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          < Ustekinumab >

Ustekinumab

  

Wirkmechanismus

IL12- und IL23-Hemmer: Humaner monoklonaler IgG1κ-Antikörper

Anwendung

Plaque-Psoriasis

Die Psoriasis (Schuppenflechte) gehört zu den nicht-infektiösen entzündlichen Hauterkrankungen, die als eine Systemerkrankung auch andere Bereiche wie Gelenke (sog. Psoriasis-Arthritis), Muskeln, Bänder, aber auch andere Organe, wie Augen und Herz, betreffen kann. Es handelt sich um eine multifaktorielle, größtenteils vererbte Autoimmunerkrankung, die darüber hinaus von Umweltfaktoren wie Stress, Rauchen, Witterungsbedingungen, hormonellen Veränderungen oder Medikamenten (Betablocker, ACE-Hemmer, Lithium-Salze, Interferone, Tetracykline, NSAIDs, Folsäure, …) ausgelöst und in ihrem Verlauf stark beeinflusst wird. Diese Einflüsse erklären auch den chronischen, schubförmigen Verlauf der Erkrankung. Die häufigste Form der Psoriasis ist die sog. Psoriasis vulgaris.

Pathophysiologisch kommt es zu einer (auto-)immunologischen Reaktion der Haut mit ausgeprägter entzündlicher Komponente. In die Haut wandern Granulozyten, Makrophagen und aktivierte T-Lymphozyten ein. Durch eine gesteigerte mitotische Aktivität der Basalzellen der Epidermis in den betroffenen Arealen kommt es zur Hyperproliferation und gestörter Keratinozyten-Differenzierung. Die Haut erneuert sich statt in 28 Tagen nun in 3 bis 7 Tagen.
Klinisch findet man auf der Haut rötliche, meist rundliche, inselartig scharf begrenzte und leicht erhabene Effloreszenzen, am häufigsten auf der Kopfhaut, besonders aber auch an den Streckseiten von Ellenbogen und Knie, sowie am Bauchnabel und Anus. Mechanisch beanspruchte Körperstellen (Gürtel, Uhren, Ringe) sind auch häufiger betroffen. Auch die Nägel können beteiligt sein. Die Effloreszenzen schuppen stark als Ausdruck der erhöhten Zellteilungsrate und können mit ausgeprägtem Juckreiz einhergehen. Beim Abkratzen der Schuppen zeigen sich die sog. Psoriasis-Phänomene: Die entfernten, silbrigen Schuppen sehen wie abgekratztes Kerzenwachs aus; beim weiteren Abkratzen lässt sich ein letztes lamelläres Häutchen entfernen, das beim Entfernen zu einer punktförmigen Blutung führt (sog. Auspitz-Phänomen).

Der Schweregrad der Erkrankung bestimmt die Therapie. Unterschieden werden die leichte Psoriasis von der mittelschweren bis schweren Psoriasis.
Die Definition ist durch die in klinischen Studien gebräuchliche Einteilung beeinflusst. Kriterien sind die BSA (Body Surface Area), der PASI (Psoriasis Area and Severity Index) und er DLQI (Dermatology Life Quality Index). Von einer leichten Psoriasis spricht man, wenn alle drei Kriterien Werte unter 10 liefern.
Weitere Upgrade-Kriterien zu einer mittelschweren bis schweren Psoriasis sind:
  • Therapieresitente Plaques
  • Jucken, das zu Kratzen führt
  • Areaale auf der sichtbaren Kopfhaut
  • Beteiligung des Genitalbereiches, der Handflächen und/oder der Fußsohlen
  • Beteiligung von mehr als zwei Fingernägeln

Therapie
Grundsätzlich ist die Erscheinungsfreiheit das Ziel der Therapie. Dieses Ziel ist aber nicht bei allen Patienten erreichbar. Daher sollten zu Therapiebeginn Minimalziele definiert werden, die dann nach einer festgelegten Zeit überprüft werden. Werden diese nicht erreicht sollte die Therapie angepasst werden.

