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Xylometazolin + Dexpanthenol

  

Einteilung

Rhinologika / Sinusitismittel

ALPHA-Sympathomimetika

Wirkmechanismus

Xylometazolin: α-Sympathomimetikum mit vasokonstriktiver Wirkung
Dexpanthenol: Förderung der Fibroblastenproliferation

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Anwendung

Schnupfen

Schnupfen (Rhinitis) beschreibt eine Entzündung der die beiden Nasenhöhlen auskleidenden Schleimhaut. Je nach Ursache unterscheidet man verschiedene Formen der Rhinitis, von denen auf folgende in der Fachinformation eingegangen wird:  Die Rhinitis acuta ist der typische Erkältungs-Schnupfen nach Infektion mit Viren. Aber auch Bakterien und Pilze können eine Rhinitis acuta verursachen. Bei der Rhinitis allergica sind Allergene die Auslöser, wie z. B. Pollen oder Staub. Bei der Rhinitis vasomotorica ist die Regulation der Blutgefäßweite gestört. Als Ursachen gelten extreme Temperaturwechsel, Alkohol, Stress, aber auch der Missbrauch von Arzneimitteln, wie z. B. Nasensprays, oder Drogen (Kokain).

Als Reaktion auf die angeführten Ursachen schwillt die Nasenschleimhaut an und bildet dabei ein wässriges Sekret, das im weiteren Verlauf (bei Superinfektion) eitrig werden kann. Durch die Schleimhautschwellung ist die Nasenatmung behindert. Daneben kann auch ein Brennen im Nasen-Rachenraum auftreten. Bei Erkältung bzw. grippalen Infekten können die typischen Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Husten, Fieber und Abgeschlagenheit hinzukommen. Das Riech- und Geschmacksempfinden ist deutlich beeinträchtigt. Bei Chronifizierung bzw. Superinfektion besteht über vorhandene anatomischen Verbindungen die Gefahr von einer Nasennebenhöhlen- (Sinusitis) und Mittelohrentzündung (Otitis media). Durch „Etagenwechsel“ droht eine akute Bronchitis. Bei Allergien kann es über den Tränennasengang zur Mitbeteiligung der Augen (Rhinokonjunctivitis) kommen.

Symptomatisch werden zur Schleimhautabschwellung Sympathomimetika wie z. B. Xylometazolin eingesetzt. Wegen der rasch einsetzenden Gewöhnung verbunden mit einem Reboundphänomen dürfen Sympathomimetika nicht länger als 7 Tage fortlaufend angewendet werden. Bei Superinfektion müssen Antibiotika verschrieben werden. Allergien werden zusätzlich mit Antihistaminika (lokal z. B. mit Azelastin oder systemisch mit z. B. Cetirizin) oder bei schweren Formen mit Glucocorticoiden (lokal z. B. mit Beclometason) behandelt.

Zur unterstützenden Behandlung bei Haut- und Schleimhautläsionen

Ein oberflächlicher Gewebsdefekt an Haut oder Schleimhaut muss durch neue Epidermis- und Bindegewebszellen repariert werden. Dexpanthenol wird gut von der Haut aufgenommen und zu Pantothensäure umgewandelt. Diese führt zu einer Proliferation von Epidermiszellen und Fibroblasten. Der dadurch erhöhte Zellumsatz kann somit den normalen Heilungsprozess unterstützen und beschleunigen. Weiterhin erhöht Dexpanthenol das Feuchthaltevermögen durch eine erhöhte Lipidsynthese in den Zellmembranen der Epidermiszellen und  verbessert deren Permeabilität. Die Haut bzw. Nasenschleimhaut wird vor exzessivem Wasserverlust und Austrocknung geschützt. Daraus ergibt sich auch der Einsatz als Pflegemittel.

Behandlung der Nasenatmungsbehinderung nach OP

An der im Rahmen von Operationen entstandenen Wunde kommt es zu einer entzündlich bedingten Reaktion mit begleitender Schwellung. Xylometazolin führt über eine Vasokonstriktion der diesen Bereich versorgenden Gefäße zu einer Abschwellung und so zu einer verbesserten Nasenatmung.

