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Zoledronsäure

    

Einteilung

Osteoporosemittel

Bisphosphonate

Wirkmechanismus

Hemmung der knochenresorptiven Aktivität der Osteoklasten durch Auslösen von vorzeitiger Apoptose; z. B. Hemmung der Farnesylpyrophosphat-Synthase

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Anwendung

Postmenopausale Osteoporose bei Frauen

Die Osteoporose ist eine durch Störung des Knochenstoffwechsels entstehende Knochenerkrankung. Sie führt zu einer generalisierten Abnahme der Knochenmasse pro Volumeneinheit. Infolge der Struktur- und Funktionsveränderung besteht die Gefahr von Knochenbrüchen.
Man unterscheidet primäre und sekundäre Formen. Zu den primären Formen zählen postmenopausale, senile und idiopathische Osteoporose. Die sekundären Formen werden z. B. durch andere Grunderkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente oder Mangelernährung ausgelöst.

Bei Frauen besteht ein besonderes Osteoporoserisiko. Nach der Menopause führt der Ausfall der Ovarienfunktion zu einem Östrogenmangel. Dieser Mangel bewirkt eine Steigerung des Knochenabbaus. Verantwortlich hierfür ist eine verringerte Sekretion von Calcitonin und eine Sensibilisierung der Osteoklasten gegenüber Parathormon. Hierdurch steigt die Calciumkonzentration im Extrazellularraum, dies wiederum ist die Ursache für eine verringerte Bildung von Calcitriol und eine deshalb erniedrigte Calciumresorption aus dem Darm, sowie für eine verstärkte Calciumausscheidung mit dem Urin. Dies alles begünstigt letztendlich die sogenannte postmenopausale Osteoprose.

Osteoporose bei Männern

Die Osteoporose ist eine durch Störung des Knochenstoffwechsels entstehende Knochenerkrankung. Sie führt zu einer generalisierten Abnahme der Knochenmasse pro Volumeneinheit. Infolge der Struktur- und Funktionsveränderung besteht die Gefahr von Knochenbrüchen.
Man unterscheidet primäre und sekundäre Formen. Zu den primären Formen zählen postmenopausale, senile und idiopathische Osteoporose. Die sekundären Formen werden z. B. durch andere Grunderkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente oder Mangelernährung ausgelöst.

Bei Männern wirken sich die hormonellen Veränderungen im Alter weniger stark als bei Frauen auf die Knochendichte aus. Allerdings kann auch der Mann an Osteoporose erkranken, wenn die Abnahme der Knochenmasse im Alter über das normale Maß hinausgeht. Ursache für diese sogenannte senile Osteoporose kann neben einer genetischen Disposition eine erniedrigte Calcitriolkonzentration im Plasma sein, die durch eine zu geringe Aufnahme von Vitamin D, der Vorstufe des Calcitriols, mit der Nahrung bedingt ist. Auch die endogene Vitamin-D-Synthese kann im Alter durch mangelnden Aufenthalt im Sonnenlicht verringert sein.

Vorbeugung von Skelettveränderungen

Zugelassen ist die Substanz bei Patienten mit Tumorbefall des Skeletts, wenn Frakturen oder behandlungspflichtigen Knochenveränderungen vorgebeugt werden soll, die durch das Krebsgeschehen hervorgerufen werden könnten.

Tumorinduzierte Hypercalcämie

Befällt ein Tumor das Knochengewebe, kann es zur Knochenauflösung (Osteolyse) kommen, in deren Folge große Mengen an Calcium mobilisiert werden, die zu erhöhten Calciumspiegeln im Blut führen (Hypercalcämie). Das Bisphosphonat unterbindet die Resorption des Knochens und senkt daher die erhöhten Calciumspiegel ab.

Morbus Paget

Der Morbus Paget führt zu einer krankhaften und schmerzhaften Umbildung der Knochen. Es kommt zu Frakturen und gekrümmter Haltung. Der Knochenumbau lässt sich durch Bisphosphonatgabe aufhalten.

Patientenhinweis

In jeder Indikation ist auf eine ausreichende Hydratation der Patienten zu achten!
Unerwünschte Symptome nach Gabe von Zoledronsäure können durch die Gabe von Ibuprofen oder Paracetamol verhindert oder abgemildert werden.
Bei der Behandlung der Osteoporose und des Morbus Paget sollten ausreichende Mengen an Calcium und Vitamin D zugeführt werden!

Dosierung

1 x jährlich 5 mg parenteral (Indikation Osteoporose)
1 x alle 3-4 Wochen 4 mg parenteral (Indikation Vorbeugung von Skelettveränderungen)
Einzeldosis von 5 mg parenteral (Indikationen Morbus Paget und tumorinduzierte Hypercalcämie)

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Nebenwirkungen

  Muskel-, Knochen- oder Gelenkschmerzen

  Osteonekrosen des Kiefers und des Gehörgangs

Unter der Therapie von oralen Bisphosphonaten kann es zum Auftreten von Kiefernekrosen und Gehörgangsnekrosen kommen. Das Risiko nimmt mit der Therapiedauer zu.

Besonders im Zusammenhang mit Zahnextraktionen und ähnlichen Eingriffen wurde bei bestehender Therapie mit Bisphosphonaten von Nekrosen des Kieferknochens berichtet. Da in der Folge häufig der Kieferchirurg oder Zahnarzt konsultiert wird, der möglicherweise nicht über die Einnahme des Bisphosphonates informiert ist, ist hier die Wachsamkeit des Apothekers gefragt.