Nach der aktuellen S3 Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft von 2025 richtet sich die Therapie nach dem Schweregrad. Die leichte Psoriasis wird mit topisch applizierten Arzneistoffen behandelt:
  • Glucocortikoide (z. B. Beclomethason, Mometason, Clobetasol)
  • Vitamin D3-Analoga (z. B. Calcipotriol)
  • Calcineurininhibitoren (z. B. Pimecrolimus)
  • Lichttherapie mit Psoralenen (PUVA-Therapie)

Bei der mittelschweren bis schweren Psoriasis wird die topische mit systemischen Therapien ergänzt. Hier stehen in der 1. Linie mehre Möglichkeiten zur Verfügung:
  • Koventionelle Systemtherapie (z. B. Acitretin, Dimethylfumerat, Ciclosporin, Methrotrexat)
  • Biologika (z. B. Adalimumab)
  • Neue zielgerichtete kleine Molekühle (z. B. Deucravacitinib)
Wirkstoffe der 2. Linie sind Etanercept, Infliximab, Ustekinumab und Apremilast.

Psoriasis-Arthritis

Die Psoriasis (Schuppenflechte) gehört zu den nicht-infektiösen entzündlichen Hauterkrankungen, die als eine Systemerkrankung auch andere Bereiche wie Gelenke (sog. Psoriasis-Arthritis), Muskeln, Bänder, aber auch andere Organe, wie Augen und Herz, betreffen kann. Es handelt sich um eine multifaktorielle, größtenteils vererbte Autoimmunerkrankung, die darüber hinaus von Umweltfaktoren wie Stress, Rauchen, Witterungsbedingungen, hormonellen Veränderungen oder Medikamenten (Betablocker, ACE-Hemmer, Lithium-Salze, Interferone, Tetracykline, NSAIDs, Folsäure, …) ausgelöst und in ihrem Verlauf stark beeinflusst wird. Diese Einflüsse erklären auch den chronischen, schubförmigen Verlauf der Erkrankung. Die häufigste Form der Psoriasis ist die sog. Psoriasis vulgaris.

Pathophysiologisch kommt es zu einer (auto-)immunologischen Reaktion der Haut mit ausgeprägter entzündlicher Komponente. In die Haut wandern Granulozyten, Makrophagen und aktivierte T-Lymphozyten ein. Durch eine gesteigerte mitotische Aktivität der Basalzellen der Epidermis in den betroffenen Arealen kommt es zur Hyperproliferation und gestörter Keratinozyten-Differenzierung. Die Haut erneuert sich statt in 28 Tagen nun in 3 bis 7 Tagen.
Klinisch findet man auf der Haut rötliche, meist rundliche, inselartig scharf begrenzte und leicht erhabene Effloreszenzen, am häufigsten auf der Kopfhaut, besonders aber auch an den Streckseiten von Ellenbogen und Knie, sowie am Bauchnabel und Anus. Mechanisch beanspruchte Körperstellen (Gürtel, Uhren, Ringe) sind auch häufiger betroffen. Auch die Nägel können beteiligt sein. Die Effloreszenzen schuppen stark als Ausdruck der erhöhten Zellteilungsrate und können mit ausgeprägtem Juckreiz einhergehen. Beim Abkratzen der Schuppen zeigen sich die sog. Psoriasis-Phänomene: Die entfernten, silbrigen Schuppen sehen wie abgekratztes Kerzenwachs aus; beim weiteren Abkratzen lässt sich ein letztes lamelläres Häutchen entfernen, das beim Entfernen zu einer punktförmigen Blutung führt (sog. Auspitz-Phänomen).

Der Schweregrad der Erkrankung bestimmt die Therapie. Unterschieden werden die leichte Psoriasis von der mittelschweren bis schweren Psoriasis.
Die Definition ist durch die in klinischen Studien gebräuchliche Einteilung beeinflusst. Kriterien sind die BSA (Body Surface Area), der PASI (Psoriasis Area and Severity Index) und er DLQI (Dermatology Life Quality Index). Von einer leichten Psoriasis spricht man, wenn alle drei Kriterien Werte unter 10 liefern.
Weitere Upgrade-Kriterien zu einer mittelschweren bis schweren Psoriasis sind:
  • Therapieresitente Plaques
  • Jucken, das zu Kratzen führt
  • Areaale auf der sichtbaren Kopfhaut
  • Beteiligung des Genitalbereiches, der Handflächen und/oder der Fußsohlen
  • Beteiligung von mehr als zwei Fingernägeln