Der oberflächliche Gewebsdefekt an Haut oder Schleimhaut muss durch neue Epidermis- und Bindegewebszellen repariert werden. Dexpanthenol wird gut von der Haut aufgenommen und zu Pantothensäure umgewandelt. Diese führt zu einer Proliferation von Epidermiszellen und Fibroblasten. Der dadurch erhöhte Zellumsatz kann somit den normalen Heilungsprozess unterstützen und beschleunigen. Weiterhin erhöht Dexpanthenol das Feuchthaltevermögen durch eine erhöhte Lipidsynthese in den Zellmembranen der Epidermiszellen und  verbessert deren Permeabilität. Die Haut bzw. Nasenschleimhaut wird vor exzessivem Wasserverlust und Austrocknung geschützt. Daraus ergibt sich auch der Einsatz als Pflegemittel.

Patientenhinweis

Anwendung maximal 7 Tage!
Toleranz und Rebound-Effekt möglich. Ausschleichen nach längerer (missbräuchlicher) Anwendung! Begrenzte Anwendungsdauer!

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Dosierung

Erwachsene und Schulkinder ab 6 Jahren:
Bis zu 3 x täglich 1 Sprühstoß (0,1 %) in jedes Nasenloch

Kinder von 2 bis 6 Jahren:
Bis zu 3 x täglich 1 Sprühstoß (0,05 %) in jedes Nasenloch

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Nebenwirkungen

  Überempfindlichkeitsreaktionen

Es kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie Angioödem, Hautausschlag und Juckreiz kommen.

  Systemische Effekte

Gelegentlich kommt es zu systemischen sympathomimetischen Effekten des α-Sympathomimetikums. Dazu gehören Herzrasen, Blutdruckanstieg oder Schlaflosigkeit.
Besondere Vorsicht ist daher geboten bei Patienten, die weitere blutdrucksteigernde Arzneimittel einnehmen oder schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Auch bei erhöhtem Augeninnendruck oder Phäochromozytom (Tumor der Nebennierenrinde mit vermehrter Produktion von Catecholaminen) sollte das Arzneimittel nicht unbedacht angewendet werden.

  Reaktive Hyperämie

Häufig kommt es bei α-Sympathomimetika nach dem Abklingen der Wirkung zu einer verstärkten Schwellung der Nasenschleimhaut. Hier sollte nicht unbedacht mit höheren Dosen reagiert werden, weil dadurch diese Reaktion weiter verstärkt werden kann. Ist durch die starke Schwellung die Atmung sehr beeinträchtigt, bietet es sich an, nur in jeweils ein Nasenloch eine Dosis zu applizieren, um der Schleimhaut mehr Zeit zur Regeneration zu geben.

  Reizungen

Brennen oder Trockenheit der Nasenschleimhaut wegen Xylometazolin sind meist vorübergehend. Es bietet sich an, zur Befeuchtung der Schleimhaut zusätzlich Meerwassernasensprays anzuwenden.

  Schleimhautschäden

Wird das Arzneimittel länger als 7 Tage angewendet, zum Teil auch schon während dieser Zeit, kommt es oft zu bleibenden Schleimhautschäden durch Xylometazolin. Die Schleimhaut ist trocken und brennt. Sie kann nach dem Abklingen der Wirkung verstärkt anschwellen. Hier sollte nicht unbedacht mit höheren Dosen reagiert werden, weil dadurch diese Reaktion weiter verstärkt werden kann.
Langer oder häufiger Gebrauch kann eine Rhinitis medicamentosa zur Folge haben, die sich wie ein virusbedingter Schnupfen durch angeschwollene Nasenschleimhaut, vermehrte Sekretion und Atembeschwerden äußert. Ein Schwund der Nasenschleimhaut ist möglich, bis hin zur sogenannten "Stinknase" (Rhinitis atrophicans).
Es kann auch eine Rhinitis sicca auftreten, eine bleibende Schleimhautschädigung mit Borkenbildung und trockener Schleimhaut.

Ist durch die starke Schwellung die Atmung sehr beeinträchtigt, bietet es sich an, nur in jeweils ein Nasenloch eine Dosis zu applizieren, um der Schleimhaut mehr Zeit zur Regeneration zu geben. Ebenfalls ist es sinnvoll, die Dosis zu reduzieren, z. B. durch Verwendung des Kinder-Nasensprays. Des Weiteren bietet es sich an, zur Befeuchtung der Schleimhaut zusätzlich Meerwassernasensprays anzuwenden.

Kontraindikationen

Rhinitis sicca

Das α-Sympathomimetikum kann eine Rhinitis sicca hervorrufen, besonders bei längerem und häufigem Gebrauch.

