien der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft). Als Therapie wird üblicherweise das abrupte Absetzen des Schmerzmittels gewählt, was man in diesem Fall als "Medikamentenpause" bezeichnen kann. Der Ausdruck "Entzug" eignet sich weniger, da eine physische Abhängigkeit hier nicht besteht. In der Regel wird ambulant therapiert, in schweren Fällen ist eine stationäre Aufnahme ratsam. Weitere schwerwiegende Folgen eines übermäßigen Schmerzmittelgebrauchs können (schwere) Magen- oder Nierenschäden sein.

Als Magenschleimhautschutz kann durch den Arzt die zusätzliche Therapie mit Protonenpumpenhemmern wie Omeprazol oder H2-Antihistaminika wie Famotidin angesetzt werden. Mineralische Antacida sollten nicht eingesetzt werden (auch nicht im Rahmen einer Selbstmedikation), denn diese verschlechtern die Resorption der nichtsteroidalen Antiphlogistika erheblich oder beschleunigen über die Verschiebung des Urin-pHs ins Basische die Ausscheidung der sauren Substanzen über die Nieren.
Trotz alle dem kann es unter dauerhaftem Gebrauch dieser Substanz zu Blutverlusten über den Gastrointestinaltrakt kommen, welche in eine manifeste Anämie münden können. Typische Anzeichen sind zum Beispiel Dunkelfärbung des Stuhls (Teerstuhl), Abgeschlagenheit und blasse Schleimhäute (am besten an den Bindehäuten des Auges zu beurteilen). Bei solchen Symptomen sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

zurück

Dosierung

zurück

Es stehen für die Therapie mit Indometacin sowohl peroral als auch rektal applizierbare Arzneiformen zur Verfügung. Dabei gelten die gleichen Tagesmaximaldosen.
50 mg Indometacin enthaltende Zäpfchen können bis zu dreimal täglich appliziert werden, die Zäpfchen zu 100 mg Indometacin dürfen nur einmal täglich appliziert werden.

zurück

Wussten Sie schon?

Die Wirkstoffprofile gibt es auch auf CD.

Vorteile: Offline verfügbar, Lerntools, Fortbildungen u.v.m.

Mehr erfahren Sie auf www.wirkstoffprofile.de.

Zurück zum online-Profil