Therapie
Grundsätzlich ist die Erscheinungsfreiheit das Ziel der Therapie. Dieses Ziel ist aber nicht bei allen Patienten erreichbar. Daher sollten zu Therapiebeginn Minimalziele definiert werden, die dann nach einer festgelegten Zeit überprüft werden. Werden diese nicht erreicht sollte die Therapie angepasst werden.

Nach der aktuellen S3 Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft von 2025 richtet sich die Therapie nach dem Schweregrad. Die leichte Psoriasis wird mit topisch applizierten Arzneistoffen behandelt:
  • Glucocortikoide (z. B. Beclomethason, Mometason, Clobetasol)
  • Vitamin D3-Analoga (z. B. Calcipotriol)
  • Calcineurininhibitoren (z. B. Pimecrolimus)
  • Lichttherapie mit Psoralenen (PUVA-Therapie)

Bei der mittelschweren bis schweren Psoriasis wird die topische mit systemischen Therapien ergänzt. Hier stehen in der 1. Linie mehre Möglichkeiten zur Verfügung:
  • Koventionelle Systemtherapie (z. B. Acitretin, Dimethylfumerat, Ciclosporin, Methrotrexat)
  • Biologika (z. B. Adalimumab)
  • Neue zielgerichtete kleine Molekühle (z. B. Deucravacitinib)
Wirkstoffe der 2. Linie sind Etanercept, Infliximab, Ustekinumab und Apremilast.

Morbus Crohn

Die Anwendung sollte nur erfolgen, wenn die gängigen Medikamente keinen ausreichenden Erfolg gezeigt haben.

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Gastrointestinaltraktes, welche prinzipiell in allen Abschnitten des GIT auftreten kann. Allerdings sind am häufigsten die terminalen Abschnitte des Dünndarms betroffen. Im Gegensatz zur Colitis ulcerosa, einer weiteren entzündlichen Erkrankung des Gastrointestinaltraktes, kann eine Enteritis regionalis Crohn, wie der Morbus Crohn auch genannt wird, alle Wandschichtes des Verdauungstraktes betreffen und somit zu Fisteln und Abszesse führen. Bei der Colitis ulcerosa ist immer nur die Mukosa, also die innere Wand des Darms betroffen. Klassische Symptome des Morbus Crohn sind:
  • schwere Durchfälle
  • Abdominalschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • rektale Blutungen
Ursächlich für die Erkrankung scheint zum einen ein Mucosadefekt zu sein, der es Keimen der normalen Darmflora ermöglicht in die Schleimhaut einzudringen und dort eine Immunantwort auszulösen. Darüber hinaus scheint es zu einer gewissen Dysbalance zwischen protektiven und destruktiven Zytokinen (z. B. TNF-α) zu kommen, wodurch eine ungwöhnlich starke Immunantwort ausgelöst wird.

Die Erkrankung tritt schubweise auf, kann aber auch kontinuierliche Beschwerden verursachen.

Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die in der Regel im Rektum beginnt und sich von dort aus kontinuierlich bis maximal in den Dickdarm (Kolon) ausbreitet. Dabei bleibt die Entzündung auf die Dickdarmschleimhaut mit Mucosa und Submucosa beschränkt.
Die Prävalenz (Häufigkeit) der Erkrankung liegt in Deutschland bei etwa 160-250 Patienten pro 100.000 Einwohner. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen 16 und 25 Jahren. Der Verlauf ist chronisch-rezidivierend mit zwischenzeitlichen Phasen der Remission (temporäres oder dauerhaftes Nachlassen der Krankheitssymptome ohne Erreichen der Genesung).
Eine sinnvolle Klassifikation der Colitis ulcerosa wird nach der Ausdehnung der Erkrankung vorgenommen. Danach unterscheidet man die Proktitis (Entzündung des Rektums), die Linksseitenkolitis und die schwere Kolitis mit Ausdehnung über die linksseitige Flexur (Biegung) des Dickdarms. Diese Einteilung hat Auswirkung auf die Art der Therapie (lokal/systemisch) und auf den Beginn eines Karzinomüberwachungsprogramms.

