Menü

Close
Suche Download Karteikarten Videos Hilfe Impressum Datenschutz

Feedback

Close

Wir freuen uns über Ihr Feedback, ganz konkret zu Adalimumab oder auch ganz allgemein zu den Wirkstoffprofilen.

Feedback senden
Home

Wirkstoffprofile

Feedback Suche Menü

          < Adalimumab >

Adalimumab

  

Wirkmechanismus

TNF-α-Blocker: Monoklonaler Antikörper, der durch Komplexbildung mit TNF-α dessen proinflammatorische Wirkung unterbindet

Anwendung

Rheumatoide Arthritis

Die Therapie sollte in Kombination mit Methotrexat erfolgen, wenn die Erkrankung mit Basistherapeutika wie Methotrexat bislang nicht ausreichend therapiert werden konnte oder wenn bei schweren Krankheitsformen bislang noch kein Methotrexat zum Einsatz gekommen ist. Die Kombination von Adalimumab und Methotrexat verhindert das Fortschreiten radiologisch erkennbarer Gelenkschädigungen und verbessert die körperliche Funktionalität.

Nur wenn Unverträglichkeiten gegenüber Methotrexat bestehen oder eine Methotrexatgabe nicht sinnvoll ist, kann Adalimumab auch als Monotherapie eingesetzt werden.

Bei den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises liegt kausal ein autoimmunologisches Phänomen zugrunde, welches zusätzlich einer gewissen genetischen Prädisposition bedarf. Wie bei anderen autoimmunologisch bedingten Erkrankungen auch, ist der auslösende Trigger oftmals unbekannt.
Es kommt zu einer Aktivierung des Immunsystems indem sich Autoantikörper verschiedener Subklassen (sogenannte Rheumafaktoren) (IgM, IgG, IgA, IgE) gegen den konstanten Teil (Fc-Teil) von körpereigenen IgG-Antikörpern richten. Nach der Bindung des Rheumafaktors an den Antikörper wird die Autoimmunreaktion unter Beteiligung des humoralen und zellulären Immunsystems ausgelöst. Durch die Freisetzung von Zytokinen (regulatorische Proteine zur Signalübertragung zwischen Zellen), die als Entzündungsmediatoren fungieren wird eine Entzündungsreaktion in Gang gesetzt.
Dieses äußert sich in den klassischen Entzündungsanzeichen Rötung, Schwellung, Hitze, Schmerz und Funktionsbeeinträchtigung, wobei Prostaglandine und andere Gewebshormone eine tragende Rolle spielen.
Es kommt zur Zerstörung von Gelenkknorpel und Knochengewebe sowie zur Bildung eines bindegewebsartigen Pannus (Vergrößerung des Gewebes durch Granulationsgewebe und Entzündungszellen). Damit die Entzündungsreaktion aufrechterhalten werden kann und um weitere Immunzellen zur Einwanderung in das entzündete Gelenk zu bewegen, schütten Makrophagen und T-Zellen proinflammatorische Zytokine aus; von besonderem Interesse sind hier der Tumornekrosefaktor α (TNF-α) sowie das Interleukin 1 (IL-1). Nehmen die proinflammatorischen Zytokine überhand, kommt es u. a. zu folgenden Reaktionen:

  • Vermehrte Ausschüttung des jeweils anderen Zytokins durch die Anwesenheit von TNF-α bzw. IL-1
  • Aktivierung von knochenabbauenden Osteoklasten
  • Abbau des Gelenkknorpels
  • Beschleunigung des Pannuswachstums
  • Vermehrte Synthese weiterer Entzündungsmarker

Bei Nichttherapie dieses Geschehens erfolgt langfristig eine Zerstörung der entsprechenden Gewebsstrukturen, was bei Erkrankungen von Gelenken eine Versteifung des entsprechenden Gelenks zur Folge hat.

Neben der Anwendung von direkt antiphlogistisch wirksamen Substanzen, welche in der akuten Schmerzphase zum Einsatz kommen, werden in der Rheumatherapie sogenannte Basistherapeutika (langwirksame Antirheumatika, disease modifying antirheumatic drug, DMARD) eingesetzt. Hierbei handelt es sich in der Regel um Immunmodulatoren, die in synthetische (z. B. Methotrexat) und biologische DMARDs (z.B. Adalimumab) unterschieden werden können. So besteht eine Therapieoption darin, das Gleichgewicht von pro- und antiinflammatorischen Zytokinen durch DMARDs wieder herzustellen.
Bis zum Wirkeintritt, der häufig mit einer deutlichen Besserung der Beschwerden einhergeht, können jedoch mehrere Wochen vergehen.
Sollte es nur zu einer unzureichenden Besserung des Krankheitsverlaufes kommen, können auch mehrere DMARDs gleichzeitig zum Einsatz kommen.

Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis

Adalimumab wird in Kombination mit Methotrexat angewendet zur Behandlung der aktiven polyartikulären juvenilen idiopathischen Arthritis bei Patienten ab einem Alter von 2 Jahren, die nur unzureichend auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika angesprochen haben.
Nur wenn Unverträglichkeiten gegenüber Methotrexat bestehen oder eine Methotrexatgabe nicht sinnvoll ist, kann Adalimumab auch als Monotherapie eingesetzt werden.

Die juvenilen idiopathischen Arthritis ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Gelenke. Sie gehört zum rheumatischen Formenkreis und hat unbekannte Ursachen (idiopathisch).

