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Lacosamid

    

Einteilung

Antiepileptika

Lacosamid

Wirkmechanismus

Antiepileptikum:
Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle

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Anwendung

Epilepsie

Lacosamid ist zugelassen zur Zusatzbehandlung fokaler Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Erwachsenen und Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren.

Epilepsie ist der Oberbegriff für verschiedene Krankheiten, die alle auf einer gesteigerten Erregbarkeit von zentralen Neuronen beruhen. Dadurch sinkt die Krampfschwelle und motorische Reaktionen wie Krämpfe, Zuckungen oder Stereotypien treten auf.
Während eines epileptischen Anfalls können empfindliche Neuronen spontan und synchron depolarisieren oder synchron Salven von Impulsen aussenden. Die Depolarisationen können so schnell aufeinander folgen, dass keine Repolarisation mehr möglich ist, und damit entladen sich Neuronengruppen im Übermaß.
Empfindliche Neuronen zeichnen sich meist durch eine Überaktivität von Calciumkanälen aus. Durch einströmendes Calcium werden weitere Kationenkanäle geöffnet und so die Membran depolarisiert.
Epilepsieformen werden folgendermaßen klassifiziert:

  • Fokale Anfälle: Hier wird die Übererregung der Neurone auf einen Bereich beschränkt, indem hemmende GABAerge Neurone die Ausbreitung verhindern. In manchen Fällen kann sich aber trotzdem die Erregung über verschiedene Wege auf die gesamte Hirnrinde ausbreiten, so dass ein sekundär generalisierter Anfall entsteht. Fokale Anfälle werden weiter unterteilt in einfache fokale Anfälle ohne Bewusstseinsverlust und komplexe fokale Anfälle mit Bewusstseinsverlust.
  • Generalisierte Anfälle: Weite Gebiete beider Hirnhälften werden durch die Übererregung der Neurone gleichzeitig erfasst. Generalisierte Anfälle werden weiter unterteilt in Grand-mal-Anfälle (Großer Anfall), die über mehrere Phasen mit tonisch-klonischen Krämpfen verlaufen, und Petit-mal-Anfälle. Letztere können sich wiederum auf verschiedene Art äußern, wie z. B. in Absencen, klonischen Anfällen (Zuckungen), tonischen Anfällen (Krämpfen) oder Blitz-Nick-Salaam-Anfällen.
  • Status epilepticus: Anfälle treten in so schneller Folge auf, dass eine Erholung zwischenzeitlich nicht mehr möglich ist. Beim Grand-mal-Status liegen zwischen den Anfällen etwa 5-15 min.


Patientenhinweis

Der Wirkstoff kann zu Schwindel und verschwommenem Sehen führen, was die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt.
Bei langsamem oder unregelmäßigem Puls, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl oder Ohnmacht sollte der Arzt informiert werden (Gefahr eines AV-Blocks 2. oder höheren Grades).
Bei Anzeichen von suizidalen Gedanken sollte medizinische Hilfe eingeholt werden.
Ausschleichen.

Dosierung

2 x täglich 100-200 mg Lacosamid unabhängig von den Mahlzeiten

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Nebenwirkungen

  Schwindel, Doppeltsehen

Schwindel, Doppeltsehen und verschwommenes Sehen kommen sehr häufig vor und sind zusammen mit Ataxie, Übelkeit und Erbrechen die häufigsten Gründe für einen Therapieabbruch.

  Kopfschmerzen

Sehr oft kommen Kopfschmerzen vor, gelegentlich auch Gedächtnis- und Denkstörungen.

  Ataxie und Gleichgewichtsstörunge

Aufgrund von Schwindel und Ataxie kommt es häufig zu Gangstörungen und erhöhter Fallneigung.

  Depression, Halluzinationen

Da Depressionen häufig vorkommen, sollten Patienten mit suizidalen Gedanken ärztlich unterstützt werden.
Zu suizidalem Verhalten, Halluzinationen und zur Ausbildung von Psychosen kommt es gelegentlich.

  Herz-Kreislaufstörungen

AV-Block, Vorhofflimmern, Vorhofflattern und Bradykardie treten gelegentlich auf.

  Tremor

  Pruritus, Angioödem

  Gastrointestinale Störungen

Es kommt häufig zu Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen. Blähungen und Durchfall treten gelegentlich auf.

  Müdigkeit, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit

Kontraindikationen

AV-Block

Lacosamid ist bei AV-Block zweiten und dritten Grades kontraindiziert, da der Arzneistoff selbst Bradykardien und Herzrhythmusstörungen auslösen kann.

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren

Schwangerschaft und Stillzeit (Kommentar beachten!)

