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          < Fremanezumab >

Fremanezumab

 

Wirkmechanismus

Humanisierter monoklonaler IgG2-Antikörper bindet selectiv an das Calcitonin Gene-Related Peptid (CGRP)
Verhinder so die Bindung von CGRP an den CGRP-Rezeptor

Anwendung

Migräneprophylaxe

Migräne zählt zu den häufigsten Kopfschmerzformen. 8 % der Männer und 20 % der Frauen sind betroffen, aber auch viele Kinder und Jugendliche leiden bereits unter dieser Erkrankung. Zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr tritt Migräne am häufigsten auf, in dieser Lebensphase sind Frauen dreimal häufiger betroffen als Männer. Erstere leiden meist auch unter längeren und intensiveren Attacken. Nach dem 45. Lebensjahr (höchste Prävalenz zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr) nehmen Häufigkeit und Schwere von Migräneattacken bei vielen Patienten ab.

Symptome:
Bei der Migräne kommt es anfallsartig zu heftigen, häufig einseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen. Körperliche Aktivität verstärkt den Kopfschmerz. Die Attacken können von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen begleitet sein und dauern in der Regel 4-72 Stunden. Bei 10-15 % der Patienten geht der eigentlichen Kopfschmerzphase eine so genannte Aura voraus. Die Aura äußert sich durch Sehstörungen, die Wahrnehmung von Lichtblitzen und gezackten Linien, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, Schwindel oder Lähmungen. Diese Symptome entwickeln sich über einen Zeitraum von 10-20 Minuten und bilden sich dann langsam wieder zurück.

Die Ursache ist nicht bekannt. In 60-70 % der Fälle lässt sich eine familiäre Belastung nachweisen.

Therapeutische Maßnahmen zur Migräneprophylaxe:
Eine Migräneprophylaxe ist angezeigt, wenn:
  • drei oder mehr schwere Migräneattacken pro Monat vorliegen.
  • Migräneattacken mit einer Dauer von mehr als 72 Stunden vorliegen.
  • Migräneattacken vorliegen, die nicht hinreichend auf eine Akuttherapie (inkl. Triptane) ansprechen.
  • Migräneattacken so auftreten, dass die Einnahme von Analgetika an mehr als 10 Tagen pro Monat notwendig wäre.
  • komplizierten Fälle mit Aura sowie migränösem Hirninfarkt vorliegen.

Dazu sind eine gründliche Anamnese und therapiebegleitende Maßnahmen für die Auswahl der geeigneten Medikation notwendig.

In jedem Fall sollten als therapiebegleitende Maßnahmen (Kopfschmerztagebuch), aerober Ausdauersport, Entspannungsverfahren, psychologische Schmerztherapie und kognitive Verhaltenstherapie mit einer geeigneten Prophylaxe kombiniert werden.
Unspezifische Medikamente, die mit hoher Evidenz eingesetzt werden können, sind: β-Blocker (Propranolol, Metoprolol, Bisoprolol), Flunarizin, Valproinsäure, Topiramat, Amitriptylin und Onabotulinumtoxin A.
Neu sind die spezifischen monoklonalen CGRP (calcitonin-gene-related-peptide)-Antikörper (Eptinezumab, Erenumab, Fremanzumab und Galcanezumab) und die CGRP-Antagonisten (Atogepant und Rimegepant).

Nach 6 bis 12 Monaten sollte die prophylaktische Gabe kritisch beurteilt werden und zunächst eine Dosisreduktion und dann ein Absetzen der Medikation erwogen werden. Bei erneuten Migräneattacken kann eine weitere Prophylaxetherapie begonnen werden.

Additiv oder alternativ können Akupunktur (bei nicht schweren Attacken vergleichbar mit Sumatriptan), nicht invasive bzw. invasive Neuromodulation oder okzipitale Blockade zum Einsatz kommen.

