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Metronidazol (Gynäkologika)

  

Einteilung

Gynäkologika

Antiinfektiva

Wirkmechanismus

Bakterizid wirkendes Antibiotikum durch DNA-Strangbrüche bei Anaerobiern; weiterhin wirksam gegen Protozoen wie z. B. Trichomonaden und Amoeben

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Anwendung

Trichomoniasis

Die Trichomoniasis ist eine Infektion mit dem Protozoon Tichomonas vaginalis. Als sexuell übertragbare Erkrankung betrifft sie Männer und Frauen. Weltweit kommt es jährlich zu über 100 Millionen Neuinfektionen.
Nur bei etwa 30 % wird die Infektion symptomatisch, bei Frauen in etwa 50 %, bei Männern nur bei etwa 15 % der Fälle. Der asymptomatische Verlauf ist ein Grund für die hohe Zahl an Neuinfektionen. Beim Mann sind in der Regel die Eichel, Harnröhre und Prostata betroffen. Die Folgen sind Brennen und Jucken beim Wasserlassen und bei der Ejakulation. Bei der Frau sind in erster Linie die Scheide (Kolpitis) und die Harnröhre (Urethritis) entzündet. Aufsteigende Infektionen der Harnblase oder Gebärmutter sind selten. Es kommt zu einem schlecht riechenden, gelblichen Scheidenausfluss. Die Diagnose erfolgt mit Hilfe eines Abstrichs der Vaginalschleimhaut. Unter dem Mikroskop sind die Einzeller anhand der dichten Begeißelung gut zu erkennen.

Mittel der Wahl ist Metronidazol. Dabei stehen verschiedene Applikationswege (oral oder vaginal) zur Verfügung. Der Sexualpartner sollte immer mitbehandelt werden.

Aminkolpitis

Eine Entzündung der Scheidenhaut wird allgemein als Kolpitis bezeichnet. Die Aminkolpitis ist eine Mischinfektion (polymikrobiell), in erster Linie hervorgerufen durch Bakterien vom Typ Gardnerella (stäbchenförmiges Bakterium) und durch Anaerobier. Diese Bakterien verdrängen die Milchsäurebakterien, die für eine gesunde Scheidenflora notwendig sind. Die Anaerobier produzieren Amine, die zu Reizungen der Scheidenwand führen können.

Patientenhinweis

Der Urin kann dunkel verfärbt sein, was unbedenklich ist.
Es sollte kein Alkohol getrunken werden.

Dosierung

Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren:
2-3 x täglich 250-500 mg Tabletten peroral
1 x täglich ein Vaginalzäpfchen (100 mg) tief in die Scheide einführen
Ein Vaginalzäpchen (1000 mg) als Einmalapplikation tief in die Scheide einführen

Kinder von 6 bis 12 Jahren:
1 x täglich 20-30 mg/kg Körpergewicht peroral

Nebenwirkungen

  Dermatitis, Erythem, Hautreizungen

Eine örtlich begrenzte Hautreizung, z. B. in Form einer Kontaktdermatitis, kann durch Cetylstearylalkohol hervorgerufen werden.

Kontraindikationen

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Substanz ist im 1. Trimenon kontraindiziert (außer bei schweren, lebensbedrohlichen Infektionen), im 2. und 3. Trimenon muss eine strenge Indikationsstellung erfolgen, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen.
Im Tierversuch ergaben sich zwar Hinweise auf eine embryotoxische oder teratogene Wirkung, die für den Menschen aber irrelevant zu sein scheint.

Die Substanz geht in die Muttermilch über. Für die Anwendung in der Stillzeit liegen nur unzureichende Daten vor.

Wechselwirkungen

Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

SimpleSoft
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Wirkmechanismus

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Zur antiinfektiven Therapie können solche Substanzen herangezogen werden, die eine Toxizität gegen den pathologischen Mikroorganismus, nicht jedoch gegen den Makroorganismus, den zu behandelnden Patienten, besitzen. Dieses Prinzip der selektiven Toxizität ist bei der Stoffgruppe der Nitroimidazole dahingehend verwirklicht, als dass nur unter sauerstoffarmen Bedingungen reaktive Produkte entstehen.
Nitroimidazole penetrieren in die Zellen, wo unter sauerstoffarmen Bedingungen die Nitrogruppe reduziert wird, wobei reaktive Zwischenprodukte entstehen. Diese Zwischenprodukte schädigen essentielle Zellbestandteile und können zu DNA-Strangbrüchen führen (bakterizide Wirkung).
Die Anwesenheit von Sauerstoff würde zu einer Reoxidation führen und so die Zellen schützen.
Aus diesem Mechanismus wird deutlich, warum Nitroimidazole neben einigen Protozoen nur gegen obligat anaerobe Bakterien wirksam sind.
Ebenfalls aus dem Wirkmechanismus ergibt sich ein potentiell mutagener Effekt, der in Humanzellen aufgrund ihrer guten Sauerstoffversorgung und ihrer zusätzlichen Membran um den Zellkern allerdings deutlich schwächer ausgeprägt ist als in Bakterien.
Es bestehen keine Kreuzresistenzen gegenüber anderen Antibiotikagruppen.

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Patientenhinweis

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Dosierung

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