Zahlreiche Faktoren spielen bei der Entstehung der Colitis ulcerosa eine Rolle. Aufgrund des guten Ansprechens auf Immunsuppressiva und Immunmodulatoren wird sie zu den Autoimmunerkrankungen gezählt, ohne den genauen Entstehungsmechanismus, bei dem am Ende eine TH-2-gesteuerte Immunantwort (TH = T-Lmphozyt-Helferzelle) überwiegt, zu kennen. Daneben scheinen Genmutationen wie z. B. im IL17REL-Gen eine wichtige Rolle zu spielen. Weiterhin werden eine krankhaft gesteigerte Immunreaktion gegen die Darmflora, Umwelteinflüsse und eine möglicherweise übertriebene Hygiene beim Patienten diskutiert. Die Ernährung und psychische Faktoren spielen bei der Entstehung keine Rolle, auch wenn im Verlauf der Erkrankung eben diese Faktoren gegebenenfalls in den Vordergrund rücken (müssen).

Symptome
Der Beginn der Erkrankung kann schleichend mit Abgeschlagenheit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl oder aber auch akut sein. Hauptsymptom sind schwere, rezidivierende Durchfälle 10-20 /Tag. Der Stuhl kann durch oberflächliche Schleimhautblutungen blutig sein. Weiterhin haben die Patienten häufig schmerzhafte Koliken. Die Lebensqualität wird durch Stuhlinkontinenz mit imperativem (= zwanghaftem) Stuhldrang erheblich eingeschränkt. Schwere Flatulenzen deuten auf bestehende Zuckerunverträglichkeiten (Sorbit, Fructose, Lactose) während eines Schubs hin.
Im weiteren Krankheitsverlauf kann es zu extraintestinalen Manifestationen kommen, die die Lebensqualität darüber hinaus weiter einschränken. Besonders erwähnt seien hier Arthritiden, Augenmanifestationen (z. B. Skleritis = Entzündung der Lederhaut oder Uveitis = Regenbogenhautentzündung), Hauterkrankungen (z. B. Erythema nodosum) und Osteopenie bis hin zur manifesten Osteoporose.
Eine Sonderstellung nimmt noch die primär sklerosierende Cholangitis (PSC, eine chronische Entzündung der Gallengänge) ein, da sie wegen der schnellen Progression zu einer Leberzirrhose einen erheblichen Einfluss auf die Therapie und die Prognose hat.
Wichtige Komplikationen der Colitis ulcerosa sind das toxische Megacolon, einem akut lebensbedrohlichen Krankheitszustand mit starker Erweiterung des Dickdarms und Sepsis, sowie das kolorektale Karzinom.

Bei der Diagnostik spielen Anamnese, das klinische Erscheinungsbild, Laboruntersuchungen sowie bildgebende Verfahren eine Rolle.
Bei der Blutuntersuchung schaut man auf Entzündungsparameter (CRP =C-reaktive Protein, BSG = Blutkörperchensenkgeschwindigkeit), immunologische Marker (perinukleärer antineutrophiler cytoplasmatischer Antikörper = p-ANCA eher positiv, Anti-Saccharomyces-cerevisiae-Antikörper = ASCA negativ), Eisenwerte (Anämie bei chronischen Blutungen) und Transaminasen (Hinweis auf PSC mit Cholestase).  
Bei den bildgebenden Verfahren ist neben Röntgenkontrastmitteluntersuchungen und der Sonographie (Ultraschall) besonders die Endoskopie durch den Anus (Koloskopie) wichtig. Hierbei können Biopsien entnommen und der Grad der Entzündung sowie verdächtige Areale auf Präkanzerosen hin beurteilt werden. In der Histologie zeigen sich typischerweise sog. „Kryptenabszesse“ am Grund der Dickdarmschleimhaut.
Differentialdiagnostisch müssen andere Kolitiserkrankungen, wie pseudomembranöse Kolitis (z. B. nach Antibiotika), infektiös bedingte Kolitis, ischämisch bedingte Kolitis oder Divertikel-bedingte Kolitis, ausgeschlossen werden. In manchen Fällen kann trotz der aufwändigen Diagnostik eine Abgrenzung zum Morbus Crohn schwierig sein.

