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          < Rosuvastatin + Ezetimib >

Rosuvastatin + Ezetimib

  

Wirkmechanismus

Rosuvastatin: HMG-CoA-Reduktase-Hemmer: Unterdrückung der Cholesterinneusynthese
Ezetimib: Cholesterinresorptionshemmung durch selektive Hemmung des Niemann-Pick-C1-like-1-Transportproteins

Anwendung

Primäre Hypercholesterinämie

Die Hypercholesterinämie gehört zu den Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämien) und beschreibt den klinischen Befund eines Gesamt-Cholesterin-Werts im Blut über 200 mg/dl mindestens 12 Stunden nach der letzten Mahlzeit (= Nüchtern-Blutabnahme). Das Gesamt-Cholesterin kann in das Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C, normal 70-160 mg/dl) und High-Density-Lipoprotein (HDL-C, normal 35-65 mg/dl) eingeteilt werden. Für die Therapie hat sich die Einteilung in primäre und sekundäre Hypercholesterinämien bewährt. Die primäre Hypercholesterinämie geht auf Gendefekte zurück. Sie wird noch einmal in die familiäre und nicht-familiäre (mit mehreren Veränderungen in der Erbinformation = polygene) Form eingeteilt. Die Gendefekte führen zu funktionsbeeinträchtigten LDL-Rezeptoren auf den Leberzellen (= Hepatozyten), die für die Aufnahme des LDL-Cholesterins aus dem Blut sorgen sollen. Der Erbgang ist autosomal-dominant. Bei der homozygoten Form kommt es schon sehr frühzeitig zu den nachfolgend erwähnten kardiovaskulären Erkrankungen.
Die sehr viel häufigere sekundäre Hypercholesterinämie (ca. 70 %) ist Folge eines anderen Risikofaktors wie Überernährung, Adipositas oder Schwangerschaft bzw. Folge einer anderen Erkrankung wie Diabetes, Bauchspeicheldrüsenentzündung (= Pankreatitis), Schilddrüsenunterfunktion (= Hypothyreose), Alkoholismus, Magersucht (= Anorexia nervosa) oder chronische Niereninsuffizienz. Auch bestimmte Arzneistoffe wie Corticoide zur Immunsuppression, Kontrazeptiva oder HIV-Therapeutika können zu Fettstoffwechselstörungen führen.
Dyslipidämien sind neben anderen Faktoren wie Alter, männliches Geschlecht, Rauchen, mangelnde Bewegung, Ernährungsgewohnheiten, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck ein bedeutender Risikofaktor für das Entstehen von kardiovaskulären Gefäßerkrankungen auf dem Boden einer Arteriosklerose wie z. B. koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall, Aortenaneurysma und periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Daher ist es ein großes Ziel im Gesundheitswesen, diese Patienten frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

Zur Diagnostik muss neben der Bestimmung vom Gesamtcholesterin (normal bis 200 mg/dl) und LDL-Cholesterin (normal zwischen 70-160 mg/dl) das kardiovaskuläre 10-Jahres-Risiko des Patienten mit Hilfe von auf Basis epidemiologischer Studien erstellter SCORE-Chart-Tabellen (SCORE = Systemic Coronary Risc Evaluation) bestimmt werden. Den Laborwerten sowie Angaben des Patienten zu kardiovaskulären Risikofaktoren (Alter, Geschlecht, Raucherstatus, Blutdruck, Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin) werden jeweils die entsprechenden Werte aus diesen Chart-Tabellen zugeordnet. Am Ende erhält man einen Wert in Prozent, der das 10-Jahres-Risiko des Patienten angibt, innerhalb dieser Zeitspanne eine kardiovaskuläre Erkrankung zu bekommen. Leider gibt es keinen einheitlichen SCORE-Chart in den verschiedenen Leitlinien. Es gibt z. B. den sog. Framingham-, Procam- oder den ESC-SCORE (= European Society of Cardiology). Im Internet finden sich Algorithmen zur entsprechenden Berechnung. Auf einige Schwächen von den erwähnten Chart-Tabellen sei jedoch hingewiesen: Neben den oben angeführten „harten“ kardiovaskulären Risikofaktoren müssen unter Umständen weitere Risikofaktoren wie z. B. Bewegungsarmut, Adipositas, Diabetes, besonders junges Alter, positive Familienanamnese bezüglich kardiovaskulärer Ereignisse, oben angeführte Arzneistoffklassen (Kontrazeptiva, Corticoide, etc.) oder Niereninsuffizienz stärker berücksichtigt werden. Im ESC-SCORE werden die Patienten daher vor der jeweiligen Berechnung des kardiovaskulären Risikos noch einmal in Hoch- und Niedrig-Risiko-Patienten eingeteilt. Weiterhin muss bedacht werden, dass die jeweiligen Grenzen innerhalb der Chart-Tabellen trotz der Erstellung anhand epidemiologischer Studien willkürlich gesetzt wurden.

