Wirkstoffprofile.de

Home Search

Nitrofurantoin

    

Einteilung

Urologika

Antiinfektiva

Wirkmechanismus

Bakterizid wirkendes Breitspektrumantibiotikum durch Induktion von DNA-Strangbrüchen

mehr

Anwendung

Akute unkomplizierte Cystitis der Frau

Die akute unkomplizierte Cystitis (Entzündung der Harnblase) der Frau gehört zu den unteren Harnwegsinfekten (obere Harnwege: Nieren und Ureter). Harnwegsinfekte verlaufen typischerweise aszendierend (aufsteigend). Durch die bei der Frau sehr kurze Harnröhre (Urethra) gelangen Erreger in die Harnblase und können dort Symptome verursachen. Unkompliziert nennt man diese Entzündung, wenn die Infektion nichtschwangere, erwachsene Frauen ohne anatomische oder funktionelle Besonderheiten wie z. B. Fehlbildungen, Strikturen, neurologische Störungen oder Katheter betrifft. Die Erreger gelangen in der Regel durch eine Schmierinfektion in die Harnröhre und stammen aus der körpereigenen Darmflora oder der vom Partner durch Geschlechtsverkehr („Honeymoon-Cystitis“). Häufigster Erreger ist Escherichia coli. Weitere mögliche Erreger sind Enterokokken, Proteus mirabilis, Klebsiellen oder Staphylokokkus saprophyticus.

Die typischen Symptome sind ein Brennen beim Wasserlassen (Dysurie/ Algurie), imperativer Harndrang, häufiges Wasserlassen (Pollakisurie) geringer Mengen, Mikrohämaturie (mikroskopisch sichtbare Erythrozyten im Urin) und Schmerzen oberhalb der Symphyse (Schambeinfuge). Bei Komplikationen können weitere Symptome hinzukommen. Makrohämaturie (mit bloßem Auge sichtbares Blut im Urin) und Fieber deuten auf eine schwere Infektion, Flanken- oder Klopfschmerz der Nierenlage auf eine Beteiligung der Nieren (oberer Harnwegsinfekt).
Bei der Diagnose ist die Anamnese der typischen Symptome wegweisend. Eine Urinuntersuchung mit Teststreifen für den Nachweis auf Nitrit (durch nitritbildende Bakterien) und Erythrozyten (als Entzündungszeichen) ist hilfreich. Eine weiterführende Diagnostik mit Urinkultur, Labor und Sonographie (Ultraschall) der Harnwege ist bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt nicht notwendig.
Eine Patientin mit einem unkomplizierten Harnwegsinfekt sollte sowohl über die Gutartigkeit der Erkrankung als auch über die Häufigkeit von Rezidiven und gegebenenfalls über den Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr aufgeklärt werden. Zu den nicht-medikämentösen Maßnahmen gehören Hinweise auf:
  • eine ausreichende Trinkmenge von mindestens 2 Litern (Vorsicht bei Herzinsuffizienz und Niereninsuffizienz)
  • vollständige und regelmäßige Entleerung der Harnblase
  • Miktion nach einem Geschlechtsverkehr
  • die richtige Abwischtechnik beim Toilettengang (von vorn nach hinten)
  • eine nicht übertriebene Intimhygiene
  • evtl. Verzicht auf Scheidendiaphragmen, Spermizide