Bei den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises liegt kausal ein autoimmunologisches Phänomen zugrunde, welches zusätzlich einer gewissen genetischen Prädisposition bedarf. Wie bei anderen autoimmunologisch bedingten Erkrankungen auch, ist der auslösende Trigger oftmals unbekannt.
Es kommt zu einer Aktivierung des Immunsystems indem sich Autoantikörper verschiedener Subklassen (sogenannte Rheumafaktoren) (IgM, IgG, IgA, IgE) gegen den konstanten Teil (Fc-Teil) von körpereigenen IgG-Antikörpern richten. Nach der Bindung des Rheumafaktors an den Antikörper wird die Autoimmunreaktion unter Beteiligung des humoralen und zellulären Immunsystems ausgelöst. Durch die Freisetzung von Zytokinen (regulatorische Proteine zur Signalübertragung zwischen Zellen), die als Entzündungsmediatoren fungieren wird eine Entzündungsreaktion in Gang gesetzt.
Dieses äußert sich in den klassischen Entzündungsanzeichen Rötung, Schwellung, Hitze, Schmerz und Funktionsbeeinträchtigung, wobei Prostaglandine und andere Gewebshormone eine tragende Rolle spielen.
Es kommt zur Zerstörung von Gelenkknorpel und Knochengewebe sowie zur Bildung eines bindegewebsartigen Pannus (Vergrößerung des Gewebes durch Granulationsgewebe und Entzündungszellen). Damit die Entzündungsreaktion aufrechterhalten werden kann und um weitere Immunzellen zur Einwanderung in das entzündete Gelenk zu bewegen, schütten Makrophagen und T-Zellen proinflammatorische Zytokine aus; von besonderem Interesse sind hier der Tumornekrosefaktor α (TNF-α) sowie das Interleukin 1 (IL-1). Nehmen die proinflammatorischen Zytokine überhand, kommt es u. a. zu folgenden Reaktionen:

  • Vermehrte Ausschüttung des jeweils anderen Zytokins durch die Anwesenheit von TNF-α bzw. IL-1
  • Aktivierung von knochenabbauenden Osteoklasten
  • Abbau des Gelenkknorpels
  • Beschleunigung des Pannuswachstums
  • Vermehrte Synthese weiterer Entzündungsmarker

Bei Nichttherapie dieses Geschehens erfolgt langfristig eine Zerstörung der entsprechenden Gewebsstrukturen, was bei Erkrankungen von Gelenken eine Versteifung des entsprechenden Gelenks zur Folge hat.

Kann die voranschreitende Krankheit in ihrem Verlauf durch die klassische Basistherapie sowie Antiphlogistika nicht ausreichend gebremst werden, so besteht eine Therapieoption darin, das Gleichgewicht von pro- und antiinflammatorischen Zytokinen durch Adalimumab wieder herzustellen.

Psoriasis-Arthritis

Etwa jeder 20. Psoriasis-Patient entwickelt diese Gelenkerkrankung, die dann mit der Substanz behandelt werden kann, wenn die Standardtherapie (z. B. Methotrexat) versagt hat oder nicht in Frage kommt.

Die Psoriasis (Schuppenflechte) gehört zu den nicht-infektiösen entzündlichen Hauterkrankungen, die als eine Systemerkrankung auch andere Bereiche wie Gelenke (sog. Psoriasis-Arthritis), Muskeln, Bänder, aber auch andere Organe, wie Augen und Herz, betreffen kann. Es handelt sich um eine multifaktorielle, größtenteils vererbte Autoimmunerkrankung, die darüber hinaus von Umweltfaktoren wie Stress, Rauchen, Witterungsbedingungen, hormonellen Veränderungen oder Medikamenten (Betablocker, ACE-Hemmer, Lithium-Salze, Interferone, Tetracykline, NSAIDs, Folsäure,…) ausgelöst und in ihrem Verlauf stark beeinflusst wird. Diese Einflüsse erklären auch den chronischen, schubförmigen Verlauf der Erkrankung. Die häufigste Form der Psoriasis ist die sog. Psoriasis vulgaris.

Pathophysiologisch kommt es zu einer (auto-)immunologischen Reaktion der Haut mit ausgeprägter entzündlicher Komponente. In die Haut wandern Granulozyten, Makrophagen und aktivierte T-Lymphozyten ein. Durch eine gesteigerte mitotische Aktivität der Basalzellen der Epidermis in den betroffenen Arealen kommt es zur Hyperproliferation und gestörter Keratinozyten-Differenzierung. Die Haut erneuert sich statt in 28 Tagen nun in 3 bis 7 Tagen.
Klinisch findet man auf der Haut rötliche, meist rundliche, inselartig scharf begrenzte und leicht erhabene Effloreszenzen, am häufigsten auf der Kopfhaut, besonders aber auch an den Streckseiten von Ellenbogen und Knie, sowie am Bauchnabel und Anus. Mechanisch beanspruchte Körperstellen (Gürtel, Uhren, Ringe) sind auch häufiger betroffen. Auch die Nägel können beteiligt sein. Die Effloreszenzen schuppen stark als Ausdruck der erhöhten Zellteilungsrate und können mit ausgeprägtem Juckreiz einhergehen. Beim Abkratzen der Schuppen zeigen sich die sog. Psoriasis-Phänomene: Die entfernten, silbrigen Schuppen sehen wie abgekratztes Kerzenwachs aus; beim weiteren Abkratzen lässt sich ein letztes lamelläres Häutchen entfernen, das beim Entfernen zu einer punktförmigen Blutung führt (sog. Auspitz-Phänomen).