Die Versorgung von Hochrisikopatienten ist trotz steigender Verordnungszahlen nach wie vor mangelhaft. Die Entscheidung zu einer medikamentösen Therapie der Hypercholesterinämie wird nach wie vor sehr kontrovers diskutiert. Während es zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse sehr valide Studiendaten gibt, ist die Studienlage zur Primärprävention hinsichtlich Morbidität und Mortalität nicht eindeutig. Eine sichere Empfehlung kann hier erst bei einem kardiovaskulären Risiko >20 % ausgesprochen werden. Unstrittig ist, dass sekundäre Risikofaktoren wie z. B. Diabetes oder Bluthochdruck konsequent behandelt werden müssen. Weiterhin sollte bei zu hohen Cholesterin-Werten eine entsprechende Diät und mehr Bewegung bzw. altersgerechter Sport angeraten werden. Bei sehr hohen Cholesterin-Werten muss immer auch an eine primäre Hypercholesterinämie gedacht und entsprechende genetische Untersuchungen veranlasst werden. Primäre Hypercholesterinämien müssen bei Diagnosestellung konsequent medikamentös behandelt werden. Bei der Primärprävention sekundärer Hypercholesterinämien sollte die Frage einer medikamentösen Therapie bei entsprechenden Cholesterin-Werten als den therapieleitenden Surrogatparametern und einem kardiovaskulären Risiko über 20 % sehr intensiv diskutiert werden (z. B. „arriba“-Hausarzt-Modell).

Die entscheidende Arzneistoffklasse zur medikamentösen Therapie einer Hypercholesterinämie sind die Statine wie z. B. Simvastatin. Sie vermindern das LDL-Cholesterin im Blut und haben in Studien gezeigt, dass sie in der Sekundärprophylaxe die Mortalität und Morbidität senken. Zum Einsatz von Statinen gibt es verschiedene Herangehensweisen. Das am besten durch Studien belegte Vorgehen ist die sog. „fire-and-forget-Strategie“, bei der dem Patienten eine Standarddosis wie z. B. 20 mg Simvastatin verordnet wird. Bei der durch die ESC empfohlenen sog. „treat-to-target-Strategie“ wird die Dosis des Statins so lange erhöht, bis ein dem gemessenen Risiko-Score entsprechender LDL-Zielwert erreicht ist. Diese Methode ist durch die vermehrten Arztbesuche und Laboruntersuchungen deutlich teurer. Neuerdings taucht immer häufiger auch die Variante der prozentualen LDL-Senkung des jeweiligen Ausgangswertes um 30-50 % bzw. bei Hochrisikogruppen um über 50 % auf. In diesem Kontext kann man die einzelnen Statine in mittel- und hochpotente Statine einteilen. Zu den hochpotenten Statinen zählt man Atorvastatin und Rosuvastatin, weil sie den Ausgangs-LDL-Wert in entsprechender Dosierung um über 50 % senken können. Bei Statin-Intoleranz oder nicht ausreichender LDL-Senkung bei höchstmöglicher Statin-Dosis muss eine Kombination bzw. Sekundärtherapie mit dem Austauscherharz Colestyramin und/oder Nicotinsäure erfolgen. Sie senken das LDL-Cholesterin deutlich weniger und haben ein ungünstigeres Nutzen-Risiko-Profil, weshalb sie Mittel der 2. Wahl sind. Auch für den Cholesterinresorptionshemmer Ezetimib gibt es sowohl für die Mono- als auch die Kombinationstherapie keinerlei Nutzenbelege. Weiterhin sei –insbesondere bei primären Hypercholesterinämien- auf die Möglichkeit einer Lipidapherese verwiesen, bei der direkt aus dem Blut bzw. Plasma LDL-Cholesterin und Triglyceride entfernt werden. Im Juli 2015 ist mit Evolocumab eine neue Wirkstoffklasse auf den Markt gekommen. Evolocumab ist ein humaner monoklonaler IgG2-Antikörper, der selektiv mit hoher Affinität an das Enzym Proproteinkonvertase-Subtilisin/Kexin-Typ-9 (PCSK9) bindet und den Abbau von LDL-Rezeptoren in der Leber verhindert. Evolocumab ist derzeit nur für schwere Formen der Hypercholesterinämie, bei Therapieversagen der anderen Cholesterinsenker oder der homozygot familiären Hypercholesterinämie zugelassen.