Ziele einer Therapie sind eine Verringerung der Entzündungsaktivität, eine deutliche Linderung der Symptome und ein möglichst langfristiger Erhalt der Darmfunktion. Weiterhin gilt es, bei ausgedehnter Colitis ulcerosa frühzeitig mit einem Karzinomüberwachungsprogramm zu beginnen. All diese Ziele tragen zu einer Verbesserung der Lebensqualität und Lebenszeit des Patienten bei. Spontan ist die Erkrankung nicht heilbar; kurativ ist nur eine (Prokto-)Kolektomie.
Die Auswahl der möglichen Arzneistoffe richtet sich nach der Krankheitsaktivität, dem Befallsmuster im Verdauungstrakt, dem Vorhandensein von extraintestinalen Manifestationen, dem bisherigen Ansprechen auf vorhergehende Behandlungen sowie Begleiterkrankungen und potentieller unerwünschter Wirkungen der Arzneistoffe.
Bei der Therapie muss man zwischen der Akuttherapie und der remissionserhaltenden Langzeittherapie unterscheiden.

Die Akuttherapie richtet sich nach der Lokalisation der aktuellen Entzündung.
Die Proktitis wird rektal mit 5-Aminosalicylaten (5-ASA) wie Mesalazin oder Sulfasalazin als Suppositorien, Schäume oder Einläufe behandelt. Bei Versagen kommen topisch anzuwendende Glucocorticoide wie Budesonid oder oral verabreichtes Mesalazin hinzu.
Die Linksseitenkolitis sollte mit einer Kombination von rektal anzuwendenden 5-ASA-Präparaten (Einläufe, Schäume) und oral verabreichten 5-ASA-Präparaten behandelt werden. Dabei können Dosierungen >3 g/Tag notwendig werden. Aufgrund des besseren Nebenwirkungsprofils sollte Mesalazin Sulfasalazin gegenüber bevorzugt werden.
Persistieren blutige Durchfälle länger als 14 Tage, sollte eine systemische Steroidtherapie (0,5-1mg/kg KG Prednisolonäquivalent) gegeben werden.
Eine schwere Kolitis sollte stationär durchgeführt werden und die i.v.-Steroidtherapie eng überwacht werden. Eine unter Steroiden fortbestehende hohe Krankheitsaktivität spricht für einen steroidrefraktären Verlauf. Hier kommen dann Calcineurin-Inhibitoren, IL23-Antikörper, JAK-Inhibitoren, S1PR_Modulatoren, TNF-Antikörper, Ustekinumab oder Vedolizumab zum Einsatz. Bei weiterhin fulminanter Aktivität kann mit Infliximab, Tacrolismus oder Ciclosporin A therapiert werden. Nach einem eventuellen Ansprechen wird dann auf Azathioprin bzw. 6-Mercaptopurin umgestellt. Das unter den Umständen einer oft mehrjährigen immunsuppressiven Therapie deutlich erhöhte Infektionsrisiko sollte dem Patienten bewusst sein. Bei Nichtansprechen ist in der Regel eine (subtotale) Kolektomie/Proktokolektomie erforderlich; häufig mit Anlage eines endständigen Ileostomas.

Die remissionserhaltende Langzeittherapie wird mit 5-Aminosalicylaten wie Mesalazin für mindestens 2 Jahre durchgeführt (auch als Karzinomprophylaxe). Alternativ kann auch der apathogene E.coli Stamm Nissle 1917 eingesetzt werden. Bei einem erneuten Schub unter der remissionserhaltenden Therapie muss die nächste remissionserhaltende Therapie erweitert werden. Hier können IL23-Antikörper, Thiopurine, Anti-TNF, Vedolizumab, Ustekinumab, JAK-Inhibitoren oder S1PR-Modulatoren zum Einsatz kommen. Laut der aktuellen Leitlinie der DGVS (2025) sollen Kortikosteroide nicht zur Remissionserhaltung eingesetzt werden. Bei längjährigem stabilen Remissionserhalt kann eine Beendigung der Erhaltungstherapie unter engmaschiger Kontrolle erwogen werden.