Der Schweregrad der Erkrankung bestimmt die Therapie. Unterschieden werden die leichte Psoriasis von der mittelschweren bis schweren Psoriasis.
Die Definition ist durch die in klinischen Studien gebräuchliche Einteilung beeinflusst. Kriterien sind die BSA (Body Surface Area), der PASI (Psoriasis Area and Severity Index) und er DLQI (Dermatology Life Quality Index). Von einer leichten Psoriasis spricht man, wenn alle drei Kriterien Werte unter 10 liefern.
Weitere Upgrade-Kriterien zu einer mittelschweren bis schweren Psoriasis sind:
  • Therapieresitente Plaques
  • Jucken, das zu Kratzen führt
  • Areaale auf der sichtbaren Kopfhaut
  • Beteiligung des Genitalbereiches, der Handflächen und/oder der Fußsohlen
  • Beteiligung von mehr als zwei Fingernägeln

Therapie
Grundsätzlich ist dei Erscheinungsfreiheit das Ziel der Therapie. Dieses Ziel ist aber nicht bei allen Patienten erreichbar. Daher sollten zu Therapiebeginn Minimalziele definiert werden, die dann nach einer festgelegten Zeit überprüft werden. Werden diese nicht erreicht sollte die Therapie angepasst werden.

Nach der aktuellen S3 Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft von 2025 richtet sich die Therapie nach dem Schweregrad.Die leichte Psoriasis wird mit topisch applizierten Arzneistoffen behandelt:
  • Glucocortikoide (z. B. Beclomethason, Mometason, Clobetasol)
  • Vitamin D3-Analoga (z. B. Calcipotriol)
  • Calcineurininhibitoren (z. B. Pimecrolimus)
  • Lichttherapie mit Psoralenen (PUVA-Therapie)

Bei der mittelschweren bis schweren Psoriasis wird die topische mit systemischen Therapien ergänzt. Hier stehen in der 1. Linie mehre Möglichkeiten zur Verfügung:
  • Koventionelle Systemtherapie (z. B. Dimethylfumerat, Ciclosporin, Methrotrexat)
  • Biologika (z. B. Adalimumab)
  • Neue zielgerichtete kleine Molekühle (z. B. Deucravacitinib)
Wirkstoffe der 2. Linie sind Etaercept, Infliximab, Ustekinumab und Apremilast.

Plaque-Psoriasis

Die Psoriasis (Schuppenflechte) gehört zu den nicht-infektiösen entzündlichen Hauterkrankungen, die als eine Systemerkrankung auch andere Bereiche wie Gelenke (sog. Psoriasis-Arthritis), Muskeln, Bänder, aber auch andere Organe, wie Augen und Herz, betreffen kann. Es handelt sich um eine multifaktorielle, größtenteils vererbte Autoimmunerkrankung, die darüber hinaus von Umweltfaktoren wie Stress, Rauchen, Witterungsbedingungen, hormonellen Veränderungen oder Medikamenten (Betablocker, ACE-Hemmer, Lithium-Salze, Interferone, Tetracykline, NSAIDs, Folsäure, …) ausgelöst und in ihrem Verlauf stark beeinflusst wird. Diese Einflüsse erklären auch den chronischen, schubförmigen Verlauf der Erkrankung. Die häufigste Form der Psoriasis ist die sog. Psoriasis vulgaris.

Pathophysiologisch kommt es zu einer (auto-)immunologischen Reaktion der Haut mit ausgeprägter entzündlicher Komponente. In die Haut wandern Granulozyten, Makrophagen und aktivierte T-Lymphozyten ein. Durch eine gesteigerte mitotische Aktivität der Basalzellen der Epidermis in den betroffenen Arealen kommt es zur Hyperproliferation und gestörter Keratinozyten-Differenzierung. Die Haut erneuert sich statt in 28 Tagen nun in 3 bis 7 Tagen.
Klinisch findet man auf der Haut rötliche, meist rundliche, inselartig scharf begrenzte und leicht erhabene Effloreszenzen, am häufigsten auf der Kopfhaut, besonders aber auch an den Streckseiten von Ellenbogen und Knie, sowie am Bauchnabel und Anus. Mechanisch beanspruchte Körperstellen (Gürtel, Uhren, Ringe) sind auch häufiger betroffen. Auch die Nägel können beteiligt sein. Die Effloreszenzen schuppen stark als Ausdruck der erhöhten Zellteilungsrate und können mit ausgeprägtem Juckreiz einhergehen. Beim Abkratzen der Schuppen zeigen sich die sog. Psoriasis-Phänomene: Die entfernten, silbrigen Schuppen sehen wie abgekratztes Kerzenwachs aus; beim weiteren Abkratzen lässt sich ein letztes lamelläres Häutchen entfernen, das beim Entfernen zu einer punktförmigen Blutung führt (sog. Auspitz-Phänomen).

Der Schweregrad der Erkrankung bestimmt die Therapie. Unterschieden werden die leichte Psoriasis von der mittelschweren bis schweren Psoriasis.
Die Definition ist durch die in klinischen Studien gebräuchliche Einteilung beeinflusst. Kriterien sind die BSA (Body Surface Area), der PASI (Psoriasis Area and Severity Index) und er DLQI (Dermatology Life Quality Index). Von einer leichten Psoriasis spricht man, wenn alle drei Kriterien Werte unter 10 liefern.
Weitere Upgrade-Kriterien zu einer mittelschweren bis schweren Psoriasis sind:
  • Therapieresitente Plaques
  • Jucken, das zu Kratzen führt
  • Areaale auf der sichtbaren Kopfhaut
  • Beteiligung des Genitalbereiches, der Handflächen und/oder der Fußsohlen
  • Beteiligung von mehr als zwei Fingernägeln

Therapie
Grundsätzlich ist die Erscheinungsfreiheit das Ziel der Therapie. Dieses Ziel ist aber nicht bei allen Patienten erreichbar. Daher sollten zu Therapiebeginn Minimalziele definiert werden, die dann nach einer festgelegten Zeit überprüft werden. Werden diese nicht erreicht sollte die Therapie angepasst werden.