Blasen- und Nierentees aus Goldrute, Brennessel, Birke oder Wacholder können unterstützend eingesetzt werden. Weiterhin werden Phytopharmaka wie z. B. Preiselbeere (Vaccinium vitis idaea), Moorbeere (Vaccinium uliginosum), die amerikanische Moosbeere (Vaccinium Macrocarpon = Cranberry) oder Bärentraubenblätter angewendet. Ein wissenschaftlicher Beleg für die Wirksamkeit fehlt allerdings. Bärentraubenblätter enthalten das Hydrochinon Arbutin, das im Verdacht steht, eine mutagene Wirkung zu haben. Daher ist die Anwendung auf eine Woche beschränkt und darf nicht öfter als 5 x im Jahr sowie weder bei Schwangerschaft noch in der Stillzeit eingesetzt werden.
Da bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt keine gefährlichen Verläufe zu befürchten sind, ist ein Verzicht auf eine antibiotische Behandlung eine mögliche Option. Wegen der häufig akuten Symptomatik ist allerdings eine antibiotische Behandlung in den meisten Fällen vorzuziehen.
Bei der Auswahl eines Antibiotikums sollen folgende Kriterien berücksichtigt werden:
  • individuelles Risiko des Patienten
  • Erregerspektrum und Antibiotikaempfindlichkeit
  • Effektivitat der antimikrobiellen Substanz
  • unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  • Auswirkungen auf die Resistenzsituation
Mittel der Wahl ist hier die einmalige Gabe von 3000 mg Fosfomycin. Alternativen sind Trimethoprim (abhängig von der regionalen Resistenzlage!) bzw. Nitrofurantoin. Der Einsatz von Cotrimoxazol ist aufgrund der schlechten Resistenzlage nicht mehr erste Wahl, ebenso Cefpodoxim, Ciprofloxacin, Levofloxacin, Norfloxacin und Oflaxacin.

Suppressivtherapie chronisch-obstruktiver Harnwegsinfektionen

Chronisch-obstruktive Harnwegsinfektionen können sich als Folge von Abflussbehinderungen der ableitenden Harnwege einstellen. Abflussbehinderungen können einerseits angeboren sein, so dass die anatomischen Besonderheiten bereits eine Obstruktion der ableitenden Harnwege beinhalten, andererseits können sie in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle erworben sein. So führen z. B. das benigne Prostatasyndrom (BPS) mit einer Vergrößerung der Prostata, Tumore bzw. Karzinome des Urogenitaltraktes oder auch rezidivierende Infektionen der Urethra (Harnröhre) mit sich daraus entwickelnden Strikturen zu einer Obstruktion. Mit der sich entwickelnden Obstruktion ist immer eine Restharnbildung in der Harnblase verbunden und dieser Restharn begünstigt wiederum das Entstehen von Harnwegsinfektionen.
Nitrofurantoin darf nur dann zu einer Suppressivtherapie chronisch-obstruktiver Harnwegsinfektionen bei Patienten mit angeborener oder erworbener Abflussbehinderung der Harnwege eingesetzt werden, wenn risikoärmere Antibiotika oder Chemotherapeutika nicht einsetzbar sind. Nitrofurantoin deckt zwar ein sehr breites Erregerspektrum ab, hat aber insbesondere bei längerer Anwendung zahlreiche, zum Teil gefürchtete Nebenwirkungen. Neben den häufigen gastrointestinalen Störungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen, sind besonders toxische Wirkungen wie schwere Hautreaktionen, Hepatitis, Polyneuropathie und eine interstitielle Lungenfibrose zu nennen. Daher sind vor und während einer Langzeittherapie das Blutbild, Leber- und Nierenwerte sowie eventuelle Antikörper (als Hinweise auf eine Autoimmunhepatitis: SMA = smooth muscular antibodies = Antikörper gegen glatte Muskelzellen, ANA = antinukleäre Antikörper) zu kontrollieren und die Lungenfunktion zu überwachen. Die Suppressivtherapie wird in Intervallen durchgeführt.

Reinfektionsprophylaxe chronisch rezidivierender aszendierender Harnwegsinfektionen

Nitrofurantoin deckt ein sehr breites Erregerspektrum ab. Darüber hinaus gibt es nur wenige Resistenzen gegen Nitrofurantoin. Dennoch darf es nur dann zu einer Reinfektionsprophylaxe chronisch rezidivierender aszendierender (= aufsteigender) Harnwegsinfektionen eingesetzt werden, wenn risikoärmere Antibiotika oder Chemotherapeutika nicht einsetzbar sind. Der Grund sind die zahlreichen, zum Teil gefürchteten Nebenwirkungen von Nitrofurantoin. Neben den häufigen gastrointestinalen Störungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen, sind besonders toxische Wirkungen wie schwere Hautreaktionen, Hepatitis, Polyneuropathie und eine interstitielle Lungenfibrose zu nennen. Daher sind während einer Langzeittherapie das Blutbild, Leber- und Nierenwerte sowie eventuelle Antikörper (als Hinweise auf eine Autoimmunhepatitis: SMA = smooth muscular antibodies = Antikörper gegen glatte Muskelzellen, ANA = antinukleäre Antikörper) zu kontrollieren und die Lungenfunktion zu überwachen.