Der oft lange Verlauf und die starken Nebenwirkungen der Arzneistoffe führen oft zu einer umfangreichen Begleitmedikation. Weiterhin muss bei starker Krankheitsaktivität an Mangelzustände bzw. Mangelerscheinungen gedacht werden. Besonderes Augenmerk verdienen bei rezidivierenden Durchfällen der Wasserhaushalt, Natrium und Kalium. Bei blutigen Durchfällen müssen die Eisenwerte kontrolliert werden. Dabei kann ein Ersatz durch Eisenpräparate wegen deren schleimhautreizender Wirkung schwierig sein. Folsäuremängel entstehen bei der Langzeitgabe von Sulfasalazin. Das Serum-Calcium und die Knochendichte sollten bei langer Glucocorticoidtherapie kontrolliert werden.

Dosierung

Plaque-Psoriasis und Psoriatische Arthritis (Erwachsene):
45 mg subcutan (initial, nach 4 Wochen, dann alle 12 Wochen)

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa:
- Initial intravenös 260-520 mg
- 90 mg subcutan (nach 8 Wochen, dann alle 12 Wochen)

Patientenhinweis

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und mindestens 15 Wochen nach der Behandlung zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden.
Liegen Infektionen (besonders aktive oder latente Tuberkulose) vor, so sollte die Therapie erst begonnen werden, nachdem diese beseitigt wurden.
Die Lagerung der Spritzen erfolgt im Umkarton (vor Licht geschützt) bei 2-8 °C (nicht einfrieren).
Bei Anzeichen einer Infektion sollte der Arzt informiert werden.
Eine Latexallergie sollte dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden.

Nebenwirkungen

  Infektionen

Das Risiko für das Auftreten auch schwerer Infektionen ist erhöht. Es wurden schwerwiegende bakterielle Infektionen, Pilz- und Virusinfektionen beobachtet. Patienten mit chronischen Infektionen sollten nur mit Vorsicht behandelt werden.
Es sollte nicht vor Abklingen akuter Infektionen weiterbehandelt werden.
Eine Reaktivierung latenter Infektionen ist möglich.

  Nasopharyngitis, Atemwegsinfektionen, Pneumonie

Unter der Behandlung mit Ustekinumab kommt es häufig zu Infektionen der oberen Atemwege, Nasopharynigitis und Sinusitis. Gelegentlich kommt es auch zu Infektionen der unteren Atemwege und zu Virusinfektionen der oberen Atemwege.

Zu den selten auftretenden respiratorischen Überempfindlichkeitsreaktionen zählen die allergische Alveolitis, eosinophile Pneumonie und nicht-infektöse organisierende Pneumonie. Sie äußern sich nach ein bis drei Dosen in Husten sowie Dyspnoe und es kann zur Bildung von interstitiellen Infiltraten kommen. Eine respiratorische Insuffizienz als schwerwiegende Folge konnte nach Absetzen von Ustekinumab und Gabe von Corticosteroiden gebessert werden.

  Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit

Schwindel, Kopfschmerzen und Müdigkeit sind häufige Nebenwirkungen unter Ustekinumab, aber gelegentlich kommt es auch zu einer Faszialisparese (Lähmung des Nervus facialis).

  Rückenschmerzen, Myalgie, Arthralgie

  Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen

  Schmerzen an der Injektionsstelle

  Depression

  Überempfindlichkeitsreaktionen, Angioödem

Gelegentlich kommt es zu Überempfindlichkeitsreaktionen die in einigen Fällen erst mehrere Tage nach der Behandlung auftraten. In seltenen Fällen kam es zu Anaphylaxie und Angioödem. Sollten unter der Behandlung mit Ustekinumab schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, sollten diese angemessen behandelt werden und die Therapie abgebrochen werden.