Die im Jahr 2013 veröffentlichte Cholesterin-Leitlinie der kardiologischen Fachgesellschaften American Heart Association (AHA) und American College of Cardiology (ACC) behält den LDL-C-Wert als therapieleitenden Surrogatparameter bei und empfiehlt eine medikamentöse Cholesterin-Senkung in noch höherer Breite und Intensität als bisher. Da diese Empfehlungen teilweise nicht durch Studien belegt wurden und nach den derzeitigen Arzneimittelrichtlinien eine Kostenerstattung zur Primärprävention erst ab einem kardiovaskulären Risiko von 20 % erfolgt, bleibt abzuwarten, inwieweit sich diese neueren Empfehlungen auf die Therapie in Deutschland auswirken werden.

Dosierung

1 x täglich 10 mg Ezetimib + 10-40 mg Rosuvastatin peroral

Patientenhinweis

Eine effektive Senkung des Cholesterinspiegels ist nur durch die Anwendung des Arzneimittels im Rahmen einer cholesterinreduzierten Diät gegeben.
Bei unerklärlichen Muskelschmerzen sollte der Arzt konsultiert werden.
Die Einnahme kann zu jeder Tageszeit und zur oder unabhängig von der Mahlzeit erfolgen.
Frauen im gebährfähigen Alter müssen geeignete kontrazeptive Maßnahmen ergreifen.

Nebenwirkungen

  Erkrankungen der Muskulatur

Unter der Therapie mit HMG-CoA-Reduktasehemmern können häufig Myalgien (Muskelschmerzen) und Myopathien (entzündliche oder degenerative Muskelerkrankungen), selten bis hin zur Rhabdomyolyse auftreten. Die unerwünschte Arzneimittelwirkung der Rhabdomyolyse bezeichnet einen Muskelzelluntergang in der Skelett- und Herzmuskulatur. Eine Rhabdomyolyse kann zu akutem Nierenversagen mit hoher Letalität führen. Das Risiko ist dabei dosisabhängig, bei guter pharmazeutischer Betreuung jedoch sehr gering.

Verursacht werden die Muskelerkrankungen durch diejenige Fraktion des Arzneistoffes, die den eigentlichen Wirkort Leber verlässt und in die systemische Zirkulation gelangt. Dies kann z. B. durch Dosiserhöhungen oder auch die unsachgemäße Kombination von Atorvastatin, Lovastatin oder Simvastatin mit CYP-3A4-Inhibitoren wie Erythromycin geschehen. Auch Substanzen mit hoher systemischer Bioverfügbarkeit können dementsprechend ein ungünstigeres Sicherheitsprofil aufweisen, wie es beim aus diesem Grund nicht mehr auf dem Markt befindlichen Cerivastatin (Lipobay) der Fall war.