Vor Beginn der Therapie sollten die Mundhöhle und die Zähne untersucht und gegebenenfalls saniert werden.

  Fieber, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost

  Vorhofflimmern

Der Mechanismus dieser unerwünschten Wirkung, die bei etwa 2,5 % der Patienten auftritt, ist unbekannt.

  Erhöhung des Serum-Kreatinins, Nierenversagen

Es kann zu Nierenfunktionsstörungen kommen. Dies äußert sich zumeist mit der Abnahme der Nierenfunktion. Indikator hierfür ist die erhöhte Konzentration von Kreatinin im Blutserum. Bei normaler Nierenfunktion wird Kreatinin renal ausgeschieden, so dass die Blutspiegel physiologischer Weise sehr niedrig sind.
Selten kommt es sogar zu einem akuten Nierenversagen. Dieses kann sogar bis zur Dialysepflichtigkeit führen. Es liegen darüber hinaus Einzelfallberichte vor, bei welchen die Patienten an einem Zoledronsäur-induzierten Nierenversagen verstorben sind. Daher rät der Hersteller von einer Therapie mit der Substanz bei stark eingeschränkter Nierenfunktion ab.

  Hautausschlag

  Gastrointestinale Beschwerden

Die Patienten klagen häufig über Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und gelegentlich über Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen und Oesophagitis.

  Kopfschmerzen, Schwindel

  Reversible Verwirrtheit

  Hypocalcämie, Hypophosphatämie

Ursächlich für die Hypocalcämie ist eine Verschiebung des Verhältnisses von aufbauenden und resorptiven Prozessen am Knochen zu Gunsten des Knochenaufbaus. Die verstärkt aktiven Osteoblasten entziehen dem Blut das Calcium, um die neue Knochenmatrix aufbauen zu können.

Kontraindikationen

Hypocalcämie

Schwere Nierenfunktionsstörung

Es kann zu Nierenfunktionsstörungen kommen. Dies äußert sich zumeist mit der Abnahme der Nierenfunktion. Indikator hierfür ist die erhöhte Konzentration von Kreatinin im Blutserum. Bei normaler Nierenfunktion wird Kreatinin renal ausgeschieden, so dass die Blutspiegel physiologischer Weise sehr niedrig sind.
Selten kommt es sogar zu einem akuten Nierenversagen. Dieses kann sogar bis zur Dialysepflichtigkeit führen. Es liegen darüber hinaus Einzelfallberichte vor, bei welchen die Patienten an einem Zoledronsäur-induzierten Nierenversagen verstorben sind. Daher rät der Hersteller von einer Therapie mit der Substanz bei stark eingeschränkter Nierenfunktion ab.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Substanz ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen.
In Tierversuchen haben sich embryotoxische/teratogene Wirkungen gezeigt.

Von der Substanz ist nicht bekannt, ob sie in die Muttermilch übergeht.

Wechselwirkungen

  Diuretika z. B. Furosemid

Während der Anwendung von Zoledronsäure ist auf eine ausreichende Hydratisierung des Patienten zu achten. Da Diuretika eine Dehydratisierung herbeiführen können, ist bei gleichzeitiger Anwendung Vorsicht geboten.

Diuretika z. B. Furosemid  anzeigen

Strukturformel

Strukturformel

ratiopharm

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Wirkmechanismus

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Bisphosphonate verhindern als Analoga zum Pyrophosphat den Abbau von Knochenmaterial durch Osteoklasten. Während die Aktivität der knochenresorbierenden Osteoklasten gehemmt wird, kann sich durch Osteoblastenaktivität neue Knochenmasse von normaler Qualität bilden.

Bisphosphonate binden mit hoher Affinität an das Calcium-haltige Hydroxylapatit der Knochen. Man geht davon aus, dass sie nach Aufnahme in die Osteoklasten dort Apoptose induzierend wirken. Bisphosphonate mit basischem Heterozyklus (wie Risedronat und Zoledronat) sollen in der Lage sein, die Protonenpumpe der Osteoklasten zu inaktivieren und die Interaktion mit Wachstumsfaktoren zu hemmen. Aufgrund des salzsauren Milieus am Ort des Knochenabbaus reichern sich heterozyklische Bisphosphonate bevorzugt dort an, um ihre Wirkung zu entfalten.

Unter Therapie mit Bisphosphonaten sinkt die Frakturrate signifikant. In therapeutischen Dosen kommt es zu keiner relevanten Hemmung der Osteoblasten, lediglich die knochenresorbierenden Osteoklasten werden gehemmt.

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Patientenhinweis

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Dosierung

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In jeder Indikation ist auf eine ausreichende Hydratation der Patienten zu achten; unerwünschte Symptome nach Gabe von Zoledronsäure können durch die Gabe von Ibuprofen oder Paracetamol verhindert oder abgemildert werden.

Indikation postmenopausale Osteoporose: Zusammen mit der parenteralen Gabe von Zoledronsäure sollten peroral Calcium und Vitamin D zugrführt werden.

Indikation Morbus Paget: Zusammen mit der parenteralen Gabe von Zoledronsäure sollten peroral Calcium und Vitamin D zugeführt werden. Angeraten wird, über 10 Tage mindestens 2 x täglich 500 mg Calcium einzunehmen. Zur wiederholten Gabe von Zoledronsäure liegen beim Morbus Paget keine Daten vor.

Indikation tumorinduzierte Hypercalcämie: Falls erforderlich kann eine Wiederholung der Behandlung mit Zoledronsäure erfolgen.

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