Patientenhinweis

Während der Therapie kann sich der Urin bräunlich verfärben, dies ist jedoch klinisch unbedeutend.
Prophylaktische Maßnahmen: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Genitalhygiene, sofortiger Toilettengang bei Harndrang, keine Bauchpresse bei der Miktion

Dosierung

Akute unkomplizierte Cystitis:
2-3 x täglich 1 Retardkapsel (100 mg) peroral

Suppressivtherapie:
1-2 x täglich 1 Retardkapsel (100 mg) peroral

Rezidivtherapie:
1 x täglich 1 Retardkapsel (100 mg) peroral abends nach letztem Toilettengang

mehr

Nebenwirkungen

  Schwindel, Ataxie, Nystagmus

  Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit

  Allergische Reaktionen

Es treten sehr häufig Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Arzneimittelfieber, Urtikaria, Pruritus oder angioneurotischem Ödem auf.

  Lungenreaktionen

Lungenreaktionen ("Nitrofurantoin-Pneumonie") in Form von Atemnot, Husten und Fieber treten häufig auf. Bei Langzeitgebrauch kann eine institielle Pneumonie oder eine Lungenfibrose auftreten, die teilweise irrversibel ist.

  Leberfunktionsstörungen

Je nach Einnahmedauer treten gelegentlich Leberfunktionsstörungen von einer reversiblen Cholestase bis hin zur chronischen Hepatitis auf.

  Störungen des Blutbildes

Sehr selten tritt nach Nitrofurantoingabe als Nebenwirkung Agranulozytose auf.

Das Hämogramm (Blutbild) stellt die Menge der in einer Blutprobe vorhandenen Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen), Thrombozyten (Blutplättchen) und Retikulozyten (polymorphkernige Blutkörperchen) nebeneinander dar. Beim Differentialblutbild werden sowohl quantitative als auch qualitative Parameter, wie z. B. die Form, mit herangezogen. Neben pathologischen Veränderungen können Abweichungen von den Normwerten auch durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen bedingt sein. Auftreten können u. a.:
  • Leukopenie: Die Gesamtzahl aller Leukozyten (Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten) im Blut ist auf unter 5.000/mm³ reduziert.
  • Leukozytose: Die Gesamtzahl aller Leukozyten im Blut ist über 10.000/mm³ erhöht.
  • Granulozytopenie: Verminderung der Anzahl der Leukozyten, insbesondere der neutrophilen Granulozyten.
  • Agranulozytose (perniziöse Neutropenie): Verminderung der Anzahl der Leukozyten (Leukopenie), die Granulozyten können komplett fehlen. Auch die Blutplättchen und das Knochenmark können betroffen sein. Eine Agranulozytose kann sich innerhalb von Stunden ausbilden und geht üblicherweise mit grippeähnlichen Symptomen einher, bei deren Auftreten der Patient darüber aufgeklärt sein muss, dass umgehend eine ärztliche Konsultation erfolgen sollte. Es wird symptomatisch therapiert; Breitbandantibiotika und Granulozyten-Koloniestimulierende Faktoren, wie Filgrastim, werden häufig in der Therapie verabreicht.
  • Eosinophilie: Erhöhung der Anzahl der eosinophilen Granulozyten im Blut. Bei allergischen Reaktionen wie dem Arzneimittelexanthem tritt dies zum Beispiel auf.
  • Thrombozytopenie: Verminderung der Anzahl der Thrombozyten unter 150.000/mm³. Durch den Mangel an Thrombozyten ist die Blutgerinnung gestört und es treten vermehrt Hämatome oder Blutungen auf.
  • Aplastische Anämie: Die Gesamtzahl aller Zellen im Blut ist reduziert (Panzytopenie). Ursache ist eine gestörte Stammzellreifung im Knochenmark.
Grundsätzlich stellen Blutbildveränderungen ernste bis lebensbedrohliche unerwünschte Wirkungen dar, die einer weitergehenden ärztlichen Abklärung bzw. Behandlung bedürfen.

  Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom

Fälle von Stevens-Johnson- (Hautveränderung mit Blasenbildung) und Lyell-Syndrom (Hautablösung mit Blasenbildung, potenziell lebensgefährlich) wurden beschrieben. Beim Auftreten dieser Reaktionen sollte die Therapie umgehend ausgesetzt bzw. eingestellt werden. Eine ärztliche Abklärung ist nötig.

  Periphere Polyneuropathie

Sehr selten kann es zu peripheren Polyneuropathien mit den Symptomen Parästhesie und Sensibilitätsminderung kommen, insbesondere bei Vorliegen einer Nierenfunktionsströrung. Diese unerwünschten Wirkungen sind teilweise irreversibel.


Kontraindikationen

Mangel an Glucose-6-Phosphatdehydrogenase

Bei einem genetisch bedingten Mangel an Glucose-6-Phosphatdehydrogenase kann nicht ausreichend NADPH aus der Glucoseoxidation gewonnen werden, welches jedoch zum Aufbau von Glutathion erforderlich ist. Die verminderte Verfügbarkeit von Glutathion zieht ein höheres Hämolyserisiko nach sich, da es dann zur Ausbildung von Disulfidbrücken in den Erythrocytenmembranen kommt, was deren Integrität beeinträchtigt. In der Folge kann es zu einer hämolytischen Anämie kommen.

Wird für die Biotransformation eines Arzneistoffes Glutathion benötigt, steigt das Hämolyserisiko.

Polyneuropathie

Nierenfunktionsstörung

Die Niere stellt das wichtigste Organ für die Ausscheidung von Arzneistoffen und deren Stoffwechselprodukten dar. Ist die Funktionsfähigkeit der Niere herabgesetzt, verbleiben Arzneistoffe und ggf. auch wirksame oder toxische Stoffwechselprodukte länger im Organismus.

Für die Arzneimitteltherapie bedeutet dies, dass bei Substanzen, die zu einem wesentlichen Teil über die Nieren aus dem Organismus entfernt werden, die Dosis des Arzneistoffes herabzusetzen und/oder die Wirkstoffspiegel genau zu überwachen sind. Gerade dann, wenn toxische Metabolite nicht mehr ausreichend über die Niere entfernt werden können, kann auch eine absolute Kontraindikation gegeben sein. Als geeignetes Maß für die Funktionstüchtigkeit der Niere hat sich die sogenannte Kreatinin-Clearance durchgesetzt.

Ob eine Dosisanpassung wegen einer Einschränkung der Nierenfunktion vorgenommen werden sollte, kann anhand folgender Faustregel abgeschätzt werden: Die Kreatinin-Clearance liegt unter 50 ml/min und der normalerweise über eine funktionstüchtige Niere ausgeschiedene Anteil der resorbierten Dosis liegt über 50-70 % (tabellierter Wert, sogenanntes Q-Null-Konzept). Verbindliche Hinweise zu dem jeweiligen Arzneistoff gibt die Fachinformation!

Alter < 3 Monate

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Substanz sollte im 1. und 2. Trimenon der Schwangerschaft nur nach strenger Indikationsstellung appliziert werden, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen. In Tierversuchen haben sich reproduktionstoxische Wirkungen (erhöhte Missbildungsrate) gezeigt.
Der letzte Trimenon der Schwangerschaft stellt eine absolute Kontraindikation dar, da die Gefahr einer hämolytischen Anämie beim Neugeboreren besteht.
Ein geeignetes Antibiotikum bei Entzündungen der ableitenden Harnwege in Schwangerschaft und Stillzeit ist z. B. Amoxicillin (β-Lactam).

Die Substanz geht in die Muttermilch über. Je nach Dosis, Art der Anwendung und Dauer der Medikation kann es zu ernsthaften Schädigungen des Säuglings kommen.

Wechselwirkungen

  Magnesium-Salze z. B. in Antacida

Gleichzeitig verabreichte Magnesiumsalze vermindern die Resorption von Nitrofurantoin, so dass eventuell keine ausreichenden Wirkspiegel erreicht werden.