Nach der aktuellen S3 Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft von 2025 richtet sich die Therapie nach dem Schweregrad. Die leichte Psoriasis wird mit topisch applizierten Arzneistoffen behandelt:
  • Glucocortikoide (z. B. Beclomethason, Mometason, Clobetasol)
  • Vitamin D3-Analoga (z. B. Calcipotriol)
  • Calcineurininhibitoren (z. B. Pimecrolimus)
  • Lichttherapie mit Psoralenen (PUVA-Therapie)

Bei der mittelschweren bis schweren Psoriasis wird die topische mit systemischen Therapien ergänzt. Hier stehen in der 1. Linie mehre Möglichkeiten zur Verfügung:
  • Koventionelle Systemtherapie (z. B. Acitretin, Dimethylfumerat, Ciclosporin, Methrotrexat)
  • Biologika (z. B. Adalimumab)
  • Neue zielgerichtete kleine Molekühle (z. B. Deucravacitinib)
Wirkstoffe der 2. Linie sind Etanercept, Infliximab, Ustekinumab und Apremilast.

Morbus Bechterew

Das Krankheitsbild wird auch als "Spondylitis ankylosans" oder "ankylosierende Spondylitis" bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Krankheit, die vor allem die Wirbelsäule, aber auch Becken- und Schultergelenke und andere Organe befallen kann. Ursächlich scheint ein erblicher Autoimmunprozess zu sein, dem eine Bakterieninfektion vorraus geht. In den betroffenen Gelenken können sowohl vermehrt Makrophagen,T-Lymphozyten als auch TNF-α nachgewiesen werden. Im Falle des Morbus Bechterew kommt es zusätzlich zum reinen Entzündungsprozess zum vermehrten Auftreten von Knochen abbauenden Osteoklasten, wodurch eine Schädigung des betroffenen Geleks verstärkt wird.

Die Patienten leiden unter Morgensteifigkeit, Gelenkschmerzen, verminderter Beweglichkeit bis hin zur völligen Versteifung und Osteoporose. Schwere Krankheitsverläufe, die mit einer klassischen Therapie aus Analgetika und Antiphlogistika nicht ausreichend therapiert werden können, sind einer Behandlung mit der Substanz zugänglich.

Morbus Crohn

Die Anwendung sollte nur erfolgen, wenn die gängigen Medikamente keinen ausreichenden Erfolg gezeigt haben.
Während der Induktionsphase sollten zusätzlich Glucocorticoide eingesetzt werden, die danach ausgeschlichen werden können. Werden Glucocorticoide nicht vertragen, so ist auch eine Monotherapie möglich.

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Gastrointestinaltraktes, welche prinzipiell in allen Abschnitten des GIT auftreten kann. Allerdings sind am häufigsten die terminalen Abschnitte des Dünndarms betroffen. Im Gegensatz zur Colitis ulcerosa, einer weiteren entzündlichen Erkrankung des Gastrointestinaltraktes, kann eine Enteritis regionalis Crohn, wie der Morbus Crohn auch genannt wird, alle Wandschichtes des Verdauungstraktes betreffen und somit zu Fisteln und Abszesse führen. Bei der Colitis ulcerosa ist immer nur die Mukosa, also die innere Wand des Darms betroffen. Klassische Symptome des Morbus Crohn sind:
  • schwere Durchfälle
  • Abdominalschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • rektale Blutungen
Ursächlich für die Erkrankung scheint zum einen ein Mucosadefekt zu sein, der es Keimen der normalen Darmflora ermöglicht in die Schleimhaut einzudringen und dort eine Immunantwort auszulösen. Darüber hinaus scheint es zu einer gewissen Dysbalance zwischen protektiven und destruktiven Zytokinen (z. B. TNF-α) zu kommen, wodurch eine ungwöhnlich starke Immunantwort ausgelöst wird.

Die Erkrankung tritt schubweise auf, kann aber auch kontinuierliche Beschwerden verursachen.

Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die in der Regel im Rektum beginnt und sich von dort aus kontinuierlich bis maximal in den Dickdarm (Kolon) ausbreitet. Dabei bleibt die Entzündung auf die Dickdarmschleimhaut mit Mucosa und Submucosa beschränkt.
Die Prävalenz (Häufigkeit) der Erkrankung liegt in Deutschland bei etwa 160-250 Patienten pro 100.000 Einwohner. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen 16 und 25 Jahren. Der Verlauf ist chronisch-rezidivierend mit zwischenzeitlichen Phasen der Remission (temporäres oder dauerhaftes Nachlassen der Krankheitssymptome ohne Erreichen der Genesung).
Eine sinnvolle Klassifikation der Colitis ulcerosa wird nach der Ausdehnung der Erkrankung vorgenommen. Danach unterscheidet man die Proktitis (Entzündung des Rektums), die Linksseitenkolitis und die schwere Kolitis mit Ausdehnung über die linksseitige Flexur (Biegung) des Dickdarms. Diese Einteilung hat Auswirkung auf die Art der Therapie (lokal/systemisch) und auf den Beginn eines Karzinomüberwachungsprogramms.

Zahlreiche Faktoren spielen bei der Entstehung der Colitis ulcerosa eine Rolle. Aufgrund des guten Ansprechens auf Immunsuppressiva und Immunmodulatoren wird sie zu den Autoimmunerkrankungen gezählt, ohne den genauen Entstehungsmechanismus, bei dem am Ende eine TH-2-gesteuerte Immunantwort (TH = T-Lmphozyt-Helferzelle) überwiegt, zu kennen. Daneben scheinen Genmutationen wie z. B. im IL17REL-Gen eine wichtige Rolle zu spielen. Weiterhin werden eine krankhaft gesteigerte Immunreaktion gegen die Darmflora, Umwelteinflüsse und eine möglicherweise übertriebene Hygiene beim Patienten diskutiert. Die Ernährung und psychische Faktoren spielen bei der Entstehung keine Rolle, auch wenn im Verlauf der Erkrankung eben diese Faktoren gegebenenfalls in den Vordergrund rücken (müssen).