Dosierung

225 mg 1 x monatlich (subkutan)
675 mg alle drei Monate (subcutan)

Patientenhinweis

Patienten sollten auf mögliche Überempfindlichkeitsreaktionen hingewiesen werden und bei Auftreten schwerer Symptome, die auch verzögert auftreten können, einen Arzt aufsuchen.

Nebenwirkungen

  Reaktionen an der Injektionsstelle

Innerhalb der ersten Stunde kann es an der Einstichstelle zu Schmerzen, Verhärtung und einem Erythrem kommen. Ausschlag und Pruritus entwickelten sich erst nach 24 bis 48 Stunden.

  Anaphylaktische Reaktionen

Selten treten innerhalb von 24 Stunden schwerwiegende anaphylaktische Reaktionen auf, teilweise traten diese aber auch verzögert auf.

  Raynaud-Syndrom

Es gibt Hinweise dafür, dass es zum erstmaligen Auftreten oder zu einer Verschlechterung eines Raynaud-Syndrom unter der Therapie kommen kann.

Das Raynaud-Syndrom ist gekennzeichnet durch ein Erblassen der Finger oder Zehen. Es wird verursacht durch Vasospassmen.

Kontraindikationen

Schwere Herzerkrankungen

Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren in den klinischen Studien ausgeschlossen. Daher fehlen Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit für Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder instabiler Angina pectoris in den letzten 12 Monaten.

Kinder und Jugentliche unter 18 Jahre

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Schwangerschaft und Stillzeit

Bis jetzt liegen nur wenig Daten vor. Tierexperimentelle Studien ergaben aber keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität. Eine Anwendung während der Schwangerschaft sollte vermieden werden.

Es ist nicht bekannt, ob Fremanezumab in die menschliche Muttermilch übergeht.
Humane IgG-Antikörper gehen aber in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch über, ihre Konzentration sinkt bald danach auf niedrige Werte ab, was bedeutet, dass in dieser Zeit ein Risiko für das gestillte Kind nicht ausgeschlossen werden kann. Im weiteren Verlauf kann die Anwendung in der Stillzeit jedoch in Betracht gezogen werden.

Wechselwirkungen

Strukturformel

Kommentar

Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss in unserer Hilfe.

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Wirkmechanismus

Der humanisierte monoklonale Antikörper Fremanezumab bindet selektiv an das CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) und verhindert so die Bindung von CGRP an den CGRP-Rezeptor.

CGRP ist ein Neuropeptid, das in hoher Konzentration im zentralen Nervensystem, in den sensorischen Ganglien, dem Nervus trigeminus, in der Hirnrinde und der Hypophyse vorkommt. Es ist an der nozizeptiven Signalübertragung beteiligt und bewirkt eine starke Vasodilatation. Der genaue Mechanismus ist bisher nicht bekannt, aber es wird vermutet, dass die Wirkung auf einer Modulierung des Trigemiussystems beruht. Es konnte gezeigt werden, dass der CGRP-Spiegel während eines Migräneanfalls ansteigt und danach wieder abfällt.
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Patientenhinweis

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Dosierung

Bei einem Wechsel des Dosierungsplans sollte die erste Dosis des neuen Plans am nächsten geplanten Verabreichungstermin des vorherigen Dosierungsplans verabreicht werden.

Ein Ansprechen auf die Therapie sollte sich in den ersten drei Monaten einstellen.

Nach einer entsprechenden Schulung können sich die Patienten die Injektion selbst verabreichen. Bei jeder Gabe sollte die Injektionsstelle gewechselt werden. Als mögliche Injektionsstellen kommen Oberarme, Oberschenkel und Abdomen in Frage, solange sie nicht empfindlich, gerötet oder verhärtet sind und keine Hämatome aufweisen.

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Die Wirkstoffprofile gibt es auch zum Download.

Vorteile: Offline verfügbar, Lerntools, Fortbildungen u.v.m.

Mehr erfahren Sie auf www.wirkstoffprofile.de.

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