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Minoxidil

Einteilung

Dermatika

Haarwuchsmittel

Wirkmechanismus

Vasodilatator durch Kaliumkanalöffnung und evtl. NO-Agonismus

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Anwendung

Androgenetische Alopezie

Alopezie ist ein Begriff für die Haarlosigkeit an Körperstellen, die normalerweise von markhaltigem, pigmentiertem Haar (=Terminalhaar) bedeckt sind. Der altersbedingte Haarausfall ist davon abzugrenzen. Irreversible Alopezien, bei denen die Haarfollikel zerstört werden, entstehen durch Infektionen mit Bakterien oder Pilzen, chemische Noxen oder verschiedene Dermatosen wie Lichen ruber planus oder Lupus erythematodes. Bei den anderen Formen der Alopezie verkümmern die Haarfollikel, sind aber noch vorhanden. Als Auslöser kommen Mangelernährung (z. B. Eisenmangel), Schilddrüsenfunktionsstörungen, chronische Infekte, Tumorerkrankungen, Stress, aber auch Medikamente wie Antikoagulantien und Zytostatika in Betracht. Häufiger jedoch sind die entzündlich bedingte Alopecia areata und die genetisch bedingte Alopecia androgenetica.

Bisher geht man davon aus, dass bei der androgenetischen Alopezie eine vererbliche Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegen Dihydrotestosteron vorliegt. Dihydrotestosteron wird besonders stark in der Prostata und den Fibroblasten der Haarpapille aus Testosteron über die 5-Alpha-Reduktase Typ 2 gebildet. Die Überempfindlichkeit zeigt sich in einer deutlichen Verkürzung der Wachstumsphase, die noch gebildeten Haare sind dünn und kaum sichtbar. Die auf dem Markt befindlichen Arzneistoffe gegen Alopezie sind nur sehr eingeschränkt wirksam. Bereits bei der Indikation wird nur von einer möglichen, keinesfalls garantierten Besserung der Alopezie gesprochen. Finasterid als Hemmer der o.g. 5-Alpha-Reduktase und Alfatradiol (= 17-Alpha-Estradiol) als abgewandeltes Estrogen vermindern die Produktion des vermeintlich verantwortlichen Dihydrotestosterons im Haarfollikel. Minoxidil soll als Kaliumkanalöffner und möglicher NO-Donor die Durchblutung der Hautkapillaren fördern und somit das Wachstum von Haarfollikeln fördern. Nach Beendigung der Therapie kann ein eventuell erreichter Therapieerfolg im Sinne einer Stabilisierung des Haarausfalls nicht aufrecht erhalten werden. Innerhalb eines Jahres wird der ursprüngliche Zustand wieder erreicht.

Neuerdings gibt es Hinweise für eine Beteiligung von Prostaglandin D2, das bei betroffenen Kopfpartien durch die entsprechende Synthase überexprimiert wird und die Bildung neuer Haare aktiv unterdrückt. Hier bestehen unter Umständen Möglichkeiten für neue Therapieansätze. Prostaglandin F2, ein bekannter Gegenspieler von Prostaglandin D2, wird bei Glaukom eingesetzt. Eine bekannte Nebenwirkung von Prostaglandin F2 ist das verstärkte Wachstum der Augenwimpern.

Patientenhinweis

Nur auf trockene Kopfhaut auftragen.
Nach der Anwendung sollte mindestens 4 Stunden gewartet werden, bis die Haare wieder angefeuchtet werden dürfen.
Nach der Anwendung die Hände gut waschen und kein Produkt in die Augen oder auf Schleimhäute gelangen lassen.

Dosierung

2 x täglich 1 ml auf die betroffene Kopfhaut auftragen

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Nebenwirkungen

  Juckreiz, Hautabschuppungen, Rash

  Allergische Kontaktdermatitis

  Tachykardie, Bradykardie

  Periphere Ödeme

  Kopfschmerzen, Schwindel

Kontraindikationen

Plötzlicher, ungleichmäßiger Haarausfall

Andere auf der Kopfhaut angewendete Mittel

Schwangerschaft und Stillzeit

Wechselwirkungen

Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

SimpleSoft
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Wirkmechanismus

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Bei der oralen Anwedung von Minoxidil zur Blutdrucksenkung wurde häufig als Nebenwirkung eine Hypertrichose (vermehrte Körperbehaarung) bemerkt. Diese Nebenwirkung wird bei Haarausfall als gewünschte Wirkung genutzt.
Der Wirkmechanismus ist noch nicht ganz geklärt. Minoxidil öffnet zelluläre Kalimkanäle. Durch die Hyperpolarisation erschlaffen die glatten Muskelzellen arterieller Gefäße, so dass auch die versorgenden Arteriolen von Haarpapillen besser durchblutet werden. Minoxidil enthält darüber hinaus Stickstoffmonoxid (NO). Es wird vermutet, dass beim Abbau von Minoxidil NO freigesetzt wird, das ebenso zu einer Gefäßrelaxation führt.

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Patientenhinweis

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Dosierung

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Morgens und abends je 1 ml Lösung auf die betroffenen Hautstellen auftragen. Die angegebene Menge sollte unabhängig von der Größe der betroffenen Kopfhautfläche nicht überschritten werden. Je nach Größe und Kopfareal sind verschiedene Applikatoren beigefügt, die unterschiedlich angewendet werden. Genauere Informationen sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Nach 2-4 Monaten ist ein Effekt zu erwarten. Bleibt er nach 4 Monaten bei Männern bzw. 8 Monaten bei Frauen aus, sollte die Therapie abgebrochen werden. Für eine Anwendung bis zu einem Jahr bei Männern und zwei Jahren bei Frauen liegen klinische Erfahrungen vor.
Der Hersteller informiert darüber, dass es bei einigen Patienten 2-6 Wochen nach Therapiebeginn zu einem vermehrten Haarausfall kommen kann, der jedoch von einem verstärkten Nachwachsen der Haare begleitet wird und innerhalb einiger Wochen wieder zurückgeht.

Bei Frauen wird eine Konzentration von 20 mg/ml eingesetzt, bei Männern sind es 50 mg/ml.

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