Symptome
Der Beginn der Erkrankung kann schleichend mit Abgeschlagenheit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl oder aber auch akut sein. Hauptsymptom sind schwere, rezidivierende Durchfälle 10-20 /Tag. Der Stuhl kann durch oberflächliche Schleimhautblutungen blutig sein. Weiterhin haben die Patienten häufig schmerzhafte Koliken. Die Lebensqualität wird durch Stuhlinkontinenz mit imperativem (= zwanghaftem) Stuhldrang erheblich eingeschränkt. Schwere Flatulenzen deuten auf bestehende Zuckerunverträglichkeiten (Sorbit, Fructose, Lactose) während eines Schubs hin.
Im weiteren Krankheitsverlauf kann es zu extraintestinalen Manifestationen kommen, die die Lebensqualität darüber hinaus weiter einschränken. Besonders erwähnt seien hier Arthritiden, Augenmanifestationen (z. B. Skleritis = Entzündung der Lederhaut oder Uveitis = Regenbogenhautentzündung), Hauterkrankungen (z. B. Erythema nodosum) und Osteopenie bis hin zur manifesten Osteoporose.
Eine Sonderstellung nimmt noch die primär sklerosierende Cholangitis (PSC, eine chronische Entzündung der Gallengänge) ein, da sie wegen der schnellen Progression zu einer Leberzirrhose einen erheblichen Einfluss auf die Therapie und die Prognose hat.
Wichtige Komplikationen der Colitis ulcerosa sind das toxische Megacolon, einem akut lebensbedrohlichen Krankheitszustand mit starker Erweiterung des Dickdarms und Sepsis, sowie das kolorektale Karzinom.

Bei der Diagnostik spielen Anamnese, das klinische Erscheinungsbild, Laboruntersuchungen sowie bildgebende Verfahren eine Rolle.
Bei der Blutuntersuchung schaut man auf Entzündungsparameter (CRP =C-reaktive Protein, BSG = Blutkörperchensenkgeschwindigkeit), immunologische Marker (perinukleärer antineutrophiler cytoplasmatischer Antikörper = p-ANCA eher positiv, Anti-Saccharomyces-cerevisiae-Antikörper = ASCA negativ), Eisenwerte (Anämie bei chronischen Blutungen) und Transaminasen (Hinweis auf PSC mit Cholestase).  
Bei den bildgebenden Verfahren ist neben Röntgenkontrastmitteluntersuchungen und der Sonographie (Ultraschall) besonders die Endoskopie durch den Anus (Koloskopie) wichtig. Hierbei können Biopsien entnommen und der Grad der Entzündung sowie verdächtige Areale auf Präkanzerosen hin beurteilt werden. In der Histologie zeigen sich typischerweise sog. „Kryptenabszesse“ am Grund der Dickdarmschleimhaut.
Differentialdiagnostisch müssen andere Kolitiserkrankungen, wie pseudomembranöse Kolitis (z. B. nach Antibiotika), infektiös bedingte Kolitis, ischämisch bedingte Kolitis oder Divertikel-bedingte Kolitis, ausgeschlossen werden. In manchen Fällen kann trotz der aufwändigen Diagnostik eine Abgrenzung zum Morbus Crohn schwierig sein.

Ziele einer Therapie sind eine Verringerung der Entzündungsaktivität, eine deutliche Linderung der Symptome und ein möglichst langfristiger Erhalt der Darmfunktion. Weiterhin gilt es, bei ausgedehnter Colitis ulcerosa frühzeitig mit einem Karzinomüberwachungsprogramm zu beginnen. All diese Ziele tragen zu einer Verbesserung der Lebensqualität und Lebenszeit des Patienten bei. Spontan ist die Erkrankung nicht heilbar; kurativ ist nur eine (Prokto-)Kolektomie.
Die Auswahl der möglichen Arzneistoffe richtet sich nach der Krankheitsaktivität, dem Befallsmuster im Verdauungstrakt, dem Vorhandensein von extraintestinalen Manifestationen, dem bisherigen Ansprechen auf vorhergehende Behandlungen sowie Begleiterkrankungen und potentieller unerwünschter Wirkungen der Arzneistoffe.
Bei der Therapie muss man zwischen der Akuttherapie und der remissionserhaltenden Langzeittherapie unterscheiden.