Magnesium-Salze z. B. in Antacida  anzeigen

  Gyrasehemmer

Nitrofurantoin antagonisiert in vitro die Wirkung von Gyrasehemmern. Da eine Beeinflussung auch in vivo nicht auszuschließen ist, sollten beide Arzneistoffe nicht kombiniert werden.

Gyrasehemmer anzeigen

  Metoclopramid

Gleichzeitig verabreichtes Metoclopramid vermindert die Resorption von Nitrofurantoin, so dass eventuell keine ausreichenden Wirkspiegel erreicht werden.

Metoclopramid anzeigen

  Probenecid

Die Konzentration im Harn wird verringert, dadurch sinkt die Wirksamkeit von Nitrofurantoin. Gleichzeitig werden erhöhte Blutspiegel erreicht, so dass unerwünschte Wirkungen vermehrt auftreten können.

Zu Probenecid wechseln

Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

SimpleSoft
Hilfe Impressum

Wirkmechanismus

zurück

Zur antiinfektiven Therapie können solche Substanzen herangezogen werden, die eine Toxizität gegen den pathologischen Mikroorganismus, nicht jedoch gegen den Makroorganismus, den zu behandelnden Patienten, besitzen. Dieses Prinzip der selektiven Toxizität ist bei Nitrofurantoin dahingehend verwirklicht, als dass nur unter sauerstoffarmen Bedingungen reaktive Produkte entstehen.
Dabei ist der genaue Wirkmechanismus ungeklärt, man geht jedoch von einem ähnlichen wie bei den Nitroimidazolen aus. Diese penetrieren in die Zellen, wo unter sauerstoffarmen Bedingungen die Nitrogruppe reduziert wird, wobei reaktive Zwischenprodukte entstehen. Diese Zwischenprodukte schädigen essentielle Zellbestandteile und können zu DNA-Strangbrüchen führen (bakterizide Wirkung).
Die Anwesenheit von Sauerstoff würde zu einer Reoxidation führen und so die Zellen schützen.
Aus diesem Mechanismus wird deutlich, warum diese Gruppe von Arzneistoffen neben einigen Protozoen nur gegen obligat anaerobe Bakterien wirksam ist.
Ebenfalls aus dem Wirkmechanismus ergibt sich ein potentiell mutagener Effekt, der in Humanzellen aufgrund ihrer guten Sauerstoffversorgung und ihrer zusätzlichen Membran um den Zellkern allerdings deutlich schwächer ausgeprägt ist als in Bakterien.
Es bestehen keine Kreuzresistenzen gegenüber anderen Antibiotikagruppen.

zurück

Patientenhinweis

zurück

zurück

Dosierung

zurück

Vor Verordnung von Nitrofurantoin sollten Nieren- und Leberfunktion überprüft werden, da bei entsprechenden Störungen mit erheblichen Nebenwirkungen zu rechnen ist.
Unter der Therapie mit Nitrofurantoin sind Kontrollen von Blutbild, Nieren- und Leberwerten sowie Untersuchungen auf Antikörper (als Hinweise auf eine Autoimmunhepatitis: SMA = smooth muscular antibodies = Antikörper gegen glatte Muskelzellen, ANA = antinukleäre Antikörper) notwendig. Insbesondere bei längerer Anwendung bis zu 6 Monaten ist eine strikte Überwachung notwendig.

Die Einnahme von Nitrofurantoin erfolgt während oder nach einer Mahlzeit mit etwas Flüssigkeit. Bei akuten Entzündungen der Harnblase beträgt die Anwendungsdauer 5-7 Tage. Eine Suppressivtherapie sollte in zwei bis drei 14 Tage andauernden Zyklen erfolgen, wobei zwischen den Zyklen wiederum eine 14 Tage andauernde Pause eingehalten wird. Eine Rezidivprophylaxe sollte nicht länger als 6 Monate durchgeführt werden.

zurück

Wussten Sie schon?

Die Wirkstoffprofile gibt es auch auf CD.

Vorteile: Offline verfügbar, Lerntools, Fortbildungen u.v.m.

Mehr erfahren Sie auf www.wirkstoffprofile.de.

Zurück zum online-Profil