  Kopfschmerzen, Schwindel, Parästhesien

  Diabetes mellitus

Diabetes mellitus stellt eigentlich einen der Risikofaktoren dar, bei dem Statine zur Primärprävention kardialer Ereignisse indiziert sein können. Es gibt aber Hinweise darauf, dass Statine als Substanzklasse den Blutzuckerspiegel erhöhen und zu einer geringen Erhöhung neuer Diabetesdiagnosen führen. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis ist aber im Rahmen der Sekundärprävention als positiv einzuschätzen, die Statin-Therapie sollte nicht abgebrochen werden.

  Gastrointestinale Beschwerden

Es treten häufig Verstopfung, Übelkeit und Bauchschmerzen oder auch Durchfall auf. Selten kann sich auch eine Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) entwickeln.

  Sehstörungen

Innerhalb der Gruppe der Statine hat sich mittlerweile gezeigt, dass es vermehrt zu Sehstörungen kommt. Dieses tritt je nach Substanz gelegentlich bis selten auf. Ursächlich hierfür scheint eine Schwäche der Augenmuskulatur zu sein, und ist nach Absetzten der Substanzen reversibel.

  Exanthem, Pruritus, Urtikaria

  Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen

Die schweren arzneimittelinduzierten Hautreaktionen haben viele unterschiedliche Bezeichnungen, die, wie auch die einzelnen Erkrankungen, schwer gegeneinander abzugrenzen sind und je nach Quelle auch teilweise synonym verwendet werden. In der Leitlinie zur epidermalen Nekrolyse (09/2024) findet man eine tabellarische Auflistung der Differentialdiagnosen mit Beschreibung der klinischen Symptome und histologischen Merkmale zu den einzelnen Erkrankungen.

Zu den schweren arzneimittelinduzierten Hautreaktionen gehören:
Epidermale Nekrolyse (EN)
  • Steven-Johnson-Syndrom (SJS)
  • Toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN)
Erythema exsudativum multiforme majus (EEMM)
Drug reaction with eosinophila systematic syndrom (DRESS)

Lyell-Syndrom
  • medikamentös induziertes Lyell-Syndrom (Toxisch epidermaler Nekrolyse, TEN)
  • [Staphylogenes Lyell-Syndrom (Staphylococcal scalded skin syndrome, SSSS)]

Epidermale Nekrolyse (EN)
Es handelt sich um eine immunologische, arzneimittelinduzierte und akut lebensbedrohliche Erkrankung von Haut- und Schleimhäuten, bei der es zu epidermalen und epithelialen Nekrosen mit schweren Begleiterscheinungen kommt. Charakteristisch kommt es zu einem ausgedehnten Exanthem aus Makulae und/oder schießscheibenartigen Einzeleffloreszenzen mit atypischen Kokarden, Blasen und Erosionen der Epidermis und Schleimhäute, die im Gegensatz zum EEMM eher stammbetont oder generalisiert vorkommen. Meist entwickelt sie sich innerhalb von bis zu 2 Wochen nach Arzneimittel-Einnahme und schreitet dann sehr schnell voran. Um einen Progress handelt es sich nur, wenn sich die betroffenen geröteten Exantheme ausweiten (Fotodokumentation sinnvoll), aber ein Fortschreiten über meist etwa 4-5 Tage mit anschließender Blasenbildung und Hautablösung an den nächsten 5-7 Tagen an den bereits betroffenen Stellen, wird nicht als Progress definiert.
Vom Steven-Johnson-Syndrom (SJS) spricht man bei Hautablösungen < 10 % Körperoberfläche (KOF) und von toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN) bei Hautablösungen > 30 % KOF. Zwischen 10 und 30 % wird von SJS/TEN-Übergangsformen gesprochen.
Das Lyell-Syndrom wird als Maximalform des SJS beschrieben, wobei man das SSSS (Staphylococcal scalded skin syndrom) aufgrund der Staphylokokken-Beteiligung davon abgrenzen kann.