Die Akuttherapie richtet sich nach der Lokalisation der aktuellen Entzündung.
Die Proktitis wird rektal mit 5-Aminosalicylaten (5-ASA) wie Mesalazin oder Sulfasalazin als Suppositorien, Schäume oder Einläufe behandelt. Bei Versagen kommen topisch anzuwendende Glucocorticoide wie Budesonid oder oral verabreichtes Mesalazin hinzu.
Die Linksseitenkolitis sollte mit einer Kombination von rektal anzuwendenden 5-ASA-Präparaten (Einläufe, Schäume) und oral verabreichten 5-ASA-Präparaten behandelt werden. Dabei können Dosierungen >3 g/Tag notwendig werden. Aufgrund des besseren Nebenwirkungsprofils sollte Mesalazin Sulfasalazin gegenüber bevorzugt werden.
Persistieren blutige Durchfälle länger als 14 Tage, sollte eine systemische Steroidtherapie (0,5-1mg/kg KG Prednisolonäquivalent) gegeben werden.
Eine schwere Kolitis sollte stationär durchgeführt werden und die i.v.-Steroidtherapie eng überwacht werden. Eine unter Steroiden fortbestehende hohe Krankheitsaktivität spricht für einen steroidrefraktären Verlauf. Hier kommen dann Calcineurin-Inhibitoren, IL23-Antikörper, JAK-Inhibitoren, S1PR_Modulatoren, TNF-Antikörper, Ustekinumab oder Vedolizumab zum Einsatz. Bei weiterhin fulminanter Aktivität kann mit Infliximab, Tacrolismus oder Ciclosporin A therapiert werden. Nach einem eventuellen Ansprechen wird dann auf Azathioprin bzw. 6-Mercaptopurin umgestellt. Das unter den Umständen einer oft mehrjährigen immunsuppressiven Therapie deutlich erhöhte Infektionsrisiko sollte dem Patienten bewusst sein. Bei Nichtansprechen ist in der Regel eine (subtotale) Kolektomie/Proktokolektomie erforderlich; häufig mit Anlage eines endständigen Ileostomas.

Die remissionserhaltende Langzeittherapie wird mit 5-Aminosalicylaten wie Mesalazin für mindestens 2 Jahre durchgeführt (auch als Karzinomprophylaxe). Alternativ kann auch der apathogene E.coli Stamm Nissle 1917 eingesetzt werden. Bei einem erneuten Schub unter der remissionserhaltenden Therapie muss die nächste remissionserhaltende Therapie erweitert werden. Hier können IL23-Antikörper, Thiopurine, Anti-TNF, Vedolizumab, Ustekinumab, JAK-Inhibitoren oder S1PR-Modulatoren zum Einsatz kommen. Laut der aktuellen Leitlinie der DGVS (2025) sollen Kortikosteroide nicht zur Remissionserhaltung eingesetzt werden. Bei längjährigem stabilen Remissionserhalt kann eine Beendigung der Erhaltungstherapie unter engmaschiger Kontrolle erwogen werden.

Der oft lange Verlauf und die starken Nebenwirkungen der Arzneistoffe führen oft zu einer umfangreichen Begleitmedikation. Weiterhin muss bei starker Krankheitsaktivität an Mangelzustände bzw. Mangelerscheinungen gedacht werden. Besonderes Augenmerk verdienen bei rezidivierenden Durchfällen der Wasserhaushalt, Natrium und Kalium. Bei blutigen Durchfällen müssen die Eisenwerte kontrolliert werden. Dabei kann ein Ersatz durch Eisenpräparate wegen deren schleimhautreizender Wirkung schwierig sein. Folsäuremängel entstehen bei der Langzeitgabe von Sulfasalazin. Das Serum-Calcium und die Knochendichte sollten bei langer Glucocorticoidtherapie kontrolliert werden.

Uveitis

Bei Erwachsenen ist Adalimumab indiziert bei einer nicht infektiösen Uveitis intermedia,
Uveitis posterior und Panuveitis, wenn diese nur unzureichend auf Kortikosteroide angesprochen haben, eine Kortikosteroid sparende Behandlung benötigen oder für die eine Behandlung mit Kortikosteroiden nicht geeignet ist.

Bei Kindern und Jugendlichen ab 2 Jahren ist Adalimumab indiziert bei einer chronischen nicht infektiösen Uveitis anterior, wenn diese unzureichend auf eine konventionelle Therapie angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben
oder für die eine konventionelle Therapie nicht geeignet ist.

Eine Uveitis ist eine Entzündung der Augenhaut, die aus der Aderhaut, dem Strahlenkörper und der Regenbogenhaut besteht.

Dosierung

Alle 1-2 Wochen 40 mg subcutan injizieren

Patientenhinweis

Mit Adalimumab behandelte Personen erhalten einen speziellen Patientenpass, der Informationen über mögliche Therapiekomplikationen enthält und behandelnden Ärzten vorgelegt werden sollte.
Liegen Infektionen (besonders aktive oder latente Tuberkulose) vor, so sollte die Therapie erst begonnen werden, nachdem diese beseitigt wurden.
Treten unter der Therapie Infektionen auf, so muss umgehend der behandelnde Arzt konsultiert und ggf. die Medikation ausgesetzt werden.
Bei Anzeichen wie anhaltendem Fieber, Blutergüssen, Blutungen und Blässe sollte umgehend der behandelnde Arzt konsultiert werden.
Die Nadel-Schutzkappen von Pen und Fertigspritzen enthalten einen Latex, was bei Allergikern zu schwerwiegenden Reaktionen führen kann.
Impfungen dürfen unter der Therapie erfolgen, allerdings nicht mit Lebendimpfstoffen.

Nebenwirkungen

  Allergische Reaktionen

Diese können vor allem systemische Auswirkungen haben, bis hin zum anaphylaktischen Schock.

  Infektionen

Wegen der immunsuppressiven Eigenschaften können vermehrt Infektionen auftreten. Sehr häufig kommt es zu Infektionen der oberen Atemwegen. Häufig sind auch die unteren Atemwege oder die Harnwege betroffen. Möglich sind gelegentlich auch schwerwiegende Infektionen wie Sepsis und Tuberkulose.

  Störungen des Blutbildes

Gelegentlich tritt als Nebenwirkung Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie und Neutropenie einschließlich Agranulozytose auf. Selten kann es auch zu einer Panzytopenie kommen.