Schwangerschaft und Stillzeit

Das Arzneimittel sollte nur nach strenger Indikationsstellung in der Schwangerschaft appliziert werden, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen.

Von den Substanzen ist nicht bekannt, ob sie in die Muttermilch übergehen.

Wechselwirkungen

  Tricyclische Antidepressiva

Der Blutdruck kann ansteigen durch die Kombination der kardiovaskulären Effekte der genannten Arzneimittel mit den systemischen Nebenwirkungen der α-Sympathomimetika.

Tricyclische Antidepressiva anzeigen

  MAO-Hemmstoffe z. B. Moclobemid

Der Blutdruck kann ansteigen durch die Kombination der kardiovaskulären Effekte der genannten Arzneimittel mit den systemischen Nebenwirkungen der α-Sympathomimetika.

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Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

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Wirkmechanismus

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  • Xylometazolin: Durch die lokale Stimulation von α-Adrenozeptoren wirken Stoffe wie Xylometazolin und Oxymetazolin gefäßverengend in Haut und Schleimhaut. Werden systemisch α-Adrenozeptoren stimuliert, führt das zu Vasokonstriktion am Skelettmuskel, im Abdominalbereich, an den Herzkranzgefäßen, im Gehirn, in den Nieren und Venen. Durch die Durchblutungsminderung gehen Reizungen und Schwellungen zurück. Der Einsatz sollte aber nicht länger als 5 Tage erfolgen, da durch die schlechtere Durchblutung die Versorgung der Schleimhaut gemindert ist und es auch schneller zum Austrocknen kommt. Häufig kommt es bei α-Sympathomimetika nach dem Abklingen der Wirkung zu einer verstärkten Schwellung der Nasenschleimhaut. Hier sollte nicht unbedacht mit höheren Dosen reagiert werden, weil dadurch diese Reaktion weiter verstärkt werden kann.

  • Dexpanthenol: Dexpanthenol ist der Alkohol des Vitamins Panthotensäure und wird vom Organismus auch zu diesem biotransformiert. Als Bestandteil von Coenzym A ist es für viele Stoffwechselprozesse notwendig. Unter anderem fördert es die Wundheilung durch Bildung von Granulationsgewebe.

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Patientenhinweis

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Nach längerer Anwendung oder Überdosierung kann die Wirkung nachlassen. Es kommt zu einer reaktiven Hyperämie der Nasenschleimhaut. Auch eine chronische Schwellung der Nasenschleimhaut (Rhinitis medicamentosa) und Atrophien sind möglich. Der Patient behandelt diese Symptome wiederum mit abschwellenden Nasentropfen. Es entsteht ein Teufelskreis.
Wichtig ist es, die Ursachen des Abusus zu klären und diese zu therapieren: Begradigung der Nasenscheidewand, ursächliche Therapie einer Allergie oder die Entfernung von Polypen. Schnupfen tritt auch als Nebenwirkung einiger Arzneimittel wie Psychopharmaka in Erscheinung.

Absetzversuche können so verlaufen, dass abschwellende Sprays mit befeuchtenden im Wechsel gegeben werden oder zunächst erst ein Nasenloch therapiert wird. Auch eine Dosisreduktion durch die Verwendung von Kindernasensprays ist möglich.

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Dosierung

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Nasensprays sind in verschiedenen Konzentrationen für die jeweilige Altersgruppe auf dem Markt. Für Erwachsene und Schulkinder werden 0,1 %ige Zubereitungen angeboten, für Kinder von 2-6 Jahren 0,05 %ige Zubereitungen von Xylometazolin. Dexpanthenol ist in einer Konzentration von 5 % enthalten.

Die Arzneimittel sollte nicht länger als 7 Tage angewendet werden, eine erneute Anwendung sollte erst nach einigen Tagen Pause wieder begonnen werden. Insbesondere bei längerer Anwendung und Überdosierung von schleimhautabschwellenden Sympathomimetika kann es im Rahmen einer reaktiven Hyperämie zu einem Rebound-Phänomen mit Verengung der Atemwege kommen. Die sich daraus ergebene Gefahr einer Daueranwendung kann zur chronischen Schleimhautanschwellung bis hin zur Atrophie der Nasenschleimhaut führen.

Zubereitungen, die das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid enthalten, können zu Hautreizungen führen. In diesem Fall sollte auf ebenfalls verfügbare Zubereitungen ohne Benzalkoniumchlorid zurückgegriffen werden.

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