Therapie
Supportive Maßnahmen stehen bei der Behandlung dieser Erkrankung im Vordergrund. Eine mechanische Wundbehandlung und Wundversorgung sollte am besten durch spezialisierte Pflegekräfte auf Verbrennungsstationen erfolgen. Scherkräfte sollten aufgrund des fragilen Hautzustandes vermieden werden und eine mikrobiologische Kolonisierung sollte verhindert werden. Geringflächige Exantheme sollte man zunächst beobachten und Blasen können durch Punktion entlastet werden. Topische Kortikoide sollten nur auf nicht erodierten Arealen eingesetzt werden. Erodierte Stellen können mit Aluminium-bedampften Vliesstoffen verbunden, oder mit nicht-haftenden Silikondistanzgittern oder fetthaltiger Netzgaze abgedeckt werden.
Da zu Beginn der Erkrankung der zu erwartende Schweregrad nicht abgeschätzt werden kann, sollte man bei der Entscheidung für eine systemische Behandlung davon ausgehen, dass sich eine TEN entwickelt. Bei der Auswahl der eingesetzten Wirkstoffe sollte die Vormedikation und der Gesundheitszustand der Patient: innen mit einbezogen werden. Wenn in den letzten 24h kein Progress mehr stattgefunden hat, sollte eine Nutzenbewertung einer neuen systemischen Therapie erfolgen. Eine systemische immunmodulierende/immunsupressive Therapie kann mit Kortikosteroiden, intravenösen Immunglobulinen, Ciclosporin A oder Etanercept als Mono- oder Kombitherapie erfolgen. Thalidomid sollte nicht mehr eingesetzt werden.


Erythema exsudativum multiforme majus (EEMM)
Hierbei handelt sich eine Differentialdiagnose zu SJS und TEN. Die Läsionen kommen vorwiegend im Hand- und Fußbereich oder extremitätenbezogen vor und konfluieren nicht, wodurch es nicht zu großflächiger Blasenbildung kommt. Häufigste Auslöser sind Infektionen, in seltenen Fällen können aber auch Arzneistoffe der Auslöser sein.

Drug reaction with eosinophila systematic syndrom (DRESS)
Das DRESS wird auch Hypersensitivitätssyndrom genannt. Die Immunreaktion wird unterstützt durch ethnische Prädisposition, genetisch determinierten Enzymmangel und eine Reaktivierung von Herpesviren. Es tritt in der Regel etwas langsamer auf (1-8 Wochen nach Einnahme) als die EN.

Lyell-Syndrom
Der Begriff Lyell-Syndrom wird im Zusammenhang mit den beiden unterschiedlichen Krankheiten TEN (medikamentös induziertes Lyell-Syndrom) und SSSS (Staphylogenes Lyell-Syndrom) verwendet. Da es zu Verwechslungen kommen kann, sollte man besser die Begriffe TEN und SSSS verwenden.


  Husten, Dyspnoe

  Hämaturie

  Hepatitis, Ikterus, Leberversagen

Statine können zu einer Erhöhung der Transaminasespiegel führen. Selten bzw. sehr selten kann es zu Hepatitis oder Leberversagen kommen. Daher sollte kein oder nur wenig Alkohol getrunken werden.

Kontraindikationen

Patienten mit Risikofaktoren für eine Rhabdomyolyse (40 mg/10 mg)

Bei diesen Patienten sollten Statine nur unter Vorsicht angewendet werden. Es ist ratsam, die Patienten sorgfältig zu überwachen. Risikofaktoren können sein:
  • Alter über 70 Jahren
  • Nierenfunktionsstörung
  • Lebererkrankungen in der Vorgeschichte
  • unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion
  • früher aufgetretene Muskelbeschwerden bei der Behandlung mit Statinen oder Fibraten, in der eigenen oder familiären Krankengeschichte
  • Alkoholmissbrauch

Behandlung mit Ciclosporin

Unter der Behandlung mit Ciclosporin ist die Bioverfügbarkeit von Rosuvastatin durchschnittlich 7fach höher als ohne.

Rosuvastatin ist ein Substrat verschiedener Transportproteine (z. B. OATP1B1 und BCRP). Die Plasmakonzentration von Rosuvastatin und damit das Myopathie-Risiko kann durch die gleichzeitige Gabe von Wirkstoffen, die mit diesen Transportern interagieren, erhöht werden.