Das Hämogramm (Blutbild) stellt die Menge der in einer Blutprobe vorhandenen Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen), Thrombozyten (Blutplättchen) und Retikulozyten (polymorphkernige Blutkörperchen) nebeneinander dar. Beim Differentialblutbild werden sowohl quantitative als auch qualitative Parameter, wie z. B. die Form, mit herangezogen. Neben pathologischen Veränderungen können Abweichungen von den Normwerten auch durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen bedingt sein. Auftreten können u. a.:
  • Leukopenie: Die Gesamtzahl aller Leukozyten (Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten) im Blut ist auf unter 5.000/mm³ reduziert.
  • Leukozytose: Die Gesamtzahl aller Leukozyten im Blut ist über 10.000/mm³ erhöht.
  • Granulozytopenie: Verminderung der Anzahl der Leukozyten, insbesondere der neutrophilen Granulozyten.
  • Agranulozytose (perniziöse Neutropenie): Verminderung der Anzahl der Leukozyten (Leukopenie), die Granulozyten können komplett fehlen. Auch die Blutplättchen und das Knochenmark können betroffen sein. Eine Agranulozytose kann sich innerhalb von Stunden ausbilden und geht üblicherweise mit grippeähnlichen Symptomen einher, bei deren Auftreten der Patient darüber aufgeklärt sein muss, dass umgehend eine ärztliche Konsultation erfolgen sollte. Es wird symptomatisch therapiert; Breitbandantibiotika und Granulozyten-Koloniestimulierende Faktoren, wie Filgrastim, werden häufig in der Therapie verabreicht.
  • Eosinophilie: Erhöhung der Anzahl der eosinophilen Granulozyten im Blut. Bei allergischen Reaktionen wie dem Arzneimittelexanthem tritt dies zum Beispiel auf.
  • Thrombozytopenie: Verminderung der Anzahl der Thrombozyten unter 150.000/mm³. Durch den Mangel an Thrombozyten ist die Blutgerinnung gestört und es treten vermehrt Hämatome oder Blutungen auf.
  • Aplastische Anämie: Die Gesamtzahl aller Zellen im Blut ist reduziert (Panzytopenie). Ursache ist eine gestörte Stammzellreifung im Knochenmark.
Grundsätzlich stellen Blutbildveränderungen ernste bis lebensbedrohliche unerwünschte Wirkungen dar, die einer weitergehenden ärztlichen Abklärung bzw. Behandlung bedürfen.

  Entmyelinisierungen im ZNS

Es kann ein Multiple-Sklerose-Krankheitsbild hervorgerufen werden.

  Gut- und bösartige Tumore

Da die gegen eine Gewebsentdifferenzierung gerichtete protektive Wirkung von TNF-α vermindert wird, können gelegentlich Tumore auftreten.

  Arrhythmien, Tachykardie, Hypertonie

  Erkrankungen der Haut

Es kann sehr häufig zu Exanthemen (Hautausschlägen) und häufig u. a. zu Dermatitis (entzündliche Hauterscheinung), Ekzemen (Juckflechte), Pruritus (Juckreiz) und Haarausfall kommen.

  Kopfschmerzen, Benommenheit, Parästhesien, Fieber

  Depression, Schlaflosigkeit

Es wurden in seltenen Fällen auch manische Episoden besonders bei Patienten mit zuvor bestehender emotionaler Instabilität beobachtet.

TNF alpha wird mit Schizophrenie, bipolaren Störungen und Depression in Verbindung gebracht. Der genaue Mechanismus ist aber noch nicht aufgeklärt.

  Gastrointestinale Beschwerden

Es kann u. a. zu Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe und Abdominalschmerzen kommen.

Kontraindikationen

Sepsis

Es handelt sich um eine Infektion, bei der pathogene Mikroorganismen (vor allem Bakterien) von einem Infektionsherd aus in die Blutbahn eingebrochen sind.

Aufgrund der immunsuppressiven Wirkung sollte eine Anwendung der Substanz unterbleiben.

Infektionen, Infektionsneigung

Aufgrund der immunsuppressiven Wirkung sollte eine Anwendung der Substanz unterbleiben oder nur unter engmaschiger Kontrolle erfolgen.

Multiple Sklerose und andere ZNS-Erkrankungen

Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um eine primäre entzündliche Erkrankung des ZNS mit herdförmiger Entmarkung. Als Ursache wird eine Autoimmunkrankheit gegen Markscheidenantigene angenommen. Virale Einflüsse können auch möglich sein.
Zum Einsatz kommt hier, neben anderen Medikamenten (ACTH, Glucocorticoide), Interferon-β.

Etanercept, Adalimumab und Infliximab fördern wahrscheinlich die Entmyelinisierung, so dass die Erkrankung rascher voranschreiten kann. Die Anwendung sollte nur unter genauer Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Mäßige bis schwere Herzinsuffizienz

Klinische Daten zeigen, dass es zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz kommen kann. Die Patienten sollten engmaschig überwacht werden.

Kinder und Jugendliche, Ausnahmen je nach Indikation

Die Altersgrenze ist von der Indikation abhängig:

  • Juvenile idiopathische Arthritis: Ab 2 Jahren
  • Plaque-Psoriasis: Ab 4 Jahren
  • Morbus Crohn: Ab 6 Jahren
  • Colitis ulcerosa: Ab 6 Jahren
  • Uveitis: Ab 2 Jahren

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Substanz ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen.
Tierversuche erbrachten weder embryotoxische noch teratogene Wirkungen.
Während und bis 5 Monate nach der letzten Behandlung sollten Frauen im gebärfähigen Alter eine sichere Verhütungsmethode anwenden.

Humane Immunglobuline gehen in die Muttermilch über. Für die Anwendung in der Stillzeit liegen nur unzureichende Daten vor.
Deshalb sollte bis 5 Monate nach der letzten Behandlung nicht gestillt werden.