Kontraindikationen

Aktive Infektionen z. B. Tuberkulose

Vor Beginn der Behandlung sollen Patienten auf eine Tuberkuloseinfektion untersucht werden. Bei aktiver Tuberkulose darf keine Behandlung mit Ustekinumab erfolgen. Die Behandlung einer latenten Tuberkuloseinfektion muss vor dem Beginn der Therapie eingeleitet werden. Auch bei Patienten bei denen eine latente oder aktive Tuberkulose in der Vergangenheit bestand und deren angemessener Behandlungsverlauf nicht bestätigt werden kann, sollte eine Anti-Tuberkulosetherapie erwogen werden.

Wenn Patienten Anzeichen von Infektionen entwickeln sollten sie engmaschig überwacht werden.

Chronischen oder rezidivierende Infektionen

Ustekinumab kann unter Umständen das Risiko von Infektionen erhöhen und latente Infektionen reaktivieren.

Maligne Tumore

Immunsuppressiva wie Ustekinumab haben das Potenzial, das Risiko von malignen Tumoren zu erhöhen.

Es kam in Studien bei einigen Patienten zu kutanen und nicht kutanen malignen Tumoren. Alle Patienten, aber besonders Patienten über 60 Jahre sollten bei einer längeren immunsuppressiven Therapie hinsichtlich des Auftretens von nicht-melanozytärem Hautkrebs überwacht werden.

Kinder und Jugendliche < 18 Jahre

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Ustekinumab bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mit psoriatischer Arthritis sind bisher nicht erwiesen.

Kinder < 6 Jahre (Plaque-Psoriasis)

Die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern unter 6 Jahren mit Psoriasis sind bisher nicht erwiesen.

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und für mindestens 15 Wochen nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen keine hinreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Ustekinumab bei Schwangeren vor.

Es ist nicht bekannt, ob Ustekinumab beim Menschen in die Muttermilch übergeht.

Wechselwirkungen

  Lebendimpfstoffe

Lebendimpfstoffe sollten wegen der durch Ustekinumab ausgelösten Immunsuppression nicht gleichzeitig angewendet werden.

Strukturformel

Kommentar

Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss in unserer Hilfe.

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Wirkmechanismus

Die heterodimeren Zytokine IL-12 und IL-23 werden von Antigen präsentierenden Zellen (z. B. Makrophagen oder dendritische Zellen) sezerniert. IL-12 stimmuliert natürliche Killerzellen und sorgt für die Differnzierung von T-Helferzellen. IL-23 induziert den T-Helfer-17-Pfad auf dem Interleukin-17 durch T-Helferzellen ausgeschüttet wird, was zur Aktivierung von neutrophilen Granulozyten und der Entstehung von chronischen Entzündungen und Autoimmunkrankheiten führt.

Ustekinumab bindet an die gemeinsame p40-Untereinheit der humanen Zytokine Interleukin 12 und 23 und hemmt dadurch die Bindung von p40 an das Rezeptorprotein Il-12Rβ1 auf der Oberfläche von Immunzellen, jedoch nur solange die Interleukine noch nicht an das Rezeptorprotein gebunden haben. Daher trägt es vermutlich nicht zur Komplement- oder antikörper-vermittelten-Zytotoxizität der Zellen mit IL-12- oder IL-23- Rezeptoren bei. Man vermutet, dass Ustekinumab durch Unterbrechung der Th1- und Th17-Zytokinpfade seine Wirkung bei immunvermittelten Krankheiten wie Psoriasis, psoriatischer Arthritis sowie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa entfaltet. Unter der Therapie mit Ustekinumab kommt es schon während der Induktionsphase zu einer Abnahme von Entzündungsmarkern, die dann im Verlauf der Therapie aufrechterhalten wird.

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Patientenhinweis

30 Minuten vor der Applikation sollte die Spritze aus dem Kühlschrank entnommen werden.
Die Lösung sollte vor der Applikation visuell geprüft werden. Sie sollte klar bis leicht opaleszierend und farblos bis hellgelb sein und kann einzelne durchsichtige oder weiße Partikel enthalten.
Wenn die Spritze einmalig aus dem Kühlschrank genommen wurde, kann sie noch bis zu 30 Tage bei Raumtemperatur gelagert werden, aber darf nach dem Erwärmen nicht wieder zurück in den Kühlschrank gelegt werden.