Das Antiepileptikum darf nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Wenn die Therapie während der Schwangerschaft notwendig ist, sollte nur eine Monotherapie durchgeführt werden. Die Schwangerschaft sollte sorgfältig überwacht werden. Im ersten Trimenon soll die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden, um das Fehlbildungsrisiko zu erniedrigen.
Die Therapie sollte jedoch nicht ohne ärztliche Überwachung abgebrochen werden, da das Risiko für das Kind durch epileptische Anfälle hoch ist.
Es empfiehlt sich, während der Schwangerschaft zusätzlich Folsäure einzunehmen, weil durch Enzyminduktion ein größeres Risiko für Folsäuremangel besteht.

In tierexperimentellen Studien konnte gezeigt werden, dass der Arzneistoff in die Muttermilch übergeht, beim Menschen wurde dies bisher nicht ausreichend untersucht. Vorsichtshalber sollte daher während der Behandlung auf das Stillen verzichtet werden.

Wechselwirkungen

  Stoffe mit Einfluss auf den Herzrhythmus z. B. Amiodaron

Es kann zu erhöhter Neurotoxizität kommen.

Zu Amiodaron wechseln

  Carbamazepin

Zu Beginn der Behandlung und bei Beendigung der Komedikation kann es zu verminderten Wirkspiegeln von Lacosamid kommen.

Zu Carbamazepin wechseln

  Phenytion

Zu Beginn der Behandlung und bei Beendigung der Komedikation kann es zu verminderten Wirkspiegeln von Lacosamid kommen.

  Starke CYP3A4-Induktoren

Die Cytochrom P450-Enzyme (kurz CYP) sind maßgeblich an der Biotransformation von Arzneimitteln beteiligt. CYP-Enzyme sind mischfunktionelle Monooxygenasen, d. h. sie führen ein Sauerstoffatom in das zu transformierende Molekül ein. Durch diese Reaktionen (z. B. Hydroxylierung, N- und S-Oxidation, N- und O-Desalkylierung, Desaminierung) werden die Moleküle hinsichtlich einer leichteren Eliminierbarkeit funktionalisiert. Die CYP-Enzyme weisen eine breite Substratspezifität auf und sind damit für die Biotransformation von vielen, auch strukturell unterschiedlichen Arzneistoffen von Bedeutung. Sowohl der Dünndarm als auch die Leber sind im Bezug auf die CYP-Enzyme die Schlüsselorgane, wobei letztere den höchsten CYP-Enzym-Gehalt aufweist. Häufig sind bestimmte CYP-Enzyme durch Arzneistoffe, aber auch durch Nahrungsbestandteile und Umweltgifte induzier- oder hemmbar. Von größter Bedeutung für die Metabolisierung von Arzneistoffen ist das Isoenzym 3A4.

Zur Gruppe der Arzneistoffe, die Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 hemmen, gehören Ciclosporin, Tacrolimus, Isoniazid, Aprepitant, Cimetidin, Chloramphenicol, Azol-Antimykotika (Ketoconazol, Itraconazol, Clotrimazol), Antibiotika (Erythromycin, Clarithromycin, NICHT Azithromycin), Virostatika (Delaviridin, Indinavir, Ritronavir, Nelfinavir), Diltiazem, Verapamil, Nifedipin, Felodipin u. a. Auch einige Lebensmittel wie z. B. Grapefruitsaft oder Sternfrucht (Karambole) hemmen CYP3A4. Eine besonders starke Hemmung des Isoenzyms 3A4 können z. B. Azolantimykotika und Virustatika hervorrufen.

Zur Gruppe der Induktoren von Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 gehören: Virostatika (Efavirenz, Nevirapin), Barbiturate (Phenobarbital), Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskrautextrakte, Oxcarbazepin, Rifabutin.

U. a. werden folgende Arzneistoffe über das Isoenzym 3A4 metabolisiert und daher als Substrate von CYP 3A4 bezeichnet: Benzodiazepine (Alprazolam, Diazepam), Calciumantagonisten (Nifedipin, Amlodipin), HMG-CoA-Reduktasehemmer (Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin; NICHT Fluvastatin und Pravastatin), Phosphodiesteradeinhibitoren (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil), Alfuzosin, Cabergolin, Ciclosporin, Indinavir, Montelukast.

Starke CYP3A4-Induktoren  anzeigen

  Starke CYP3A4-Inhibitoren

Bei Lacosamid wurden derartige Wechselwirkungen in-vivo bisher nicht festgestellt, aber es ist Vorischt geboten.