Wechselwirkungen

  Methotrexat

Es gibt Anzeichen, dass die kombinierte Gabe mit Methotrexat die Bildung von Antikörpern gegen Adalimumab reduziert und damit das therapeutische Ansprechen verbessert. Daher wird die kombinierte Gabe empfohlen.

Methotrexat anzeigen

  Anakinra

Die gleichzeitige Anwendung zweier rekombinanter Antirheumatika bringt keinen zusätzlichen therapeutischen Nutzen. Statt dessen wird die Anfälligkeit für schwerwiegende Infektionen und Blutbildstörungen erhöht.

  Lebendimpfstoffe

Lebendimpfstoffe sollten wegen der durch das Antirheumatikum ausgelösten Immunsuppression nicht gleichzeitig angewendet werden.

Strukturformel

Kommentar

Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss in unserer Hilfe.

SimpleSoft

Mit freundlicher Unterstützung von
ratiopharm

Zurück

Wirkmechanismus

Adalimumab gehört zu den therapeutisch genutzten monoklonalen Antikörpern, welche gegen eine Vielzahl autoimmunologisch bedingter entzündlicher Prozessen angewendet werden. Monoklonal heißt hierbei, dass der Antikörper gegen ein ganz bestimmtes Antigen eines pharmakologischen Targets, in diesem Falle des Tumornekrosefaktor α (TNF-α) gerichtet ist. Durch die Bindung des Antikörpers an das Target, wird dieses komplexiert und dadurch in seiner Wirksamkeit neutralisiert. Adalimumab ist der erste rein humane TNF-α Antikörper, der therapeutisch genutzt wird.

Der Tumornekrosefaktor α spielt eine essentielle Rolle in bei Entzündungsprozessen. Kommt es nämlich im Rahmen von Entzündungen zur Infiltration von Makrophagen, so sezernieren diese neben anderen beteiligten Immunzellen, TNF-α welches unter anderem an der Zielzelle (im Falle der Arthritis an Knorpel- oder Knochenzelle) an entsprechenden Rezeptoren bindet. Durch die Aktivierung des nukleären Faktors κb (nF-κb), kommt es in der betroffenen Zelle zur Aktivierung der Apoptose, also dem programmierten Zelltod.
Darüber hinaus vermittelt TNF-α folgende Reaktionen, welche den Entzündungsprozess verstärken:

  • Produktion von "akute Phase Proteinen" wie das C-reaktive Protein
  • Phagozytosesteigerung von Makrophagen
  • gesteigerte Migration phagozytoseaktiver Granulozyten
  • vermehrte Synthese von Cytokinen wie Interleukine.
Zurück

Patientenhinweis

Unter der Therapie wurden schwere Infektionen wie schwere Tuberkulose beobachtet.
Unter der Therapie kann es zu Blutbildveränderungen kommen.
Da die Elimination von Adalimumab aus dem Organismus bis zu 5 Monate in Anspruch nehmen kann, sollte die Überwachung des Patienten entsprechend lang fortgesetzt werden.
Zurück

Dosierung

Die Therapie mit Adalimumab sollte nur von erfahrenen Fachärzten begonnen und durchgeführt werden!

Erwachsene:

  • Bei Rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis und Morbus Bechterew werden alle 2 Wochen 40 mg subcutan injiziert. Ist diese Dosis nicht ausreichend, so kann bei Patienten, die an rheumatoider Arthritis leiden und die Substanz als Monotherapie erhalten, ggf. auf 1 x wöchentlich 40 mg erhöht werden. Bei Rheumatoider Arthritis sollte eine gleichzeitige Behandlung mit Methotrexat nicht abgebrochen, sondern fortgesetzt werden.
  • Bei Plaque-Psoriasis werden initial 80 mg injiziert. Danach werden alle 2 Wochen 40 mg appliziert.
  • Bei Morbus Crohn werden initial 80 mg injiziert. Danach werden alle 2 Wochen 40 mg appliziert. Das Applikationsintervall kann auch hier auf 1 x pro Woche reduziert werden. Ist ein schnelles Ansprechen der Therapie nötig, so kann initial mit 160 mg in Woche 0 begonnen werden, gefolgt von 80 mg in Woche 2. Danach wird wie bereits beschrieben verfahren.
  • Bei Colitis ulcerosa wird bei schweren Verläufen eine Initialdosis von 160 mg verabreicht. Dieser folgt in Woche zwei eine Dosis von 80 mg, wonach im zweiwöchentlichem Rhythmus mit 40 mg therapiert wird. Bei eintretendem Wirkverlust kann eine wöchentliche Applikation von 40 mg hilfreich sein.
  • Bei Uveitis werden initial 80 mg injiziert. Danach werden alle 2 Wochen 40 mg appliziert. Allerdings beginnend eine Woche nach der Induktionsdosis.

Ein Ansprechen auf die Therapie sollte sich innerhalb der ersten 12 Behandlungswochen (Plaque-Psoriasis: 16 Wochen) einstellen, ansonsten sollte die Therapie überdacht werden.

Kinder und Jugendliche:

  • Juvenile idiopathische Arthritis: Ab 2 Jahren
  • Plaque-Psoriasis: Ab 4 Jahren
  • Morbus Crohn: Ab 6 Jahren
  • Colitis ulcerosa: Ab 6 Jahren
  • Uveitis: Ab 2 Jahren

Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht. Es sei an dieser Stelle auf die Fachinformation verwiesen.

Wussten Sie schon?

Die Wirkstoffprofile gibt es auch zum Download.

Vorteile: Offline verfügbar, Lerntools, Fortbildungen u.v.m.

Mehr erfahren Sie auf www.wirkstoffprofile.de.

Zurück zum online-Profil