Da die Nadelhülle aus Kautschuk hergestellt wird, kann sie bei Patienten mit einer Latexallergie allergische Reaktionen hervorrufen.
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Dosierung

Für die Applikation der entsprechenden Dosis aus der Durchstechflasche wird eine 1 ml Spritze mit einer 27-g-Nadel mit 13 mm Länge empfohlen. Die Nadelhülle der Fertigspritzen wird aus einem Latexderivat hergestellt und kann bei Patienten mit Latexallergie allergische Reaktionen hervorrufen.

Plaque Psoriasis und psoriatische Arthritis:
Die Initiale Dosis beträgt 45 mg subcutan. Die nächste Dosis wird nach 4 Wochen gegeben, dann alle 12 Wochen.
Bei Patienten mit einem Körpergewicht > 100 kg wurde mit einer Verdopplung der Dosis eine bessere Wirksamkeit erziehlt-  
Sollte sich innerhalb von 28 Behandlungswochen kein Ansprechen der Therapie zeigen sollte ein Therapieabbruch erwogen werden.

Für Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche unter 60 kg Körpergewicht (KG) mit Psoriasis gelten abweichende Dosierungen entsprechend des Körpergewichts zum Zeitpunkt der Injektion, wobei die gleichen Dosierungsintervalle wie für Erwachsene gelten. Das Injektionsvolumen wird anhand einer Formel (Injektionsvolumen=Körpergewicht (kg) x 0,0083 (ml/kg)) errechnet. Für Kinder über 60 kg gilt die Dosierung für Erwachsene von 45 mg, bzw. ab 100 kg KG werden 90 mg entsprechend des Dosierungsintervalls gespritzt.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa:
Die intravenöse Initialdosis wird anhand des Körpergewichts zum Zeitpunkt der Infusion aus Durchstechflaschen mit 130 mg Ustekinumab hergestellt. Bis zu einem Körpergewicht (KG) von 55 kg erhalten die Patienten initial 260 mg Ustekinumab, von 55 bis 85 kg KG 390 mg und ab 85 kg KG 520 mg Ustekinumab. Die entsprechende Menge des Wirkstoffs wird ad 250 ml Kochsalzlösung (0,9 %) gelöst und über mindestens eine Stunde durch einen Filter mit Porengröße 0,2 µm infundiert. Wenn die Infusionsbeutel vor der Applikation hergestellt werden sind sie bei 2-8 Grad unter Lichtschutz 8 Stunden lang haltbar.  
Wenn Patienten 8 Wochen nach der ersten subkutanen Dosis nicht ausreichend auf die Behandlung angesprochen haben, kann das Dosierungsintervall von 12 Wochen auf alle 8 Wochen verkürzt werden. Das 8-wöchige Dosierungsintervall kann auch für Patienten angewendet werden, die bei 12-wöchiger Dosierung das Ansprechen verlieren. Die Gabe von Immunmodulatoren und/oder Corticoiden kann während der Therapie mit Ustekinumab weitergeführt werden, wobei die Corticoide bei gutem Ansprechen reduziert oder abgesetzt werden können. Sollte die Therapie bei Morbus Crohn unterbrochen worden sein, kann sie mit einem 8-wöchigen Dosierungsintervall wiederaufgenommen werden. Sollte bis 16 Wochen nach der Initialdosis und verkürztem Dosierungsintervall kein Ansprechen erfolgt sein, sollte ein Abbruch der Therapie erwogen werden.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Ustekinumab für Kinder und Jugendliche sind für Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und psoriatische Arthritis bisher nicht erwiesen.

Bei sachgemäßer Schulung ist es möglich die Applikation der subkutanen Dosen durch den Patienten oder das Betreuungspersonal durchführen zu lassen, wobei eine angemessene Nachbeobachtung durch den Arzt sicherzustellen ist.

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Vorteile: Offline verfügbar, Lerntools, Fortbildungen u.v.m.

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