Behandlung mit einigen Proteasehemmer

Bei gleichzeitiger Therapie mit bestimmten Proteasehemmern (z. B. Ritonavir mit Atazanavir, Lopinavir und/oder Tipranavir) ist die Bioverfügbarkeit von Rosuvastatin deutlich erhöht.

Rosuvastatin ist ein Substrat verschiedener Transportproteine (z. B. OATP1B1 und BCRP). Die Plasmakonzentration von Rosuvastatin und damit das Myopathie-Risiko kann durch die gleichzeitige Gabe von Wirkstoffen, die mit diesen Transportern interagieren, erhöht werden.

Lebererkrankungen, erhöhte Serum-Transaminasen

Die Leber stellt das wichtigste Organ für die Biotransformation von Arzneistoffen dar. Häufig wird durch die Verstoffwechselung von Arzneistoffen deren Ausscheidung erst ermöglicht: Arzneistoffe mit Molekulargewicht über 500 können über Leber und Galle ausgeschieden werden, wohingegen man leichtere Arzneistoffe häufiger im Urin findet.

Ist die Funktion der Leber eingeschränkt, kann dies für die Arzneimitteltherapie insofern von Bedeutung sein, als dass Arzneistoffe länger im Organismus verbleiben, da die vor der Ausscheidung notwendige Biotransformation mehr Zeit beansprucht. In vielen Fällen wird daher eine Herabsetzung der Dosis oder des Dosierintervalles sowie eine Überwachung der Wirkstoffspiegel angezeigt sein, ggf. ist die Gabe des betreffenden Arzneistoffes sogar kontraindiziert. Möglich ist jedoch auch der Fall, dass ein unwirksames Prodrug durch die Leber nur verzögert oder gar nicht in die aktive Wirkform überführt werden kann.

Schwere Nierenfunktionsstörung

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre

Schwangerschaft und Stillzeit

Das Präparat ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen.

Das Präparat ist während der Stillzeit kontraindiziert.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Wechselwirkungen

  Fibrate

Es liegt eine pharmakodynamische Wechselwirkung vor, die die Inzidenz von Myopathien und Rhabdomyolysen erhöht.

Fibrate anzeigen

  Vitamin-K-Antagonisten

Die Prothrombinzeit sollte zu Beginn, am Ende der Therapie und bei Dosisänderungen engmaschig bestimmt werden.

Vitamin-K-Antagonisten anzeigen

  Colestyramin

Colestyramin kann die Resorption hemmen und vermindert auch den enterohepatischen Kreislauf von Ezetimib. Sollte eine Gabe beider Arzneimittel dennoch erforderlich sein, so sollte das Ezetimib enthaltende Arzneimittel mindestens 2 Stunden vor oder mindestens 4 Stunden nach der Einnahme von Colestyramin angewendet werden.

  Proteasehemmer

Bei gleichzeitiger Therapie mit bestimmten Proteasehemmern (z. B. Ritonavir mit Atazanavir, Lopinavir und/oder Tipranavir) ist die Bioverfügbarkeit von Rosuvastatin deutlich erhöht.

Rosuvastatin ist ein Substrat verschiedener Transportproteine (z. B. OATP1B1 und BCRP). Die Plasmakonzentration von Rosuvastatin und damit das Myopathie-Risiko kann durch die gleichzeitige Gabe von Wirkstoffen, die mit diesen Transportern interagieren, erhöht werden.

Proteasehemmer anzeigen

  Ciclosporin

Unter der Behandlung mit Ciclosporin ist die Bioverfügbarkeit von Rosuvastatin durchschnittlich 7fach höher als ohne.

Rosuvastatin ist ein Substrat verschiedener Transportproteine (z. B. OATP1B1 und BCRP). Die Plasmakonzentration von Rosuvastatin und damit das Myopathie-Risiko kann durch die gleichzeitige Gabe von Wirkstoffen, die mit diesen Transportern interagieren, erhöht werden.

Zu Ciclosporin wechseln

  Antacida

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Rosuvastatin und Aluminium-Magnesiumhydroxid-haltigen Antazida sank der Plasmaspiegel des Statins auf etwa die Hälfte ab.
Mindestens 2 h Abstand bei der Einnahme einhalten.