Die Cytochrom P450-Enzyme (kurz CYP) sind maßgeblich an der Biotransformation von Arzneimitteln beteiligt. CYP-Enzyme sind mischfunktionelle Monooxygenasen, d. h. sie führen ein Sauerstoffatom in das zu transformierende Molekül ein. Durch diese Reaktionen (z. B. Hydroxylierung, N- und S-Oxidation, N- und O-Desalkylierung, Desaminierung) werden die Moleküle hinsichtlich einer leichteren Eliminierbarkeit funktionalisiert. Die CYP-Enzyme weisen eine breite Substratspezifität auf und sind damit für die Biotransformation von vielen, auch strukturell unterschiedlichen Arzneistoffen von Bedeutung. Sowohl der Dünndarm als auch die Leber sind im Bezug auf die CYP-Enzyme die Schlüsselorgane, wobei letztere den höchsten CYP-Enzym-Gehalt aufweist. Häufig sind bestimmte CYP-Enzyme durch Arzneistoffe, aber auch durch Nahrungsbestandteile und Umweltgifte induzier- oder hemmbar. Von größter Bedeutung für die Metabolisierung von Arzneistoffen ist das Isoenzym 3A4.

Zur Gruppe der Arzneistoffe, die Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 hemmen, gehören Ciclosporin, Tacrolimus, Aprepitant, Cimetidin, Chloramphenicol, Azol-Antimykotika (Ketoconazol, Itraconazol, Clotrimazol), Antibiotika (Erythromycin, Clarithromycin, NICHT Azithromycin), Virostatika (Delaviridin, Indinavir, Ritronavir, Nelfinavir), Diltiazem, Verapamil, Nifedipin, Felodipin u. a. Auch einige Lebensmittel wie z. B. Grapefruitsaft oder Sternfrucht (Karambole) hemmen CYP3A4. Eine besonders starke Hemmung des Isoenzyms 3A4 können z. B. Azolantimykotika und Virustatika hervorrufen.

Zur Gruppe der Induktoren von Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 gehören: Virostatika (Efavirenz, Nevirapin), Barbiturate (Phenobarbital), Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskrautextrakte, Oxcarbazepin, Rifabutin.

U. a. werden folgende Arzneistoffe über das Isoenzym 3A4 metabolisiert und daher als Substrate von CYP 3A4 bezeichnet: Benzodiazepine (Alprazolam, Diazepam), Calciumantagonisten (Nifedipin, Amlodipin), HMG-CoA-Reduktasehemmer (Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin; NICHT Fluvastatin und Pravastatin), Phosphodiesteradeinhibitoren (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil), Alfuzosin, Cabergolin, Ciclosporin, Indinavir, Montelukast.

Starke CYP3A4-Inhibitoren  anzeigen

  Starke CYP2C9-Inhibitoren

Eine Erhöhung des Wirkstoffspiegels, bei gleichzeitiger Gabe von Lacosamid und CYP2C9-Inhibitoren (z .B. Fluconazol) ist in-vivo nicht festgestellt worden, ist aber aufgrund der Datenlage möglich. Es ist Vorsicht geboten, wenn diese Wirkstoffe kombiniert werden.

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Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

SimpleSoft
Hilfe Impressum

Wirkmechanismus

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Der genaue Wirkmechanismus von Lacosamid ist noch nicht bekannt. In-vitro konnte gezeigt werden, dass Lacosamid selektiv die langsame Inaktivierung der spannungsabhängigen Natriumkanäle verstärkt, wodurch hyperergbare Neuronalmembranen stabilisiert werden.

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Patientenhinweis

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Dosierung

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Die Behandlung beginnt mit 50 mg Lacosamid 2 x täglich (morgens und abends) und sollte nach einer Woche auf die therapeutische Initialdosis von 2 x täglich 100 mg erhöht werden. Wenn der Arzt entscheidet, dass die therapeutische Dosis schnell erreicht werden sollte, kann die Behandlung auch mit einer einzelnen Aufsättigungsdosis von 200 mg Lacosamid begonnen werden und nach 12 Stunden mit der zweimal täglichen Gabe von 100 mg Lacosamid fortgeführt werden. Diese Art der Behandlung sollte aufgrund zentralnervöser Nebenwirkungen nur unter medizinischer Überwachung durchgeführt werden.
Sollte es notwendig sein, kann die Dosis wöchentlich in Schritten von 50 mg zweimal täglich erhöht werden. Die Höchstdosis von 400 mg Lacosamid pro Tag sollte nicht überschritten werden. Das Absetzen sollte ausschleichend erfolgen.

Der Sirup muss vor Gebrauch gut geschüttelt werden. Zur Dosierung darf nur der beiliegende Messbecher verwendet werden, wobei jeder Messtrich 50 mg Lacosamid (5 ml) entspricht.
Wenn die orale Darreichung nicht möglich ist, kann Lacosamid vorrübergehend als Infusion über 15-60 Minuten verabreicht werden. Erfahrungen bestehen zu einer zweimal täglichen Infusion über 5 Tage.

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