Zu Aluminiumoxid + Magnesiumhydroxid wechseln

  Ticagrelor

Ticagrelor kann die renale Ausscheidung von Rosuvastatin verringern, wodurch sich das Risiko einer Rhabdomyolyse erhöhen kann.

Zu Ticagrelor wechseln

  Alkohol

Bei Patienten mit erhöhtem Alkoholkonsum sollte nur unter strenger Indikationsstellung mit Statinen therapiert werden, da diese ein eigenes hepatotoxisches Potential haben und damit ein synergistischer Effekt auftreten kann. Bei schweren Alkohol-induzierten Leberschäden sind Statine in der Therapie einer Hyperlipidämie kontraindiziert.

Strukturformel

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Kommentar

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Wirkmechanismus

Rosuvastatin:
Der Wirkstoff greift in die intrazelluläre Cholesterinbiosynthese der Leber durch kompetitive Hemmung der HMG-CoA-Reduktase (3-Hydroxy-3-methyl-glutaryl-Coenzym A) ein. Die Zahl der LDL-Rezeptoren an der Zelloberfläche des Hepatocyten nimmt als Folge des damit einhergehenden Cholesterinmangels zu. Die gehemmte Cholesterinneusynthese wird so durch eine verstärkte Aufnahme aus dem Blutplasma kompensiert. Als Folge sinkt sowohl die Zahl als auch der Cholesterinanteil der LDL-Partikel.
Darüber hinaus werden den Statinen sogenannte pleiotrope Effekte zugeschrieben, d.h. die gleichzeitige günstige Beeinflussung weiterer Parameter abgesehen von der die bloßen Cholesterinsenkung. Diskutiert werden hier die Verbesserung der Funktion und des Schutzes des Gefäßendothels sowie antioxidative und antientzündliche Effekte. Pharmakologisch begründet werden kann diese Beobachtung durch eine Hemmung des Isoprenoidstoffwechsels, da die Hemmung der HMG-CoA-Reduktase den Aufbau von Isoprenoiden vermindert, welche an der Regulation der genannten Systeme beteiligt sind. Es liegen keine Daten vor, die klinisch relevante Unterschiede hinsichtlich des Ausmaßes der pleiotropen Effekte zwischen verschiedenen Statinen aufzeigen.

Ezetimib:
Ezetimib lagert sich am Bürstensaum des Dünndarms an die Enterozyten und hemmt dort die Resorption von Nahrungscholesterin, Phytosterolen und von Cholesterin, das über die Galle wieder in den Darm gelangt (biliäres Cholesterin). Über diesen Mechanismus gelangt weniger Cholesterin in die Leber. Wird dort die Cholesterinbiosynthese noch durch Statine gehemmt, kann der Cholesterinspiegel besonders effektiv gesenkt werden.
Ezetimib unterliegt einem enterohepatischen Kreislauf.

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Patientenhinweis

Bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Rhabdomyolyse sollten Statine nur unter Vorsicht angewendet werden. Zu diesen Risikofaktoren zählen:
  • Alter über 70 Jahren
  • Nierenfunktionsstörung
  • unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion
  • früher aufgetretene Muskelbeschwerden bei der Behandlung mit Statinen oder Fibraten in der eigenen oder familiären Krankengeschichte
  • Alkoholmissbrauch

Sollten während der Behandlung Muskelschmerzen, eine erhöhte Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskulatur oder eine Erhöhung der CPK (Creatininphosphokinase syn. Kreatinkinase) auftreten, sollte immer die Nebenwirkung der Myopathie in Betracht gezogen werden.

Wegen einer möglichen Leberschädigung sollte während der Behandlung auf übermäßigen Konsum von Alkohol verzichtet werden.
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Dosierung

Die Kombipräparate sollten erst zum Einsatz kommen, wenn zuvor die Einstellung auf die gewünschte Stärke mit den Monopräparaten stattgefunden hat.
Für Rosuvastatin gelten Maximaldosen, bei Kombination mit unterschiedlichen Arzneimitteln, die der Fachinfo entnommen werden können.

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